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Kennedy


"Debüt mit Schwierigkeiten"

von Andreas Drechsler

Kapitel 3


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Logbuch der Kennedy, Commander Spencer, Nachtrag:
Wir können unseren Warpreaktor nicht aktivieren, weil aus unerfindlichen Gründen eine inkorrekte Warpfeldkonfiguration im Hauptcomputer eingespeichert ist und der Werftcomputer von Utopia Planitia zudem keinen Zugriff auf die benötigten Daten gewährt. Auf den ersten Blick sind keine Unregelmäßigkeiten zu erkennen, an beiden Orten wird Aufklärung betrieben.
Das Signal des Türsummers fiel mit dem Bestätigungssignal des Computers über die erfolgte Aufzeichnung zusammen. Er hatte zuvor Lemois und Karov zu sich gebeten, um sie über diese Merkwürdigkeiten in Kenntnis zu setzen.
"Herein!"
Beiden standen bereits vor der Tür und traten ein. Spencer bot ihnen Platz auf den inzwischen korrekt in Position geschobenen Stühlen an und umriss kurz die Vorkommnisse im Maschinenraum sowie den Inhalt seines Gesprächs mit Karaplidis.
Als Spencer geendet hatte, hob Lemois leicht ratlos die Schultern. "Und, Captain? Was sollen wir jetzt davon halten? Ich meine, wir haben einige Anhaltspunkte, aber was wollen sie uns sagen? Das ergibt doch alles keinen Sinn."
"Doch", widersprach Spencer. "Man will uns scheinbar am planmäßigen Auslaufen hindern."
Karov nickte stumm, sie hatte scheinbar den gleichen Gedanken gehabt wie Spencer.
"Und was ergibt das für einen Sinn?", fragte Lemois weiter. "Wir haben keinen Auftrag... im Moment."
"Ich weiß es auch nicht", stellte Spencer ruhig und klar fest. "Und damit sich das ändert, werden Sie, Commander, das Schiff einem gründlichen Sicherheitsscan unterziehen. Währenddessen soll die Computerabteilung alle Zugriffe auf den Hauptcomputer überprüfen. Und Sie, Miss Karov, suchen nach weiteren Hinweisen und untersuchen alles, woran ich im Moment nicht denke."
Lemois gab durch einen längeren, direkten Blick Spencer zu verstehen, dass sie seine Maßnahmen als definitiv übertrieben wertete, sie protestierte aber nicht. ‚Noch nicht‘, dachte sie in lautloser, innerer Freude.
"Wenn Sie keine Fragen haben", begann Spencer, dem Lemois‘ stummer Protest nicht verborgen geblieben war, nach zwei Sekunden wieder, "dann dürfen sie gehen und beginnen." Er konnte so eben verhindern, dass sein Ton in das Mürrisch-Verärgerte abrutschte.
Lemois und Karov erhoben sich und machten sich auf den Weg zur Tür, erstere blieb aber noch einmal stehen. "Eine Frage noch, Captain: Welche Auswirkungen wird diese Untersuchung auf die Party heute Abend haben?", konnte sie sich nicht verkneifen zu fragen.
"Vorerst keine", musste Spencer zugeben. "Außer natürlich, es ergeben sich schwer wiegendere Anhaltspunkte."
"Natürlich, Captain", stimmte Lemois wie selbstverständlich zu, bevor sie mit Karov im Schlepptau Spencers Bereitschaftsraum verließ. Wieder auf der Brücke angekommen sendete sie zuerst einen knapp gehaltenen Auftrag an die Computerabteilung, bevor sie sich ihren Aufgaben widmete. Warum Karov in der Zwischenzeit die Brücke verlassen hatte, konnte sie sich jedoch nicht erklären.

Hellmann betrat zusammen mit Berger den Maschinenraum. "Ist DeFalco hier?", erkundigte er sich beim nächststehenden Ingenieur.
"Der... müsste im Moment unterwegs sein", antwortete der Gefragte, es war Fähnrich Chen.
Hellmann tippte nach kurzem Überlegen auf seinen Kommunikator. "Hellmann an DeFalco!"
"DeFalco hier", meldete sich nach kurzer Zeit eine mürrisch klingende Stimme. "Was ist?"
"Ich wollte nicht stören, ich wollte nur sagen, dass ich mir jetzt den Computer im Maschinenraum vornehme."
"Muss ich dabei sein?", brummte DeFalco.
"Nein, musst du nicht. Wäre aber nicht schlecht", antwortete Hellmann der DeFalcos Tonlage nicht auf Anhieb einordnen konnte und ihm deswegen die vollständige Bandbreite an Antworten offen ließ.

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