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Logbuch der Kennedy, Sternzeit 21617.5, Commander Spencer: [13.08.2344 00:07:12]:
Die Utopia Planitia-Werft hat uns vor einer Viertelstunde die korrekten Daten für den Warpantrieb liefern können, so dass wir in wenigen Minuten auslaufen können. Die wichtigsten Schiffssysteme sind ausgetestet, der Giclas-Mission steht soweit nichts mehr im Wege.
Spencer saß auf der mehr als idealbesetzten Brücke und sorgte wie alle übrigen an Bord dafür, dass bis zum geplanten Auslaufen in knapp acht Minuten noch so viele Dinge wie möglich erledigt wurden. Gerade hatte ihn eine Nachricht von M‘Boya erreicht, dass immer noch vier Leute an medizinischem Personal fehlten, als er wahrnahm, dass noch jemand die Brücke betreten hatte. Routinemäßig sah er auf.
"Wie gesagt, bei der Erfolgsmeldung sehen wir uns", verkündete eine gut gelaunte und Karaplidis. "Die Startfreigabe gibt's übrigens gratis dazu."
"Das wäre ja auch noch schöner", erwiderte Spencer. "Warum ging es jetzt auf einmal so schnell?"
Sie kam einige Schritte näher, während sie antwortete. "Der fehlgeschlagene Versuch Morrettis, seine Zugriffe aus eurem Maschinenraum zu tarnen, half uns weiter. Hat man seine Arbeitsweise einmal verstanden, fällt die Aufhebung seiner Verschlüsselungen nicht mehr gar so schwer. Und das habe ich Lieutenant Hellmann zu verdanken."
Spencer vollführte eine großzügig-anerkennende Geste in Richtung seines Wissenschaftsoffiziers, der an Terminal I umfangreiche Sensorenchecks durchführte. Hellmann nickte artig, mit etwa dem selben Ernst, der in Spencers Geste mitschwang. Nach einem kurzen Moment fuhr er wieder mit seiner Arbeit fort.
"Wir sind bald wieder da, Ina", versprach Spencer. "Und meldet euch, sobald ihr diesen Morretti geschnappt habt. Ich würde ihm zu gern einige Fragen stellen. Oder habt ihr ihn etwa schon?"
"Nein. Die Daten für euren Warpantrieb waren wichtiger. Dann bis dann, Andy", verabschiedete sich Karaplidis auf die Spencer immer noch wohl bekannte Art und Weise. "Mach's gut."
"Du auch, Ina. Viel Glück."
"Aber klar." Nach einem verabschiedenden Lächeln wandte sich Karaplidis um und verließ die Brücke wieder. Spencer widmete sich unvermittelt wieder seinen Aufgaben, nur Lemois sah ihr beziehungsweise der geschlossenen Turbolifttür noch einen Augenblick hinterher.
"Captain, ich hätte da mal eine ganz grundsätzliche Frage", meinte sie auf einmal unvermittelt.
"Ja?", erwiderte Spencer, so als seien er oder seine Gedanken mit etwas völlig anderem beschäftigt.
"In ihrem Raum, wenn's Ihnen nichts ausmacht...", bemerkte sie irritiert.
"Wie? Na gut", beschloss Spencer. "Folgen Sie mir unauffällig."
Lemois gab sich nicht die geringste Mühe, ihre verwirrte Miene vor der übrigen Brückenbesatzung zu verbergen als sie Spencer folgte.
"Nehmen Sie...", begann Spencer, doch unterbrach sich selbst als er gewahr wurde, dass Lemois bereits Platz genommen hatte. "... sie haben schon. Auch gut. Was gibt's denn so geheimnisvolles, Commander?"
"Ich frage mich, warum wir jetzt unbedingt lospreschen müssen, mit ungetestetem und möglicherweise sabotiertem Schiff. Finden Sie unbekannte Funksignale so interessant?"
"Wir haben einen Auftrag erhalten und haben die Möglichkeit, ihn wahrzunehmen. Die Bedrohung namens Morretti haben wir größtenteils im Griff. Wo ist das Problem? Nebenbei, Ihnen fallen ihre Bedenken ziemlich spät ein, wir haben Startfreigabe in sieben Minuten." Spencers bedächtiger Tonfall bildete einen eigenartigen Kontrast zu Lemois‘ provozierendem Fragestil.
"Besser spät als nie", erwiderte Lemois spontan. Sie benötigte ein paar Sekunden, um eine Formulierung zu finden, die einem Vorgesetzten nicht sofort übel aufstoßen würde. "Das Problem ist, dass die Kennedy überhaupt noch nicht getestet worden ist, wir zudem ungeklärte Computerprobleme haben und die Mission viel zu unwichtig ist, als dass wir dafür alles mögliche riskieren sollten. Die Black Sun ist doch ohnehin in einer halben Stunde da."
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