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Kennedy


"Debüt mit Schwierigkeiten"

von Andreas Drechsler

Kapitel 6


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Logbuch der Kennedy, Commander Spencer, Nachtrag
Nachdem wir nun glücklich unsere vorläufige Reisegeschwindigkeit von Warp 5.5 erreicht haben, können wir uns nun von Commander Hirvonen über die bevorstehende Mission informieren lassen.
Als sich der Lärm des Stühlerückens im Konferenzraum gelegt hatte, begann Spencer: "Als erstes möchte ich sie alle nochmals an Bord willkommen heißen. Und als zweites möchte ich mich entschuldigen, dass die erste Konferenz nicht früher statt finden konnte, aber es bestand entweder keine Veranlassung oder keine Zeit dafür. Ich möchte Ihnen Commander Hirvonen aus der Kontaktabteilung der Sternenflotte vorstellen, den Hauptgrund für unseren überstürzten Aufbruch." Spencer zeigte einen angedeuteten Wink auf den links von ihm sitzenden Hirvonen, der seinen Blick von der ihm gegenübersitzenden Lemois abwandte und grüßend die große Runde Entlangwandern ließ.
"Diese Mission wird Thema des ersten Teils dieser Konferenz werden", fuhr Spencer fort. "Dann widmen wir uns ausführlich dem Schiffszustand und danach einigen weiteren kritischen Punkten. Commander, das Wort gehört ganz Ihnen", übergab Spencer undezent das Wort an den Kontaktspezialisten.
"Die Sternenflotte empfängt seit einigen Stunden unbekannte Funksignale aus dem Giclas-System", begann Hirvonen und wiederholte kurz, klar und für jeden verständlich die Merkwürdigkeiten im Einzelnen. "Die Daten, die wir über die Funksignale gesammelt haben, sind Ihrer Kommunikationsabteilung zugegangen...", schloss er. Aus seinem Ton war nicht vollständig ersichtlich, ob der letzte Satz eine Feststellung oder eine Frage beinhaltete.
Spencer nahm letzteren Fall an und leitete die Frage stumm an Hellmann weiter.
Dieser nickte und nutzte die Gelegenheit. "Sagen Sie, Commander: Inwieweit sind sie unterwegs von Sensorenanalysen der Funksignale abhängig? Die Sensoren sind zwar im Moment funktionsfähig, aber bei Dauerbetrieb kann ich dafür leider nicht garantieren."
Hirvonen zuckte mit den Schultern. "Im Moment wiederholen sich immer die selben Signale. Die haben wir bereits ausführlich analysiert. Solange sie sich nicht ändern, brauche ich Ihre Sensoren erst in Giclas. Dann sollten sie allerdings funktionieren", meinte er in relativ gelassenem Ton.
"Das werden sie", versprach Hellmann ebenso unspektakulär.
"Gibt es jemanden auf Ihrem Schiff, der Erfahrung mit der Programmierung des Universalübersetzers hat?", fragte Hirvonen.
"Fähnrich Hallersvoort - eingeschränkt", antwortete Spencer. Hellmann nickte zur Bestätigung.
Es blieb eine Sekunde lang still.
"Sagen Sie, Commander, mit was rechnen Sie an unserem Zielort?", fragte Karov.
Hirvonen zuckte die Achseln. "Mit dem Unerwarteten", beschied er Karov knapp, die sich daraufhin keine weitere Frage mehr erlaubte.
Mit den Worten "‚Das Unerwartete‘ ist ein gutes Stichwort", durchbrach Spencer die gekünstelt wirkende Stille. "Falls keine extrem dringenden anderen Dinge vorliegen, würde ich mich nun gerne dem Schiffszustand widmen."
Die kurze Pause, die er daraufhin einlegte, nutzte Hirvonen, um sich zurückzuziehen, "um noch der einen oder anderen Idee nachzugehen", wie er sich ausdrückte.
Aus der versammelten Runde zeigte sich keine andere sichtbare Regung als ein knappes, bestätigendes Nicken Spencers und eine nicht perfekt verborgene Miene des Bedauerns seitens Lemois. Nach einigen Sekunden war jedoch ein latenter Hauch der Erleichterung im Raum zu spüren, selbst Spencer konnte sich nicht als davon ausgenommen betrachten. Man war nun ‚unter sich‘, sozusagen.
"So", brummte er. "Da wären wir nun unterwegs... oder?" Er warf einen prüfenden Blick aus den Seitenfenstern, so als müsste er eine visuelle Bestätigung für diese Tatsache einholen.

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