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Kennedy


"Debüt mit Schwierigkeiten"

von Andreas Drechsler

Kapitel 11


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"Und wer soll dafür Ihrer Meinung nach verantwortlich sein?", fragte DeFalco höchst provozierend. "Hwang, da in allen Fällen der Antrieb betroffen war? Lt. Terk, da er den letzten Zwischenfall ‚ausgelöst‘ hat? Ein Geheimagent, der sich die Identität eines unschuldigen Fähnrichs erschlichen hat? Vielleicht der große Unbekannte?"
"Wie wäre es mit Ihnen?", schnappte Lemois. "Als Chefingenieur haben Sie jede Möglichkeit!"
DeFalco blickte sie mit einer Mischung von Verwunderung und Belustigung an. "Ich bin doch nicht blöd. Ich mach‘ mir doch nicht mehr Arbeit als ich jetzt schon habe!"
"Das trifft für jeden hier zu! Jeder hat Mehrarbeit und zwar nicht zu wenig!", entgegnete Lemois hart.
"In diese Richtung wollte ich die Diskussion nicht getrieben haben", knurrte Spencer hörbar verärgert.
"Hirvonen! Hirvonen nicht!", rief DeFalco, noch bevor Spencer fortfahren konnte.
"Bitte?", fragte Spencer.
"Hirvonen ist der einzige, der keine Mehrarbeit hatte", erklärte DeFalco seinen plötzlichen Geistesblitz. "Er gehört nicht zur normalen Crew und er kam wegen der Funksignale an Bord."
"Dafür wusste er aber ziemlich wenig über die Signale, falls er sie zu den Verursachern gehören sollte", erwiderte Lemois abwehrend.
"Taktik", entgegnete DeFalco.
"Commander Hirvonen ist Sternenflottenoffizier wie wir alle", fiel Spencer verteidigend ein.
"Vielleicht sollte ich meine Nicht-Diagnose von Paranoia von vorhin noch einmal revidieren", schlug M‘Boya mit schneidender Stimme vor und brachte den Wortwechsel für den Augenblick zum Erliegen.
"Ich glaube auch, wir kommen so nicht weiter", versuchte Hwang weiter beruhigend auf die Streithähne Lemois und DeFalco einzuwirken. "Die einzige Frage, die wir uns in der kurzen Zeit überhaupt stellen können ist die, ob es überhaupt eine Einwirkung von innen gab... wenn ich das mal so sagen darf."
"Sie dürfen, Lieutenant", brummte Spencer. "Und sie haben Recht. Beweise haben wir keine. In letzterem Fall könnte zum Beispiel mein wiederholter Aufruf der hiesigen Sternenkarte Hinweis für den Computer gewesen zu sein, dass wir im Bilde sind. Daher dann die Aktivierung des Aktiv-Programms."
"Nicht von der Hand zu weisen", stimmte Hellmann zu.
"Haben Sie weitere Einwände?", erkundigte sich Spencer bei Karov und Lemois.
Karov schüttelte den Kopf mit zerknirschter Miene. Sie wünschte sich, diese Gedanken überhaupt nie gehabt zu haben, denn diese Selbstzerfleischung hatte sie nicht gewollt.
"Es ist alles gesagt, was man sagen könnte", stellte Lemois widerstrebend, weil innerlich noch immer brodelnd, fest.
"Dann vertrauen wir, dass jeder vertrauenswürdig ist und versuchen, das Schiff rechtzeitig anzuhalten. Gerry, such‘ dir ein Team aus."
"Meine Ingenieure sind schon dran, ich sage mal... Hwang und Hellmann. Und du wärst bestimmt auch gern dabei?"
"So ist es", verkündete Spencer. "Commander Lemois übernimmt auf der Brücke. Wegtreten."
Es war der stillste und nachdenklichste Aufbruch der Acht, den sie in ihren bisherigen Laufbahnen erlebt hatten. Niemand widmete auch nur einen Blick den auf den großflächigen Wandfenstern unruhig vorbeirasenden Leuchtpunkten.

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