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Kennedy


"Debüt mit Schwierigkeiten"

von Andreas Drechsler

Kapitel 9


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"Sie klingen nicht sehr überzeugt."
"Bin ich auch nicht. Diese Vorgehensweise wird allenfalls von Spezies verwendet, die sich klar überlegen weiß und ein ‚Studienobjekt‘ sucht. Die Föderation als Studienobjekt kann ich mir nur schwer vorstellen."
"Dafür spräche dann aber", mischte sich Hwang interessiert ein, die für einige Sekunden auf halb-automatische Orbitkontrolle vertraute, "dass das stille Wurmloch wieder aktiv ist. Das übersteigt zumindest unsere Fähigkeiten."
"Sehr viel wahrscheinlicher ist es allerdings, dass es ein natürliches Phänomen ist", gab Hellmann zu bedenken.
"Wir wissen bestimmt mehr, wenn wir den Sender hier haben", überlegte Spencer.
"Bestimmt, Captain", schloss Hirvonen.
Spencer quetschte sich in eine Ecke seines Sessels, fuhr langsam mit der Handfläche übe r seine Bartstoppeln und gewährt seinen Gedanken für kurze Zeit Freiraum, während auf dem Hauptschirm die unansehnliche Oberfläche Mondes in Zeitlupe vorbeizog. Im Hintergrund hörte er verschwommen das Zischen der Aufzugstür, als Fähnrich Jakobs auf die Brücke kam, um die taktische Station zu übernehmen.

Lemois und Karov trafen zeitgleich mit DeFalco im Transporterraum ein, der ein Antigrav mit den drei Lebenserhaltungsgürteln und einem Werkzeugset hinter sich her zog.
"Die Gürtel sind durchgecheckt, Commander. Alles in bester Ordnung." DeFalco grinste Lemois an.
"Danke, Lieutenant", antwortete Lemois kühl.
Wortlos rüstete sich das Außenteam mit den Lebenserhaltungsgürteln, die es vor der Kälte, der Strahlung und der fehlenden Luft schützen würden, und sonstigem unentbehrlichen Equipment aus, dann nahmen sie Aufstellung auf der Transporterplattform.
"Energie!"
Drei schimmernde Energiesäulen materialisierten auf dem sehr dunklen und kalten Mond. Sie hatten soeben ihre Bewegungsfreiheit wiedererlangt, da aktivierten Lemois und Karov bereits ihre Tricorder. DeFalco riskierte, ein, zwei vorsichtige Schritte mit dem unbekannten Schuhwerk auf unbekannter Oberfläche.
"Umgebungstemperatur -85°C und eine größere Portion Strahlung. Auch mit den Gürteln sollten wir uns nicht länger als fünfzehn Minuten hier aufhalten", sagte Lemois.
"Der Sender steht dort drüben." Karov schwenkte ihre Handlampe in die entsprechende Richtung.
"Mr. DeFalco, was halten Sie davon?" fragte Lemois.
DeFalco holte seinen Tricorder hervor, den er mit einer elegant geschwungenen Geste ohne Zuhilfenahme einer zweiten Hand aktivierte. Lemois quittierte die Geste mit einem Kopfschütteln.
"Mhm", brummte er, als er die Scanergebnisse auswertete. "Vorsintflutliche Technik. Dieses Monstrum ist zwanzig Mal so groß wie unser System an Bord der Kennedy und hat ein Drittel der Sendeleistung. Ein einfacher Sender ohne Ausrichtungsautomatik oder irgendein anderes Beiwerk."
"Und die Energiequelle?"
DeFalco nahm einen erneuten Scan vor und schüttelte den Kopf. "Da hat jemand ein Antiquitätenlager entrümpelt und mit dem Inhalt einen Generator gebaut. Ich kann Ihnen die gleiche Energiemenge mit einem Gerät liefern, das die Größe eines isolinearen Chips hat." Er begleitete diese Aussage, indem er mit Daumen und Zeigefinger die Größe anzeigte.
"Dann tun Sie das", ordnete Lemois an.
"Bitte?", fragte DeFalco verdattert.
"Sie sollen diese Energiequelle gegen ihren chip-großen Generator austauschen! Dann können wir den Sender mit aufs Schiff nehmen und in Ruhe analysieren."
"Ah ja." DeFalco überlegte. Dann fuhr er einige Male mit dem Tricorder über den Anschluss zwischen Sender und Generator, brummte einige unverständliche Wortfetzen und meinte dann. "Das geht nicht. Das geht überhaupt nicht."

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