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Kennedy


"Die Friedensmission"

von Andreas Drechsler

Kapitel 2


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"Miss Hwang: Gesetzt der Fall, wir würden einen Abfangkurs berechnen, wie lange würde uns die Untersuchung aufhalten?"
"Es wäre ein Umweg von wenigen Minuten, Sir, wenn die Wolke ihre Geschwindigkeit nicht ändert."
"Ich bezweifle, dass sie das tun wird", sagte Spencer und fügte nach kurzem Zögern hinzu: "Alles klar. Gehen Sie auf Abfangkurs, Alarmstufe Gelb bleibt in Kraft. Mr. Thola: Sensoren auf Maximum. Und auf den Schirm mit der Wolke!"
Auf dem Schirm erschien in der Mitte ein diffuses Objekt.
"Vergrößern!"
Der Schirm flackerte und es war deutlich etwas zu sehen, was, nun ja, was eben wie eine Gaswolke aussah, die deutlich fluktuierte, wahrscheinlich ein Nebeneffekt ihrer Reise durch den Subraum.
"Mr. Thola: Scannerdaten!", sagte Spencer zum fasziniert auf seine Sensoranzeigen blickenden Wissenschaftsoffizier. "Mr. Thola!" wiederholte er, als Thola nichts erwiderte. "Moment, Sir, ich erhalte weitere Daten: Zusammensetzung: 40% Neon, 34% Helium, 21% Methan. Weitere 5% sind unbekannt. Volumen: 39.300 km³, keinerlei Muster, keine Hinweise auf intelligentes Leben."
Spencer starrte auf die Wolke auf dem Sichtschirm und fragte dann: "Also gäbe es nichts, was eine weitere Untersuchung rechtfertigen würde?"
"Nein, Sir, abgesehen von der eigentlich unmöglichen Tatsache, dass die Wolke mit Warp 1.1 den Raum durchquert."
"Was ist das nächste Schiff hier in der Nähe?"
"Nach den momentanen Missionsplänen der Sternenflotte ist das die S.S. Tokyo, ein Frachter der Sydney-Klasse auf ihrer Handelsroute und die U.S.S. Splendor auf Testflug. Die Namib natürlich nicht zu vergessen."
Die Tokyo als nicht zur Sternenflotte gehörendes Transportschiff und die stark beschädigte Namib kamen für eine Fortführung der Untersuchung natürlich auf keinen Fall in Frage. Das wusste H'Korr auch und suchte weiter, bis sie das nächste Schiff fand, die Splendor eben.
"Splendor? Der Beinahe-Totalverlust auf dem Jungfernflug?", murmelte Spencer. "Hm..."
"Entschuldigung Sir, was war denn mit der Splendor, wenn ich fragen darf? Ich hatte zwar von einem ‚Unfall‘ gehört, aber...", erkundigte sich Hwang.
"Aufgrund eines schwerwiegenden Fehlers der Maschinencrew wäre der Fusionsreaktor fast zerstört worden, als sie gerade ihre erste Runde drehte, 14 Crewmitglieder starben. Sie können sich vorstellen, was die Folgen waren", erläuterte Spencer und sagte dann fast ohne Unterbrechung: "Rufen Sie sie!"
H'Korr konnte die Subraumverbindung prompt herstellen. "Kanal offen, Sir."
"Hier spricht Commander Robert A. Spencer von der U.S.S. Cousteau. Ich rufe die U.S.S. Splendor. Bitte kommen."
Ein sehr aufgeräumt wirkender Offizier erschien auf dem Schirm. "Hier Captain Rickard O'Malley von der Splendor. Was wünschen Sie, Captain?"
"Sagen Sie, Captain, wären sie bereit, eine kleinen Erforschungsauftrag zu übernehmen? Wir sind auf diplomatischer Mission unterwegs ins Kaus-System und sind unterwegs auf ein seltsames Phänomen gestoßen, eine Gaswolke, die mit Warp 1.1 durch den Raum fliegt. Könnten Sie die weitere Untersuchung übernehmen?"
"Was? Eine Gaswolke mit Überlichtgeschwindigkeit?" O'Malley klang für einen Moment überrascht, fing sich aber schnell. "Ich denke, das wird gehen. Dann ziehe ich eben die Erprobung unserer Sensoren vor. Geben Sie mir die Koordinaten und den Kurs, wir übernehmen das. Und viel Glück im Kaus-System, Captain! Ich beneide Sie nicht um Ihre Aufgabe."
Thola betätigte ein paar Schalter und nickte Spencer zu.
"Vielen Dank. Haben Sie die Daten? Dann wünsche ich Ihnen noch einen angenehmen Testflug."
"Danke, Captain. O'Malley Ende."
Der Hauptschirm zeigte wieder den üblichen ‚Sternenhimmel‘.
"Auf denn. Miss Hwang: Gehen Sie wieder auf ursprünglichen Kurs, ursprüngliche Geschwindigkeit. Alarmstufe Gelb ist aufgehoben. Die Konferenz geht sofort weiter."

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