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"Was ist denn mit der Namib, die die Diplomaten ja abgeliefert hat?", fragte Hwang.
"Sie hatte zwar detaillierte Aufzeichnungen gemacht, jedoch wurde bei dem Angriff der Schiffscomputer schwer beschädigt. Es waren keinerlei Sensordaten mehr abzurufen", antwortete Berger.
Spencer zeigte keine allzu glückliche Miene. "Da wir also nichts bis gar nichts wissen und wir uns auf Spekulationen nicht verlassen wollen, bleibt uns also nichts anderes übrig, als jeweils zu handeln, wenn wir Daten erhalten." Jeder im Raum konnte sehen, wie Spencer über die Mission und über die Erfolgschancen dachte.
"Also, wenn keiner der Anwesenden noch etwas auf dem Herzen hat, denke ich, das war's." Spencer hielt kurz inne, dann erhob er sich, verließ mit den anderen den Lageraum und besetzte wieder die Brücke.
Die nächsten dreieinhalb Tage verliefen ohne weitere Zwischenfälle.
"Wir nähern uns dem Kaus-System. Scan des Systems läuft", meldete Hwang von der Steuerkonsole.
"Verlangsamen Sie auf Impulsgeschwindigkeit. Alarmstufe Gelb, Schilde hoch", sagte Spencer ruhig und fügte hinzu: "Schließlich ist das hier Kriegsgebiet."
"Wie die Tiefraumsonde gemeldet hatte: Keine Schiffe im gesamten System, zwei Klasse-M Planeten, Kaus V und VI. Von Kaus V werden energetische Emissionen gemeldet, wenn auch nur vereinzelt", berichtete Thola.
"Setzen Sie ihren Scan fort. Ich will keine Überraschungen erleben. Miss Hwang: Gehen Sie in einen Orbit um Kaus V, Mr. Thola: Scannen Sie den Planeten. Besonders nach vulkanischen und teerrahnischen Lebenszeichen."
"Aye, Sir!", bestätigte Hwang von der Ruderkonsole und wollte gerade den Kurs eingeben, als sie von einem recht beunruhigten Thola unterbrochen wurde: "Hwang, stoppen Sie das Schiff, aber sofort!"
Hwang drehte sich fragend zu Spencer, der schnell nickte und sich zu Thola umwandte. "Was gibt's?"
"Ich orte mehrere kleine Objekte. Sie sind recht klein und ihre Oberfläche scheint Licht- und Sensorstrahlen zu schlucken. Sie reflektieren fast nicht mehr im sichtbaren Bereich, deshalb sind sie uns wohl bisher nicht aufgefallen. Erst als wir uns näherten, verstärkte sich die Energiesignatur der beiden Objekte, die unserer Position am nächsten liegen", antwortete Thola.
"Und was halten Sie davon?", Spencer war leicht beunruhigt, hörte aber gespannt zu.
"Es könnte ein Perimeter-Defensivsystem sein, Sir", sagte er nach kurzer Überlegung.
"Wissen Sie schon mehr darüber?"
"Noch nichts Genaues. Ich könnte höchstens spekulieren: Sobald ein Schiff oder ein anderes Objekt sich dem Kaus-System nähert, wird es von Scannersystemen erfasst und angegriffen, sobald es eine bestimmte Fläche im Raum überschreitet."
"Ich verstehe. Finden wir es heraus. Geben Sie Alarmstufe Rot, Lt. H'Korr und bereiten Sie eine Sonde vor. Nein, warten sie." Spencer unterbrach sich, lief zu seinem Kommandosessel und aktivierte das Intercom: "Spencer an Maschinenraum!"
"Hier Sanchez", meldete sich eine ruhige Stimme am anderen Ende der Leitung.
"Wir müssen herausfinden, ob wir freien Flug haben. Hätten Sie vielleicht etwas Müll oder etwas Ähnliches, den wir in den Raum hinausschießen können? Ich habe keine Lust, eine wertvolle Sonde zu riskieren, nur weil ich nicht weiß, was da draußen ist."
"Müll nicht direkt, Sir, wir haben allerdings einige defekte Sonden an Bord genommen, um diese wieder in Stand zu setzen. Ich will es so sagen, ich schuldete dem Chefingenieur von Sternenbasis 53 noch einen Gefallen."
Spencer musste grinsen: "Gut. Suchen Sie die defekteste Sonde raus und bereiten sie sie auf den Abschuss vor! Melden Sie sich, wenn sie fertig sind."
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