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Kennedy


"Debüt mit Schwierigkeiten"

von Andreas Drechsler

Kapitel 10


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DeFalco zeigte einen sehr irritierten Gesichtsausdruck und wandte sich einer zaghaft hinweisenden Geste Karovs folgend, zum Eingang um.
"Oh, Commander", begrüßte er Lemois mit seinem charmantesten Lächeln.
"Lieutenant!" Lemois‘ direktes, forsches Auftreten bot einen scharfen Kontrast zu DeFalcos gelassenem Tonfall. "Falls Sie Ihre Darbietung da komisch fanden... ich fand es nicht. Was haben Sie dazu zu sagen?"
"Sie haben also von draußen mitgehört, Commander", stellte DeFalco in ungetrübter Freundlichkeit fest. "Dürfen Sie das überhaupt?"
"Ich darf", stellte Lemois unbeeindruckt fest. "Es sollte Ihnen wohl klar sein, dass ich dem Captain das melden muss."
DeFalco gab sich siegessicher. "Auch wenn Sie es ihm erzählen sollten, es würde ihn glaube ich nicht allzu sehr stören."
"Wie Sie meinen, Lieutenant", erwiderte Lemois, ihre Tonlage war, wenn auch kaum merklich, kleinlauter geraten. "Lassen Sie sich jedenfalls nicht noch ein zweites Mal erwischen", schloss sie andeutungsvoll. Ohne eine Entgegnung seinerseits abzuwarten machte sie auf dem Absatz kehrt und entschwand durch die Tür.
Erst als sie sich sicher war, dass ihr Gesicht vor den Dreien vollständig verborgen war, erlaubte sie sich, ihre Belustigung über DeFalcos Spencer-Imitation zu zeigen, wenngleich sie ihrer Meinung nach nur mäßig gelungen war.
DeFalco blieb mit eher unschlüssiger Miene mitten in der Offiziersmesse stehen während Hwang und Karov miteinander um die Wette schmunzelten.
"Das war, glaube ich, nicht so gut", meinte Hwang mitfühlend, nachdem DeFalco sich wieder auf seinen Platz neben Karov gesetzt hatte.
DeFalco vollführte eine wegwerfende Handbewegung "Ach was. Sie hat halt was gegen mich, das ist alles."
Ihrem diplomatischen Geschick vertrauend zog Hwang es vor, eine Erwiderung zurückzuhalten.
"Ich hätte da mal eine andere Frage...", begann Karov.
"Ja?", fragte DeFalco breit lächelnd und mit aller Freundlichkeit zurück.
"Das mit den ganzen Konferenzen... ist das hier immer so, dass stundenlang alles debattiert wird?", fragte sie.
"Unser Captain will halt umfassend informiert sein", antwortete DeFalco. Er schaltete für einen Satz seine Imitationsstimme wieder ein. "Alle suchen gemeinsam nach Lösungen, alle Vorschläge und Fragen sind erlaubt." Er grinste sie breit an.
"Manchmal eher nervtötend, aber oft haben wir hinterher auch Lösungen, von denen wir vorher nicht zu träumen gewagt haben", fügte Hwang hinzu. "Im Moment ist er jedoch nicht so in Hochform, wie es scheint."
"Na ja. Mal was Neues", murmelte Karov in leichter Schläfrigkeit versunken.
"Bist du müde?", erkundigte sich DeFalco fürsorglichst bei ihr.
Sie nickte heftig, aber unverfänglich.
"Bis dann, Kim", verabschiedete er sich freudig und führte dann Karov galant aus dem Raum.
Nachdem Hwangs Belustigung über das gerade dargebotene Schauspiel verflogen war und ihr klar wurde, dass sie nun ganz allein in der Messe saß, wanderte ihr Blick an den kahlen grauen Wänden des Raumes entlang und überlegte, was man gegen deren Eintönigkeit und Schlichtheit unternehmen könnte.

"Bilinski an Commander Karaplidis!"
Karaplidis fuhr aus ihrem Bett hoch, ihr Unterbewusstsein war scheinbar auf einen solchen Ruf vorbereitet gewesen und hatte ihn elegant in ihren letzten Traum eingewoben. Sie besann sich. "Karaplidis hier."
"Commander, die Melvin und die Lone Pine melden sich. Sie haben beide nichts gefunden und befinden sich auf dem Rückweg."
‚Das waren doch die beiden Schiffe aus dem Sol-System, die Berichten über plötzliche Strahlungsausbrüche an Pulsaren nachgingen und wegen denen die Kennedy diesen Hirvonen übernehmen musste‘, erinnerte sich Karaplidis. "Das ist sehr merkwürdig. War es das?"

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