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Star Trek


"Repulse: Genesis"

von Alban Werner

Teil 7: Ceterum censeo Daimonion esse delendam


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"Sie haben eine Schwester?", fragte Gotha, da er zum ersten Mal davon hörte.
"Ja, sie heißt Mary-Anne und ist auf der Erde stationiert. Der komplette MacLang-Nachwuchs hat sich immer schnell der Starfleet verpflichtet, wissen sie. Mein Bruder Wallace ist in seinem vorletzten Jahr auf der Akademie."
"Erstaunlich, Commander. Wie ich sehe", sprach er und deutete auf die Ingenieure im Maschinenraum, "haben sie einige Arbeitsweisen ihres Vaters übernommen."
"Das stimmt", gab sie sofort zurück, "mein Vater war immer der Auffassung gewesen, dass eine freundschaftliche Arbeitsatmosphäre die Talente aller Mannschaftsmitglieder beflügeln könnte. Zu seinen Geburtstagen, und wenn die Feralis sich im Sektor 001 aufhielt, lud er praktisch seinen ganzen Stab zu uns nach Hause ein - es wurde ein bißchen eng in unserer Hütte, aber es lohnte sich. Für mich waren die Leute von der Technik quasi Onkel und Tanten."
"Dann haben ihre Eltern noch immer das Haus in den Highlands?", fragte Gotha.
"Oh, ja. Mein Vater weigert sich, in den Ruhestand zu treten. Er arbeitet für die technische Abteilung des Starfleet-Hauptquartiers auf dem Mars. Jeden Abend fliegt er mit seinem Shuttle nach Hause und besucht von Zeit zu Zeit meinen Bruder. Aber... ich glaube, meine Eltern sind zur Zeit auf Risa, wo sie sich ursprünglich kennenlernten."
Sie reichte dem General das Padd herüber, auf dem die Modifikationen für die Phaser und die Disruptoren standen, und fügte selbst noch einige Spezifikationen hinzu.
"Es ist möglich, dass sich bei der Zielerfassung der Disruptoren kleinere Ungenauigkeiten ergeben. Ich kenne mich mit klingonischer Technologie noch nicht so gut aus, aber das werde ich jetzt nachholen. Die Phaser dürften ihnen keinerlei Schwierigkeiten machen."
Gotha versicherte, er sei mit den Modifikationen zufrieden und trug der Ingenieurin die Umsetzung auf. "Je schneller, desto besser", fügte er hinzu. Beim Hinausgehen meinte Gotha noch, dass sie sich in klingonischer Technologie Nachhilfe von ihrem Vater geben lassen könnte. "Wenn es je einen Klingonen unter Menschen gab, dann ihn."

"Kam es eigentlich zu einem Prozeß für den General, als die Daimonion verloren ging?", fragte Lieutenant Ro auf der Brücke der Repulse. Ylva wandte sich von der Kontrollstation für den Antrieb ab und ging auf die Bajoranerin zu. Sie hatte soeben einen letzten Routinescan der Tarnvorrichtung beendet und konnte bestätigen, dass alle Emissionen im Toleranzbereich lagen oder, wie sie es gerne ausdrückte, kein Hellseher würde die Repulse aufspüren können.
"Ich bin nur neugierig", versicherte sie.
"Schon in Ordnung", meinte Ylva, "wir vom Geheimdienst können Fragen nicht nur erfinden, sondern auch beantworten. Ja, es kam natürlich zu einer Anhörung. Rein formell. Einen Prozeß kann man so etwas eigentlich nie nennen. Nur die Fakten der Berichte wurden einer Überprüfung unterzogen."
"Verstehe. Mir erzählte im Gefängnis jemand, es hätte schon ungerechtfertigte Verfahren in der Geschichte der Starfleet gegeben, nach denen unter anderen Kapitäne ihres Dienstes enthoben wurden", sagte Ro.
"Ach so", gab Ylva zurück, "nein, bei extremen Fällen kann es schon dazu kommen, dass ein Captain zurückgestuft oder strafversetzt wird, aber das ist nur äußerst selten vorgekommen. Manchmal kann es, wenn sich der betroffene Kommandant im Nachhinein gut bewährt, sogar zu einem Vorteil werden."
"Tatsächlich?"
"Ich nehme es ihnen bei ihrer Vergangenheit nicht übel, wenn sie skeptisch sind, Lieutenant. In der Tat kam so etwas schon einmal vor. Ein Freund eines Onkels mir, war in den vierziger Jahren Captain eines Forschungsschiffes... Cousteau, richtig. Soweit ich mich erinnere, beäugte man ihn nach dem Verlust seines Schiffes etwas merkwürdig, doch dann rettete er jemanden aus einem Wrack und bekam das Kommando über ein damals hochmodernes Schiff."
"Interessant", fand Ro.

"Danke, Botschafterin." Garak setzte sein gewöhnliches Lächeln auf, das zweideutiger nicht hätte sein können.

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