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Kennedy


"Debüt mit Schwierigkeiten"

von Andreas Drechsler

Kapitel 8


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"Schnell sollte es gehen!", empfahl Lemois beinahe überfreundlich. "Zeit bis zum Rand des Feldes?", fragte sie, während sie sich schwungvoll in ihren Sessel warf.
"Fünfunddreißig Sekunden", antwortete Terk.
"Alarmstufe Gelb, Karov, Schilde hoch und schauen Sie doch mal, ob sie durch manuelle Frequenzanpassung was machen können!"
"Ja, Commander", bestätigte Karov gequält.
Spencer schüttelte sich kurz unmotiviert als die Alarmsirenen durch eher zaghafte Tonsignale seine stille Anspannung durchbrachen.
"Die Schilde sind aktiviert, die Anpassungen der Frequenzen ohne Computer scheinen aussichtslos", gab Karov nach kurzer Zeit bekannt.
"Von ‚scheinen‘ haben wir nichts! Versuchen Sie, was Sie können!", forderte Lemois.
Karov beschloss, ihr keine Möglichkeit zu geben, auf etwas ihre nächste Aussage erwidern zu können und beließ es bei einem einfachen "Ja, Commander" und das, obwohl sie sich sicher war, alles momentan in ihrer Macht stehende getan zu haben.
"Hellmann?", fragte Spencer rasch, der den selben Gedanken wie Karov verfolgte.
"Richtungskontrolle in wenigen Sekunden."
"Dann bräuchte ich genaue gravimetrische Daten über die nächste Umgebung. Mr. Terk?", fragte Hwang.
"Bekommen Sie, Lieutenant", bestätigte Terk.
"Sie wollen nur von den Wechselwirkungen der Gravitation getrieben durch dieses Feld fliegen?", fragte Lemois erstaunt.
Hwang wandte sich kurz um. "Haben wir eine andere Chance?", entgegnete sie zuversichtlich. Dann widmete sie sich eingehend den ersten Scanergebnissen.
Lemois reckte sich halb aus ihrem Stuhl hoch und drehte ihren Kopf nach hinten. "Mr. Hellmann, können wir das Schiff nicht durch einen kurzen Triebwerksimpuls rasch zum Stehen bringen und uns dann um unsere Probleme kümmern."
"Negativ, Commander. Wir müssen erst die nachgeordneten Subsysteme freischalten, bevor wir auf die Triebwerksteuerung zugreifen können", erklärte Hellmann, ohne auch nur einen Augenblick seine Augen von seiner Konsole abzuwenden. "Einfache Richtungskontrolle jetzt."
"Okay...", kommentierte Hwang ihre ersten Versuche, die Kennedy auf einen halbwegs sicheren Kurs zu bringen.
Unübersehbar verärgert über ihre schiere Hilflosigkeit ließ sich Lemois wieder auf die Sitzfläche fallen.
"Wie sieht‘s aus, Lieutenant?", getraute sich Spencer zu fragen.
"Nicht... ganz schlecht", antwortete Hwang, während sie vorsichtige Veränderungen an der Fluglage der Kennedy vornahm. "Die durchschnittliche Feldstärke ist in der Mitte am dichtesten und lässt zu den Rändern hin nach. Ich versuche..." - sie unterbrach ihren Redefluss, als eine kurze Erschütterung die Kennedy erfasste - "... uns an den nächstgelegenen Rand, nach ‚oben‘ zu bringen." Eine zweite Erschütterung, etwas heftiger als die erste, war zu spüren.
"Ich fürchte, das war erst der Anfang", flötete Hwang unbekümmert.
"Das macht Ihnen Spaß, hm?", brummte Spencer, dem alles andere als wohl dabei war.
"Ist das soo offensichtlich?", erwiderte sie vergnügt, während sie sich durch eine dritte Erschütterung genötigt sah, die Fluglage anzupassen.
Spencer verzichtete auf eine Antwort.
"Haben Sie was über die Ursache dieses Verzerrungsfeldes?", fragte Lemois stattdessen Terk.
"Es war nicht in der Datenbank verzeichnet. Außer Neutrinorückständen gibt es keine Hinweise auf den Ursprung", antwortete Terk.

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