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"Repulse: Genesis"

von Alban Werner

Teil 7: Ceterum censeo Daimonion esse delendam


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T Minus 23 Stunden

Computerlogbuch der USS Repulse, General Gotha. Eintrag verschlüsseln.
Wir haben die Spur der USS Daimonion wieder aufnehmen können, nachdem sie über sechs Stunden nicht lokalisierbar war. Da ich eine weitere Falle der Jem‘Hadar für möglich halte, habe ich einen Generalcheck der Waffensysteme angeordnet. Chefingenieurin MacLang hat anscheinend einen Weg gefunden, die Phaser und Disruptoren zu verstärken. Meine taktische Beraterin Subcommander She‘Lak ist seit vier Stunden wieder bei vollem Bewußtsein. Sie hat einige schwere innere Blutungen durch den Angriff des Jem‘Hadar erlitten, doch Dr. Lense konnte sie stabilisieren. Sie rechnet mit ihrer vollständigen Genesung innerhalb der nächsten zwei bis drei Wochen. Dem letzten Scan von Mr. Ontiveros zufolge führt die Ionenspur der Daimonion ins Kaus-System, das an die Territorien von Tzenkethi, Miradorn und Breen grenzt. Die Repulse fliegt in getarntem Zustand und wird in zwei Stunden in das System eintreten. Ich nutze die verbleibende Zeit, um mit Ingenieurin Maclang über das Upgrade der Waffen zu reden und habe für diese Zeit das Kommando auf der Brücke an Mr Ylva übertragen. Auf Bitten von Dr. Lense füge ich dem Logbuch hinzu, dass meine Rückkehr zum Kommando innerhalb eines Tages unter ihrem Protest stattfindet.

Willkürlich fühlte sich Gotha an seine Zeit als Kommandeur auf der USS Feralis erinnert. Die Ingenieure waren alle auf zweier- und Dreierteams abgestimmt worden und beschäftigten sich mit einem speziellen Bereich der Systeme. Die Atmosphäre erschien ihm schon im ersten Moment trotz der kritischen Lage freundschaftlich, die Ingenieure redeten einander beinahe alle mit Vornamen an, Dienstgrade schienen mehr zur Staffage verkommen zu sein. Maureen Sarah MacLang, eine höchst attraktive, rothaarige Spätzwanzigerin kam auf Gotha zu, nachdem sie einem Lieutenant ihres Stabs ein Padd überreicht hatte. Sie schüttelte auf dem Weg zu ihm wie beiläufig eine Staubschicht von ihrer Uniform. Gotha bemerkte, dass sie ihr grau-schwarzes Uniformjackett auf einem Sessel in ihrem Büro zurückgelassen hatte, und statt dessen alle Arbeiten – wie schmutzig sie anscheinend auch sein mochten - in ihrem gelben Hemd erledigte, dessen Kragen sie geöffnet hatte.
"Entschuldigen sie mein Äußeres, General", begann sie die Begrüßung, "ich bin sehr froh, sie endlich einmal persönlich zu treffen. Mein Vater hat mir schon so viel von ihnen erzählt, dass ich beinahe das Gefühl habe, sie seit langem zu kennen."
Gotha lächelte ihr entgegen und reichte ihr die Hand, wie es bei den Menschen, so hatte er es in den letzten Jahrhunderten gelernt, zur Begrüßung üblich war. Tatsächlich fiel ihm eine Ähnlichkeit zwischen ihr und dem Mann auf, dessen bester Freund er vor dreißig Jahren gewesen war: Ihre Ausstrahlung, die Autorität mit Sympathie auf seltsam vertraute Weise mischte, rief wiederum Erinnerungen an die Feralis wach.
"Michael... ihr Vater und ich waren während unserer Zeit auf der Feralis zusammengewachsen wie kaum ein anderer Captain und sein Chefingenieur", erwiderte Gotha nostalgisch. Obwohl... vielleicht gab es da noch einen schottischen Ingenieur, den ich vor langer Zeit sehr gut kannte, dachte Gotha flüchtig.
"Mein Vater hat mir unter anderem erzählt, dass sie ihm während der Zeit der cardassianischen Grenzkonflikte das Leben gerettet haben", meinte sie, während beide an den arbeitenden Technikern in Richtung ihres Büros gingen. Gotha schmunzelte leicht und ließ es sich nicht nehmen, ihr zu widersprechen.
"Ihr Vater hat mir häufiger das Leben gerettet als ich ihm. Es wundert mich aber nicht, dass er ihnen das nicht erzählt hat - Lob schien er immer zu ignorieren", entgegnete er.
Sie griff sofort auf, was sie gerade gehört hatte: "Oh, das war immer nur Fassade. Er bewahrt alle Uniformpins, die sie ihm angeknüpft haben eingerahmt über unserem Kamin auf. Als ich ein Kind war und er von seinen Missionen zurückkam, hat er meiner Schwester und mir immer in höchsten Tönen von ihnen erzählt."

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