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Fan Fiction


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:: Vorwort
:: Aus der Asche
:: Schreie in der Nacht
:: Vor den Augen der Welt
:: Wie ein leiser Hauch der Ewigkeit
:: Wenn Reiche fallen


die inoffizielle 8. Staffel


"Aus der Asche"

von Martina Strobelt, Gabi Stiene

Wenn Reiche fallen


 « :: Kommentare :: » 

"Kur’Tok ist im Unrecht."
"Aus der Sicht der Föderation."
"Heißt das, du teilst seine Meinung?"
"Das Reich hat im Krieg schwere Verluste erlitten. Unsere Flotte wurde dezimiert, und viele tapfere Krieger haben den Tod gefunden. Mehr als ein stolzes Haus wird aussterben, weil sämtliche Söhne gefallen sind. In früheren Zeiten wäre ihnen und uns zu Ehren das Blut der Feinde in Strömen geflossen. Wir waren die Sieger, Worf! Unsere Klinge lag an der Kehle des Feindes, doch haben wir sie durchgeschnitten? Nein, wir haben ihm sein Leben gelassen. Wir haben uns den Forderungen der Föderation gebeugt und dem Feind gestattet, sich in sein Territorium zurückzuziehen. Wir haben uns einverstanden erklärt, die Grenzen des Dominions zu respektieren, anstatt uns zu nehmen, was dem Sieger gebührt."
"Und mit der Föderation zu brechen? Deine Entscheidung diente den Interessen des Reiches, sie war weise und in jeder Hinsicht ehrenvoll."
"Der Föderation mag es zur Ehre gereichen, Schwäche zu zeigen. Wir sind Klingonen."
"Die Interessen des Reiches ..."
"Zu beurteilen obliegt nicht der Föderation. Das darfst du niemals vergessen, Worf, denn es hieße, das Erbe deiner Väter zu verleugnen."

*    *    *

In Gedanken versunken trat der Mann in der knöchellangen, weißen Robe durch das Portal hinaus auf die belebte Hauptstraße. Als er das Gebäude betreten hatte, waren die zwei Sonnen seiner Welt gerade dabei gewesen, über den zerklüfteten Hängen der Jenar-Hügelkette aufzugehen. Inzwischen waren ihre zarten Strahlen längst den Schatten der Nacht gewichen. Den Mann kümmerte es nicht, er würde noch viele Tage sehen, bevor ihn die ewige Dunkelheit umfing. Noch vor wenigen Monaten war die hohe Lebenserwartung seines Volkes keine Garantie dafür gewesen, ein gesegnetes Alter zu erreichen. Doch der Krieg war vorbei und damit die Gefahr eines vorzeitigen Todes durch eine Waffe des Dominions gebannt.
Zumindest für den Moment.
Kaum, daß sie ihres Herrn angesichtig wurden, sprangen einige Diener auf, die vor dem Haus auf seine Rückkehr gewartet hatten. Der innere Bezirk der Hauptstadt war so alt wie das Imperium, und die Gassen waren zu eng, um einem Gleiter Platz zu bieten. Eines der zahlreichen Privilegien der Senatsmitglieder war es, Anspruch auf eine traditionelle Sänfte zu haben, in der sie aus dem inneren Bezirk zu dem Platz getragen wurden, an dem ihr Privatgleiter stand.
Für gewöhnlich machte Tomalek von diesem Vorrecht Gebrauch, das es ihm ermöglichte, der stickigen Luft in den schmalen, verwinkelten Straßen zu entfliehen. Heute jedoch scheuchte er die Diener, die ihn zu einer Sänfte geleiten wollten, mit einer Handbewegung fort. Er wollte, er mußte allein sein, um über die hitzige Debatte nachzudenken, unter der die ehrwürdige Halle des Senats förmlich erbebt war, und er verspürte das Bedürfnis, ein wenig zu Fuß zu gehen. Mochte es auch heiß und stickig sein, so wußte er aus Erfahrung, daß ein Spaziergang ihm dabei helfen würde, seine Gedanken zu sammeln und den Kopf, der von all den Argumenten und Gegenargumenten schwirrte, die im Lauf der Sitzung wie Geschosse durch den Saal geflogen waren, wieder klar zu bekommen.
"Senator?"
Tomalek blieb stehen.
Die Frau, die ihn angesprochen hatte, trug ein schäbiges, graues Gewand, dessen Kapuze ihr Haar und einen Teil ihres Gesichtes bedeckte. Auf den ersten Blick wirkte sie wie einer der Bettler, von denen es, allen energischen Dementi der Regierung zuwider, viel zu viele in den Straßen der Hauptstadt gab. Doch Tomalek hatte nicht umsonst eine steile Karriere beim Militär und einen nicht minder rasanten Aufstieg in der Politik hinter sich. Um das zu schaffen, was er erreicht hatte, bedurfte es eines sicheren Gespürs für Gefahr, und sämtliche seiner Instinkte warnten ihn, daß diese Unbekannte nicht das war, was sie zu sein schien.

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