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Logbuch der Kennedy, Sternzeit 21617.8, Commander Spencer: [13.08.2344 02:45:19]
Wir befinden uns im Anflug auf das Giclas-System. Die Computerabteilung ist den infizierten Systemen auf der Spur, bisher liegen aber noch keine konkreten Ergebnisse vor. Weitere Störungen des Computersystems sind nicht aufgetreten. Die Wissenschafts- und Kommunikationsabteilung hält sich bereit für eine genaue Untersuchung der Funksignale.
"So ist es", bestätigte Hellmann, der gerade zusammen mit Hirvonen und Hallersvoort den Turbolift verlassen hatte, ungefragt die letzten Worte Spencers.
"Wir nähern uns dem Giclas-System!", gab Hwang nicht ohne eine große Portion Erleichterung in der Stimme bekannt.
Spencer der sich umwenden wollte, um Hellmann zu antworten, sah wieder vollkonzentriert nach vorne. "Unter Warp gehen! Mr. Terk, voller Sensorenscan."
"Scan läuft, Sir", reagierte Terk.
"Ich verliere die Kontrolle!", rief Hwang entsetzt aus. "Und wir nähern uns einem Feld von stark wechselnden gravimetrischen Verzerrungen!"
"Taktische Sicht auf den Schirm!", forderte Lemois reflexartig. Spencer saß da wie elektrisiert.
Jeder auf der Brücke konnte sich mit einem raschen Blick überzeugen, dass Hwangs hochdramatische Ausdrucksweise nicht unangemessen gewesen war; das Feld war relativ dicht, wechselte laufend an Intensität und die Kennedy steuerte exakt darauf zu.
"Entfernung?", fragte Spencer vergleichsweise vorsichtig.
"Zwei Minuten, zwanzig Sekunden bis zur äußeren Peripherie", gab Terk bekannt.
Die stakkatoartigen akustischen Signale, die Hwang der Navigationskonsole nun seit zehn Sekunden entlockte, erübrigten eine Rückfrage nach der Lage bei ihr und so wandte sich Spencer an Hellmann. "Mr. Hellmann, ein Check der Navigationskonsole!"
"Bin schon dabei", gab Hellmann geschäftig bekannt.
"Fähnrich Berger ist ebenfalls unterwegs zur Brücke", fügte Lemois hinzu.
"Das ist gut", meinte Hellmann, sich von Terminal I umwendend. "Sonst hätte ich ihn jetzt angefordert. Das war ein Aktiv-Programm, dass genau beim Fall unter Warp aktiviert wurde. Es hat uns genau vor dem gravimetrischen Feld in den Normalraum gebracht und dann den Navigationssteuercomputer blockiert."
"Und was passiert jetzt?", fragte Lemois.
"Eine Notoperation." Hellmann winkte den gerade auf der Brücken angekommenen Berger zu sich heran. Sie wechselten einige von uneindeutiger Gestik begleitete gemurmelte Worte, dann nahm Berger Hellmanns Platz ein und Hellmann wandte sich an Hwang. "Darf ich Sie für den Augenblick hier vertreiben?", fragte er freundlich.
"Aber bitte doch." Hwang räumte den Platz an ihrer ohnehin nutzlosen Konsole und sah im Folgenden Hellmann auf die eifrig arbeitenden Finger. Lemois gesellte sich dazu und erkundigte sich nach dem Fortschritt, während der weiße Punkt inmitten des grünen Rasters, der die Kennedy auf dem taktischen Display darstellte, sich weiter und weiter den gefährlich gelb/orange/roten Arealen näherte.
"Wir versuchen, eine softwaremäßige Umgehung einzurichten, so dass Sie direkten Zugriff auf die notwendigsten Systeme erhalten können", erklärte Hellmann eilig. Nach weiteren zehn Sekunden überließ er wieder Hwang den Platz.
"Sie können das Schiff immer noch wie gewohnt steuern, Sie haben jedoch keinen Computer mehr, der Ihre Aktionen überwacht oder korrigiert", erklärte er.
"Dann bin ich wohl besser sehr, sehr vorsichtig", meinte Hwang und betätigte mit geradezu zur Schau gestellter Zögerlichkeit nacheinander das eine oder andere Bedienelement. "Es passiert nichts", gab sie nüchtern bekannt.
"Das ist richtig", meinte Hellmann ungerührt, der inzwischen wieder bei Berger an Terminal I angekommen war. "Ich habe gerade nur ihr Pult konfiguriert. Die Zugriffe auf die einzelnen Subsysteme müssen wir jetzt einen nach dem anderen umleiten."
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