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Kennedy


"Debüt mit Schwierigkeiten"

von Andreas Drechsler

Kapitel 1


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"Ich weiß nicht, was ich davon halten soll", meinte Spencer. Sowohl gegen Commander Bengasi als auch gegen Lieutenant Bengtsson wurde eine Degradierung zum Lieutenant junior grade verhängt, Bengasi wurde zudem mit sofortiger Wirkung in eine Stelle der Verwaltung versetzt. "Leicht werden beide es nicht haben in ihrem zukünftigen Leben."
Karov vollführte eine zustimmende Kopfbewegung. "Da ist noch eine Sache, die ich Sie die ganze Zeit schon fragen wollte. Ihre Aussage gegen die beiden war ziemlich defensiv formuliert. Warum?"
Spencer atmete tief und hörbar durch und legte sich die Antwort zurecht, doch eine zweite Lautsprecherdurchsage ersparte sie ihm. "Alle Passagiere mit dem Reiseziel Mars werden gebeten, den Durchgang zu den Mars-Spaceports auf Deck 7 aufzusuchen. Sternenflottenpersonal wird angewiesen, sich zum Transfer nach Utopia Planitia im Transporterraum auf Deck 5 einzufinden."
"Ich schlage vor, wir machen uns auf. Die Zukunft wartet", meinte Spencer halblaut. Karov nickte stumm und folgte ihm zum Transporterraum. Da war etwas in Spencers Art, dass sie innerlich sehr bewegte und von einer Wiederholung ihrer Frage abhielt. Zeitgleich mit ihnen traf dort ein junger, Spencer unbekannter Fähnrich ein.
"Commander Robert Spencer, Lieutenant Nataljia Karov, Fähnrich Dean Kreis?", fragte der Transporteroffizier, nachdem ihn ein Signal auf seiner Konsole aus seiner Erstarrung geweckt hatte. Die Drei nickten. "Bereit zum Beamen", informierte er sie.
Spencer ergriff sein abgestelltes Gepäck und stellte sich auf die Transporterplattform. "Kommen Sie!", forderte er die beiden auf, die ihm den rangmäßigen Vortritt gelassen hatten. Sie folgten seiner Aufforderung.
"Energie!"
Sie materialisierten im Haupttransporterraum der Werft. Spencer stieg von der Plattform herunter, Karov folgte ihm. Der unbekannte Fähnrich entschwand rasch durch die Tür.
Am Ausgang wartete eine blonde Frau mit den Abzeichen eines Lieutenant Commanders. Sie war etwas kleiner als Spencer, strahlte aber ein gewisses, nicht näher zu bestimmendes Maß an innerer Unruhe aus. Doch da war auch etwas an ihr, das ihn in seiner inneren Sicherheit bestärkte.
"Captain Spencer, nehme ich an?" fragte sie ihn.
"Ja. Und Sie sind... ?", fragte Spencer, obwohl er genau wusste, wer die Person war, die vor ihm stand.
"Lieutenant Commander Veronique Lemois. Ihr neuer Erster Offizier, Sir." Sie blickte ihn vergnügt an.
"Sie haben hier gewartet?" fragte er kurz angebunden.
Sie nickte, nun weniger vergnügt als zuvor. "Ja, Sir. Wenn Sie mir bitte folgen wollen. Die Kennedy ist bereit an Dockschleuse 2, Captain."
"Ich kenne den Weg, Commander", stellte Spencer fest und marschierte ungerührt voraus, Lemois folgte ihm kopfschüttelnd und Karov bildete stillvergnügt den Schluss.
"Sagen Sie, Commander, wie sieht's mit der Mannschaft aus?" fragte Spencer unterwegs, indem er sich im Laufen umwandte.
"Ein Teil ist bereits hier seit einigen Stunden bei der Arbeit. Die übrigen treffen heute und morgen ein", erwiderte sie. Spencer genügte die Antwort, er sagte nichts weiter.
Nach kurzer Zeit erreichten Sie die Dockschleuse, an der bereits die anderen Führungsoffiziere warteten, die sich zu seiner Begrüßung in einer Reihe aufgestellt hatten. Lemois und Karov gesellten sich schnell zu ihnen. Spencer verzog das Gesicht in Erwartung des üblichen Rituals der offiziellen Kommandoübernahme. Ein unbekannter Fähnrich am Rande der Szenerie traf letzte Vorbereitungen, den Bootsmannspfiff ertönen zu lassen; durch einen unmissverständlichen Wink konnte Spencer dieses unverständlicherweise immer noch nicht aus der Mode geratene Ritual jedoch in letzter Sekunde verhindern.

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