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Kennedy


"Debüt mit Schwierigkeiten"

von Andreas Drechsler

Kapitel 11


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"Schlau", urteilte Lemois. "Entweder ist das alles wirklich Zufall..."
"... oder da ist jemand verdammt gut", beendete Hwang den Satz für sie. "Die Na‘bue ist auf ihrer Patrouille zu weit entfernt, als dass sie rechtzeitig im Raynet-System hätte sein können, um den Angriff zu begegnen", ergänzte sie.
Spencer nickte heftig.
"Das heißt, das alles war nur ein Ablenkungsmanöver?", staunte Karov. "Was wird denn im Raynet-System geforscht? Das muss ja sehr wertvoll sein."
Lemois überprüfte die Schiffsdatenbank. "Computersysteme. Im Moment Grundlagenforschung an... bio-neuralen Schaltkreisen." Ihre Stimme vermittelte ihre geringe Meinung von dieser Technologie und dass sie sich nicht vorstellen konnte, warum irgendjemand aus diesem Grunde einen solch ungeheuren Aufwand treiben sollte.
"Und was hilft uns das jetzt?", fragte sie den inzwischen sitzenden Spencer.
"Nja", brummte dieser enttäuscht. "Wir sind wieder keinen wirklichen Schritt weiter."
"Zumindest sind wir jetzt mehr als eine unwissende Marionette in einem großen Spiel", stellte Hwang fest. "Wir sollten Utopia Planitia und die Captains der Black Sun und der Europa informieren. Sie müssen Bescheid wissen und vielleicht haben sie auch einige Anhaltspunkte für uns."
"Genau das machen wir", beschloss Spencer und verließ den Raum, ein untrügliches Zeichen, dass die Konferenz für den Moment beendet war.
"Ah, Captain", empfing ihn ein besorgt dreinschauender Torrente. "Ich wollte sie gerade rufen. Wir scheinen einen seltsamen Funkimpuls zu empfangen. Die Analyseroutinen des Computers werden nicht schlau draus."
"Mr. Terk?", fragte Spencer, der auf halber Strecke zum Kommandosessel innegehalten hatte. Terk löste Torrente an der Einsatzleitung ab und begann seinerseits eine Analyse. Nach wenigen Sekunden begannen Alarmsirenen zu schrillen.
"Wir beschleunigen auf Warp 6.5 und ich kann nicht verlangsamen oder stoppen!", rief Hwang aus.
"Kommunikation ist ebenfalls gestört, in beiden Richtungen", gab Terk bekannt. "Sensorenwerte werden unscharf."
"Hört das denn nie auf?", brummte Spencer ärgerlich während er seinen Weg zu seinem Sessel wiederaufnahm. "Spencer an Hellmann! Was ist los?"
"Ich fürchte, wieder ein Aktiv-Programm, Captain. So wie es aussieht, steckte es in den Analysesubroutinen des Kommunikationssystems und hat einen Kaskadeneffekt auf Navigation, Antrieb und Sensoren ausgelöst. Als wären unsere Sicherheitssperren nicht vorhanden", brummte Hellmann mürrisch. "Ich komme nach oben und schaue mir die Konsole vor Ort an."
"In Ordnung, Mr. Hellmann. Spencer Ende."
"Captain...", begann Lemois verschwörerisch. "Wenn man sich das alles so betrachtet... dann war das ein Angriff! Kein Angriff im üblichen Sinne, aber es war auf jeden Fall... definitiv... ein Angriff. Ein Cyber-Angriff!"
"Ich dachte, die Zeit der häufigen Attacken auf Sternenflottencomputersysteme wäre vorbei. Aber offensichtlich sind die neuen Sicherheitskomponenten keinen Deut besser als die alten", brummte Spencer
"Software wird nie perfekt sein, Captain."
Als Antwort erhielt sie ein undefinierbares Brummen.
"Ausgehend von den letzten Scans...", begann sie erneut, dieses Mal vernehmlicher, "gibt es Hindernisse auf unserem Weg? Und wann treffen wir im Sol-System ein?"
"Keine Hindernisse verzeichnet, neue Ankunftszeit ungefähr in einer Stunde", meldete Hwang betont kurz angebunden. "Genaue Daten gibt es nicht mehr."

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