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Kennedy


"Debüt mit Schwierigkeiten"

von Andreas Drechsler

Kapitel 10


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"Du hattest mir vorhin nicht gesagt, dass die Diversitätskontrolle auch wieder funktioniert." Hwang klang vorwurfsvoll, wenn auch nur ein bisschen. Sie, Hellmann und Karov verließen gemeinsam den Turbolift auf Deck 2.
"Ich war nicht dazu gekommen", entschuldigte sich Hellmann. "Auf jeden Fall haben wir‘s überstanden."
"Gott sei Dank. Kommst du mit, in die Messe?"
Er schüttelte den Kopf. "Ich bin seit circa neunzehn Stunden auf den Beinen. Ich muss mich erholen."
"Schade. Nur, wenn ich jetzt nichts esse, kann ich auch nicht schlafen", meinte Hwang.
"Bei mir ist es genau andersherum. Ich wünsche jedenfalls guten Appetit und eine gute Nacht."
"Und ich nur eine gute Nacht." Sie kicherte.
"Bis..." - Hellmann unterdrückte ein Gähnen - "... bis später." Er verschwand in seiner Kabine.
Einen fröhlichen (Hwang) beziehungsweise zaghaft-amüsierten (Karov) Blick tauschend schlenderten die beiden weiter zur Offiziersmesse und trafen dort auf DeFalco, der an den Türkontrollen arbeitete.
"Hey, Gerry, was machst du denn da?", fragte Hwang. "Hast du nicht Spencer versprochen, dass alle Türkontrollen wieder funktionieren?"
DeFalco blickte auf. "Die waren alle repariert, Kim. Ehrlich!" Er hieb mit der Faust auf den Mechanismus und plötzlich öffneten sich die Türen.
"Gut, dass wir die ersten waren", stichelte sie. "Sonst hättest du Spencer das erklären müssen."
"Spencer ist nicht das Problem", brummte DeFalco. "Lemois ist es."
Hwang schüttelte den Kopf während sie DeFalco in die Offiziersmesse folgte, sagte jedoch nichts. Wie auch DeFalco musste sie sich von ihrer ersten Verblüffung erst mal erholen und blieb abrupt hinter ihm stehen.
"Sag‘ mal. Ist das die Offiziersmesse oder die Arrestzelle?", fragte DeFalco.
"Das ist die Offiziersmesse. Die Arrestzelle ist größer", antwortete Hwang. Sie tauschten eine verkniffene Miene. Karov hielt sich verhalten im Hintergrund, ihre Miene signalisierte jedoch eifrige Zustimmung. Schließlich hatte sie die Arrestzellen bereits inspiziert...
Ihre Überraschung war nicht ohne Grund, denn es befanden sich nur ein großer und zwei kleine mit Stühlen umrahmte Tische in dem ziemlich eng wirkenden und kahlwandigen Raum.
"Ich glaube, wir müssen hier so einiges umbauen. Sonst esse ich demnächst auf der Brücke", brummte Hwang und steuerte dann auf den Replikator zu, um sich ein rasches Nachtmahl zu bestellen, DeFalco und Karov taten es ihr gleich.

Spencer war froh, endlich die notwendigste Routinearbeiten hinter sich gebracht zu haben und sehnte sich nach Ruhe und erholsamem Schlaf. Mit einem Tastendruck rief er noch die sternenflotteninternen Vorkommnisberichte über diesen Bereich des Weltraums ab, es war jedoch nichts Nennenswertes verzeichnet.
Gerade als er aufstehen wollte und sich mit seinen Gedanken schon weit, weit entfernt befand, schob sich eine Meldung von der Black Sun, einen nicht weiter spezifizierten Notruf aus dem Petran-System betreffend, neu ins Bild. Einen Atemzug später schaltete er das Computerterminal ab und wankte hinaus.

DeFalco stellte sich in Positur. "Achtung. Hier spricht der Captain", wiederholte er die Worte, die Spencer einige Zeit vor dem Auslaufen schiffsweit durchs Komm-System gesprochen hatte. Es gelang ihm leidlich, den charakteristischen, knarrenden Tonfall seines Kommandanten nachzuahmen. "Wir werden das Dock in etwa fünfzehn Minuten verlassen. Klarschiffmeldungen bitte, wenn bereit, etwaige Probleme sofort. Und wenn sie noch etwas von der Werft brauchen sollten, beeilen sie sich. Ende."
Nachdem DeFalco geendet hatte, lachten Hwang und Karov lauthals los, verstummten aber abrupt, als sich die Türe zur Offiziersmesse öffnete und Lemois hereintrat.

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