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Logbuch der Kennedy, Sternzeit 21615.8, Commander Spencer: [12.08.2344 09:11:14]:
Vor kurzem habe ich das Kommando über das Schiff übernommen. Die Besatzung hat vierundzwanzig Stunden Zeit, sich über alles einen Überblick zu verschaffen. Weitere vierundzwanzig Stunden später werden wir planmäßig die Utopia Planitia-Flottenwerften verlassen, falls es keine größeren Probleme geben sollte.
Spencer wollte aufstehen und gerade wieder im Turbolift verschwinden, als ihm Hwang aus demselben entgegenkam.
"Und, wie geht's, Captain?", fragte sie. Sie war sichtbar fröhlich und aufgeregt, zum ersten Mal diese Brücke zu betreten.
"Man kann nicht klagen", gab Spencer in weit gewöhnlicherem Ton zurück.
"Ich will ja nicht neugierig sein, aber wie ist es Ihnen in der letzten Zeit ergangen? Man hört da vieles, aber nichts Genaues..."
"Es war ereignisreich, würde ich sagen. Und nicht gerade langweilig."
"Aber bestimmt besser als drei Monate lang Kadetten das Pilotieren beizubringen", erwiderte Hwang augenzwinkernd, die nicht gerade sehr zufrieden mit Spencers inhaltsloser Antwort war und hoffte, nun mehr zu erfahren.
"Nicht unbedingt, Lieutenant. Nicht unbedingt", enttäuschte Spencer sie und verschwand im Turbolift. Sie zeigte für einen Moment einen zweifelnden Gesichtsausdruck, steuerte dann aber weiter unbeeindruckt auf ihre Station zu, ließ sich im Pilotensessel nieder, schloss versonnen die Augen und genoss die ersten Minuten an ihrem neuen Arbeitsplatz. Sie hielt es erst wieder für erforderlich, die Augen zu öffnen, als zwei weitere Personen die Brücke betraten, zwei ihr unbekannte Ingenieure. Sie schüttelte ihre träumerischen Gedanken ab und widmete sich ihren neuen Pflichten als Zweiter Offizier.
DeFalco betrat den Maschinenraum und das was er sah, entsprach in etwa dem, was er von einem Maschinenraum eines neu konstruierten Sternenflottenschiff erwartete, ein Warpreaktor, viele Kontrollkonsolen und neueste Technologie. Er beobachtete einige Zeit lang das geschäftige Treiben der Ingenieure und suchte währenddessen nach einem bestimmten Gesicht.
"Lieutenant MacDonnell?", fragte er, nachdem er es gefunden hatte und darauf zugegangen war.
MacDonnell unterbrach ihr Gespräch mit einem Fähnrich und wandte sich um. "Lieutenant?", las sie leicht irritiert seine Rangabzeichen.
DeFalco bedachte sie ein, zwei Sekunden lang mit einem teils verwirrten, teils belustigten Blick. "DeFalco, ihr neuer Chef", stellte er sich vor. Durch seinen betont vergnügten Tonfall verunsicherte er MacDonnell noch weiter.
"Entschuldigung, Lieutenant, ich habe sie nicht auf Anhieb erkannt und im Moment geht es hier auch etwas hektisch zu. Ich hätte sonst..."
"Entspannen Sie sich, Lieutenant, das habe ich auch nicht erwartet", unterbrach er freundlich. "Und stellen Sie sich wieder vernünftig hin. Beenden Sie ihr Gespräch, dann setzen Sie mich über den momentanen Zustand hier ins Bild, okay?" DeFalco setzte dazu seine vertrauensvollste Miene auf und schlenderte, ohne MacDonnell noch lange anzusehen, zur zentralen Hauptkontrollkonsole und begann damit, sich auf eigene Faust mit der speziellen Struktur dieses Computersystems vertraut zu machen.
Beinahe sofort stand MacDonnell neben ihm, sie hatte sich offenbar sehr beeilt, ihre Unterredung zu einem Ende zu bringen. "Sie wollen jetzt bestimmt wissen, wie die momentane Lage ist, Sir?"
"Lassen Sie sich nicht aufhalten." DeFalco grinste. "Und ich kann auch ohne den ‚Sir‘ leben."
MacDonnell nickte, immer noch etwas hektisch. "Wir sind auch erst seit zwei Stunden bei der Arbeit. Sehr viel läuft noch nicht, wir waren bisher recht vorsichtig mit der Aktivierung neuer Systeme. Ich habe auch jeden an Bord gebeten, alle Schäden sofort zu melden. Lebenserhaltung und Umweltkontrollen funktionieren, Reservesysteme sind überprüft und funktionieren ebenfalls. Die Fusionsreaktoren und der Impulsantrieb arbeiten ebenfalls zufrieden stellend, wir haben aber auf Sie gewartet, um sie in Betrieb zu nehmen."
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