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Kennedy


"Debüt mit Schwierigkeiten"

von Andreas Drechsler

Kapitel 9


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Logbuch der Kennedy, Commander Spencer, Nachtrag:
Aufgrund bislang ungeklärter Aktivität des stillen Wurmloches im Giclas-System mussten wir erst ein breites Feld von gravimetrischen Verzerrungen durchqueren, bevor wir uns einer genauen Untersuchung der Quelle der Funksignale widmen können. Durch eine Störung im Navigationscomputer geriet die Durchquerung etwas kritisch, sie ist aber jetzt unter Kontrolle.
"Gehen Sie in Standard-Orbit um Giclas VI-B!", ordnete Lemois an, nachdem Spencer die Aufzeichnung beendet hatte. "Scannen Sie den Mond!"
"Ja, Commander", bestätigte Hwang und begann die Orbitalberechnung.
"Scan läuft!", meldete Terk und kurze Zeit später: "Scan abgeschlossen. Ich habe die genaue Quelle der Funksignale geortet."
"Was können Sie uns noch erzählen?", fragte Spencer.
"Mond der Klasse D. Eine minimale Atmosphäre aus Wasserstoff und Stickstoff. Gravitation 0,6g. Keine Lebenszeichen oder Energieanzeigen außer dem Sender."
"Und die Oberfläche?" fragte Lemois weiter.
"Die Oberfläche ist leicht verkratert. Die Atmosphäre filtert nur wenig von der Weltraumstrahlung. Oberflächentemperatur 188 K an der Stelle, wo sich der Sender befindet. Jedoch keine Stürme oder giftige Gase."
Hirvonen meldete sich von der Rückseite der Brücke. "Ich habe den Sender analysiert. Ein ziemlich großer Apparat, Captain."
"Können wir ihn in einen der Frachträume beamen?"
"Den Sender schon, nicht aber die dazugehörende Energiequelle. Die ist einfach zu groß.", meinte Hellmann.
"Brauchen Sie die?", fragte Spencer Hirvonen.
"An sich nicht. Nur falls der Sender wirklich von einer fremden Lebensform stammt, sollten wir natürlich auch die Energiequelle untersuchen."
"Deutet etwas darauf hin?"
"Von hier oben nicht. Das muss allerdings nichts besagen."
"Dann schlage ich vor, wir beamen erst den Sender an Bord und dann, bei Bedarf die Energiequelle."
"Die Untersuchung des Senders wird aber Stunden dauern", gab Hirvonen zu bedenken.
"Das macht nichts", erwiderte Spencer. "Wir bleiben sowieso erst mal hier."
"Wie Sie meinen, Captain", sagte Hirvonen stoisch.
"Sollten wir nicht nach unten gehen und uns das Ding ansehen?", fragte Lemois erstaunt.
Spencer zuckte mit den Schultern. "Wenn sie wollen... von mir aus. Die Transporter sind in Ordnung und solange sie nicht einschlafen..."
"Wenn etwas Unbekanntes untersuchen kann, schlafe ich nie", versicherte Lemois in vollstem Ernst. Sie sprang Energie und Tatendrang versprühend auf und eilte zum Turbolift. "Karov, kommen Sie mit." Sie hieb auf ihren Kommunikator. "Mr. DeFalco, sie melden sich unverzüglich mit Werkzeug und Lebenserhaltungsgürteln in Transporterraum 1!"
DeFalcos Antwort war leider auf der Brücke nicht mehr zu vernehmen, da sich die Turbolifttüren bereits vor Lemois und Karov geschlossen hatten.
Spencer atmete hörbar aus, bevor er seinerseits den Kommunikator aktivierte. "Spencer an MacDonnell. Bereiten Sie die Frachträume 1 und 2 für die Aufnahme des Funksenders vor. Volle Quarantänefelder und so weiter."
"Verstanden, Sir!", antwortete die zweite Ingenieurin prompt.
Hirvonen meldete sich. "Das ist merkwürdig."
"Was denn?", konnte Spencer nicht umhin zu fragen.
"Der Sender besitzt kein Empfängermodul."
"Sollte er das?" Spencer klang verwirrt.
"Ohne Empfängermodul können sie den Sender nicht aus der Ferne steuern und auch keine Antwort empfangen. Mit anderen Worten: Eine gewöhnliche Kontaktaufnahme können wir ausschließen."
"Was haben Sie im Sinn?"
"Allenfalls... ein Test-Szenario. Das heißt, man beobachtet uns, wie wir uns angesichts dieser merkwürdigen Situation verhalten."

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