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Kennedy


"Die Friedensmission"

von Andreas Drechsler

Kapitel 5


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Mürrisch stieg Spencer wieder aus und stiefelte zur nächstgelegenen Intercomstation, die sich am Eingang des Hangars befand. "Spencer hier! Was gibt's, Fähnrich?"
"Ich habe jetzt das Zielgebiet unter Überwachung. Dort rührt sich im Moment nichts."
"Danke, Mr. Thalvan." Spencer hatte die Verbindung gerade beendet, als ein Pilot aus Müllers Stab den Raum betrat. "Fähnrich Johnson meldet sich zum Dienst, Sir!"
Spencer musterte Johnson kurz, er war ein junger, edoanischer Offizier, der durch den Besitz dreier Arme und Beine geradezu prädestiniert für den Job eines Piloten war.
"Sie wissen, was Sie zu tun haben?", fragte Spencer.
"Ja, Sir!", bestätigte Johnson und sie betraten das Shuttle. Johnson schloss die Tür und meldete sich per Funk: "Shuttle Paz ist bereit zum Start. Erbitte Starterlaubnis."
"Gewährt", meldete H'Korr von der Brücke. "Guten Flug und viel Erfolg!"
Die Sirenen im Hangar begannen zu dröhnen, als sich das Tor zum Weltraum langsam öffnete. Das Shuttle hob ab und durchflog mühelos das Kraftfeld, welches das Ausströmen der Atemluft verhinderte. Nachdem es den Hangar verlassen hatte, schloss sich das Tor wieder.
Sie nahmen Kurs auf den Planeten, genauer, auf eine größere Lichtung innerhalb des Waldes, etwa eineinhalb Kilometer vom vermeintlichen Aufenthaltsort der Diplomaten entfernt.
Während des Fluges sinnierte Spencer über die Bedeutung dieser Situation. Sie saßen hier mit fünfzehn Personen mit Phasergewehren und Schutzanzügen und flogen auf den Planeten, um das dortige Chaos noch ein wenig zu vergrößern, in der Hoffnung es hinterher wieder richten zu können. Und dann noch die ganzen Ungereimtheiten, wie die unbemerkte Installation eines automatischen Verteidigungssystems, oder schlichter formuliert, die Verminung eines Sternensystems, den Angriff auf die Namib, die plötzlich wieder aufgeflammten Aggressionen der Tzenkethi, die...
"Sir! Sehen Sie sich das mal an!", rief plötzlich einer der Sicherheitsleute.
Es war zwar eher an Coremans Adresse gerichtet, aber Spencer erhob sich ebenfalls, um nach dem Rechten zu sehen. Auf dem Sichtschirm im Cockpit des Shuttles waren, neben den üblichen Interferenzen bei Atmosphäreneintritt, seltsame grüne Lichteffekte zu sehen.
Als Spencer eintrat, sagte Johnson gerade zu Coreman: "Ich habe es gerade gescannt. Ich kann nichts entdecken, Sir. Das da dürfte es eigentlich nicht geben?!" Johnson klang verwirrt.
Spencer bahnte sich eine Gasse zu dem Schaltpult für die Sensoren, verschaffte sich selbst einen Überblick und brummte ein "Stichwort: Ungereimtheiten", aber so leise, dass nichts zu hören war. Johnson kontaktierte die Cousteau, doch auch die dortigen Sensoren waren nicht in der Lage, etwas zu erkennen, was das Phänomen erklären könnte. Nach einigen Minuten hörte das seltsame Glühen auf.
"Vermutlich hat irgendwer eine unbekannte Substanz in dieser Atmosphärenschicht untergebracht, die Transportererfassung verhindert und... ?!" Spencer stockte. "Das ist doch Unsinn. Da steckt doch mit Sicherheit mehr dahinter." Er nahm sich vor, eine gründliche Untersuchung dieses Planeten vorzunehmen, wenn sie mit allem hier fertig waren.
Sie näherten sich dem geplanten Landeplatz. Spencer ordnete einen neuerlichen Scan des Zielgebietes an.
"Nichts Besonderes zu berichten, Captain", meinte Johnson und ein wenig später bestätigte Thalvan via Kommunikationskanal diese Meldung.
"Beginnen Sie dann den Landeanflug."
"Ja, Captain", sagte Johnson und nahm Kurs auf die Lichtung. Fünf Meter über dem Landeplatz verharrte das Shuttle und sank dann langsam auf den Boden hinunter.

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