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Kennedy


"Debüt mit Schwierigkeiten"

von Andreas Drechsler

Kapitel 12


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"Nein!", rief Spencer, nun sichtlich erregt. "Du hast nicht verstanden! Es war von vorneherein absehbar, dass wir so handeln würden. Also konnte, wer auch immer dafür verantwortlich ist, in Ruhe über mögliche Aktionen unsererseits nachdenken und ihren Erfolg schon im Vorfeld zunichte machen. Bisher haben wir noch nichts Unerwartetes getan, aber genau das müssen wir tun, weil alles andere nicht funktionieren wird!"
"Wir müssen aus dem Spiel ausbrechen, etwas tun, womit die Gegenseite nicht rechnen konnte!", verdeutlichte Hwang.
"Man kann mit allem rechnen", wiegelte MacDonnell ab, die mit den Gedankengängen Spencers und Hwangs noch nicht vertraut war.
"Schon, wir handelten bis jetzt aber emotional, es war eine Krise. Wir müssen rational überlegen und den Rahmen sprengen, wie auch immer er aussieht!" Spencer war selbst unzufrieden, seine Worte konnten nicht das ausdrücken was ihm vorschwebte.
"Mit echt rationaler Denkweise und rationalem Handeln unsererseits wird nicht gerechnet", fügte Hwang an, die sich unbewusst aber demonstrativ neben Spencer platziert hatte.
"Oder mit irrationalem, aber unemotionalem!", platzte Spencer heraus, den gerade sein nächster Geistesblitz ereilt hatte. "Wir müssen beschleunigen, und nicht bremsen!"
Hwang strahlte für einen Augenblick Spencer an, das war wieder der alte Spencer, den sie kannte! Dann besann sie sich wieder auf die momentanen Probleme.
"Beschleunigen, bis das ungetestete Warpfeld vor Überlastung kollabiert?", fragte DeFalco, der endlich begriffen hatte, was Spencer vorschwebte. "Die Chance, dass wir in die Luft fliegen, ist genauso groß wie bei der anderen Methode."
"Dafür wird es funktionieren, weil keine Maßnahmen durch Aktiv-Programme oder was weiß ich was getroffen werden konnten."
"Können wir überhaupt noch beschleunigen?", erlaubte sich MacDonnell zu fragen. "Ich dachte, wir hätten keine Kontrolle mehr."
Spencer wischte ihren Einwand vom Tisch. "Das wissen wir gleich." Probeweise versuchte er, die Geschwindigkeit auf Warp 6.6 zu erhöhen, es ertönten Warnsirenen.
"Die Eingaben werden abgeblockt", urteilte Hellmann. Er versuchte nun seinerseits sein Glück. "Direkte Eingabe funktioniert tadellos", gab er überrascht bekannt, als hätte er selbst nicht damit gerechnet.
"Brücke an Captain Spencer!", ertönte prompt eine besorgte Stimme von Lemois.
"Spencer hier! Was gibt‘s?"
"Ich weiß nicht, ob sie es wissen, Captain, wir haben gerade weiter beschleunigt. Warp 6.6."
"Ich weiß, Commander. Das waren wir. Wir werden beschleunigen, bis das Warpfeld kollabiert. Ich schlage vor, alle halten sich fest. Spencer Ende."
"Sie hatten Recht, Captain", meinte Hellmann. "Die Bremsroutinen sind geschützt bis zum bitteren Ende, die Blockade der Beschleunigungsroutinen lässt sich leicht umgehen. Da hat man nicht viel Arbeit investiert."
"Dann müssen wir nur noch zusehen, dass wir uns nicht selbst in Stücke reißen", meinte DeFalco.
"Zeit bis zum Sol-System nur noch fünfzehn Minuten. Wir müssen uns beeilen!", gab Hwang bekannt. "Wir werden schließlich immer schneller."
"Dann an die Arbeit. Beschleunigen, schnellstens auf Warp 7.5, danach ein Zehnerbruchteil Warp alle zwanzig Sekunden bis auf Widerruf!", rief Spencer.
"Chen, Walker, sie kümmern sich um die linke Warpgondel und ihr Warpfeld, Ngatadatu, Riipiinen, ihr nehmt die rechte. MacDonnell, sie sorgen für sanfte Unausgewogenheit. Wir müssen aus dem Feldkollaps gleiten", verteilte DeFalco seine Aufgaben.

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