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Kennedy


"Debüt mit Schwierigkeiten"

von Andreas Drechsler

Kapitel 2


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"Wir laufen noch auf Station?", unterbrach DeFalco. MacDonnell nickte.
"Das sollten wir ändern", schlug DeFalco vor. "Wenn wir unseren Energiebedarf selber decken können, können wir uns mit den übrigen Systemen befassen. Im Moment müssen Sie mir noch etwas helfen, Lori, sie kennen den Computer hier etwa zwei Stunden besser als ich."
MacDonnell erholte sich in zwei Sekunden von der Überraschung, dass DeFalco sie gerade ohne vorherige Nachfrage mit dem Vornamen angeredet hatte. "Ja, Sir."
Nach wenigen Sekunden der Einweisung hatte DeFalco die Spezialitäten des Computersystems begriffen und traf die notwendigen Vorbereitungen. Danach ließ er sich ein Zustandsdiagramm aller Schlüsselsysteme zeigen. Das Ergebnis gefiel ihm ganz und gar nicht, er tippte auf seinen Kommunikator.

Als Spencer zum zweiten Mal die Brücke betrat, hatte sich ihr Gesicht im Vergleich zu seinem zwei Stunden zurückliegenden Besuch bereits deutlich gewandelt. Hwang saß an ihrer Flugsteuerungskonsole und stellte den Hauptschirm durch ein Testmuster auf volle Schärfe. Mehrere Fähnriche der Wissenschaftsabteilung standen um die Einsatzleitungskonsole herum und diskutierten heftig. Alle Bedienungselemente auf der taktischen Konsole blinkten, Spencer tippte spontan auf Energiemangel als Grund. Lemois saß auf ihrem Platz, rechts neben Spencers Sessel, und schien sich sehr intensiv mit diversen Statusberichten und -diagrammen zu beschäftigen. An der Rückwand war die Verkleidung zur Ingenieursstation entfernt, zwei Ingenieure wühlten in den Innereien.
"Commander Lemois?" fragte er laut, nachdem er sich das geschäftige Treiben einige Sekunden lang beobachtet hatte.
Sie wandte ihr Gesicht abrupt herum. "Sir, ich... ich habe Sie gar nicht bemerkt", entschuldigte sie sich erschrocken.
Spencer winkte ab. "Macht nichts. Kommen Sie bitte?"
Er ging voraus, Lemois folgte ihm eiligen Schrittes in seinen Bereitschaftsraum. Nach dem Überschreiten der Türschwelle wunderte sie sich, dass der Raum völlig unberührt war, nicht einmal die Stühle standen an ihren vorgesehen Plätzen. Spencer war jetzt seit guten zwei Stunden an Bord, hatte aber noch keine Zeit gefunden, seinen Raum einzurichten. Wäre Sie der Captain, hätte sie zumindest...
"Setzen Sie sich hin, wo sie wollen. Das Mobiliar steht dort drüben zu Ihrer freien Verfügung", brummte Spencer, griff sich den erstbesten Stuhl und schob ihn hinter den mitten im Raum stehenden Tisch.
Lemois sah eine Sekunde lang verblüfft drein, dann folgte sie seinem Beispiel und platzierte ihren Stuhl so, dass sie sich genau gegenübersaßen, durch den Tisch getrennt.
"Also, Captain?", fragte sie forsch, doch betont freundlich, noch bevor sie ihre endgültige Sitzposition eingenommen hatte. Ihr letztes ‚erstes Gespräch‘, also das, welches sie bei Antritt ihrer letzten Position auf der Saratoga mit ihrem direkten Vorgesetzten, dem Ersten Offizier, geführt hatte, war zu ihrem Missfallen sehr kühl und distanziert verlaufen und das wollte sie nun zu verhindern versuchen.
Die Überraschung war nun an Spencer, mit einem derartigen Überfall seitens Lemois hatte er nicht gerechnet und war aus seinem Konzept gebracht. Er brauchte einen Moment, bis er sich wieder an den Satz erinnerte, den er sich für den Beginn dieser Unterredung zurecht gelegt hatte. "Commander, ich würde gerne wissen, was Sie wissen und Ihnen dann erzählen, was Sie noch nicht wissen."

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