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Etwas hinter ihm begann plötzlich, die Sonne zu verdunkeln.
Er wollte sich umdrehen, um den Grund der Verfinsterung ausmachen zu können, doch die Wasserwand nahm seine Aufmerksamkeit vollends gefangen. Darauf wurde mit zunehmender Dunkelheit das Abbild des Obelisken durch ein Paar riesiger glühender Augen ersetzt.
Mit einem stummen Aufschrei wich er zurück.
Eine Hand berührte seine Schulter.
Er drehte schließlich doch den Kopf und blickte in das Antlitz Bareils, der unverwandt auf das Spiegelbild blickte.
"Wir müssen es aufhalten."
Als er zum Wasserturm zurückblickte, lagen nur noch die Ruinen der einst blühenden Stadt vor ihm. Im Sand spielte ein Kind.
"Wir müssen es schützen."
"Was müssen wir schützen?" Vedek Gawen betrat den Raum, als Sarius den Schrein schloß. "Sie haben so laut gesprochen, daß man es auf dem Korridor gehört hat", fügte er hinzu.
"Ich weiß es nicht", gestand Sarius. "Immer wieder zeigen die Propheten mir Bilder von B’hala, doch ich verstehe die Implikationen nicht.
"Wir sollen B’hala schützen?" Gawen runzelte die Stirn. "Seit dem Einsturz der Fundstätte wird die Stadt langsam wieder ausgegraben."
"Nein, nicht B’hala ...", Sarius schüttelte immer noch in Gedanken den Kopf. "Ich weiß nicht genau, was wir schützen sollen." Er atmete tief durch. "Aber ich möchte Sie nicht aufhalten. Sie sind sicherlich hier her gekommen, um selbst den Rat der Propheten einzuholen."
Der Vedek ging auf den Korridor hinaus.
Gawen folgte ihm. "Nein, ich kam nur wegen Ihres Ausrufs." Er wollte dem anderen nicht erklären, daß er momentan die unmittelbare Nähe der Propheten mied. Er hatte in den Unterlagen Kai Winns deren persönliche Aufzeichnungen ihrer letzten Tage gefunden. Und das, was er darin gelesen hatte, zog ihn gleichermaßen an wie es ihn abschreckte.
Er hatte keine Ahnung davon gehabt, in welche religiösen Abgründe seine Mentorin geschaut hatte – und welche schaudernd machende Faszination darin lag ...
Erika Benteen rückte beim Vorbeigehen an einem Spiegel rasch das Uniformoberteil zurecht, so daß die goldenen Borden in linealgeraden Streifen von oben nach unten verliefen. Die Sternenflotte änderte in letzter Zeit dermaßen häufig Alltags- und Galauniformen, daß man sich nicht schnell genug umgewöhnen konnte. Die neuen, weißen Galauniformen besaßen ein denkbar ungeschicktes Design. Wer auch immer verantwortlich für die Kleidungsvorschrift des Militärs war, hatte sie nie im Ernstfall getestet. Auf dem strahlenden Weiß der Uniformoberteile war jeder kleinste Fleck zu sehen. Da offizielle Anlässe zum größten Teil mit einem informellen Stehimbiß und jeder Menge Gelegenheit, im Vorübergehen angerempelt zu werden, zu tun hatten, war weiß so ziemlich das Unpraktischste, was man hätte wählen können. Als Benteen versuchte, durch einen weiteren Ruck am Stoff, den schwachen hellrosa Fleck in einen günstigen Schatten zu manövrieren, sehnte sie sich die vorherigen dunkleren Modelle zurück. Wenigstens war ihre alte Kommando-Gala-Uniform in einer Rotwein-freundlichen Farbe gehalten gewesen.
Die Etikette erforderte, daß sie jeden neu eintreffenden Botschafter in Gala begrüßte und zu einem Weinempfang mit kleinem Imbiß im Quark’s geleitete, bevor sie die Quartiere zuwies – welche mit einer fünfzig prozentigen Chance zu klein, zu dunkel, zu laut, zu entfernt gelegen, oder irgend etwas anderes zu waren. Keine andere Spezies schien so mäkelig veranlagt zu sein wie diejenige der Botschafter. In diesem Fall hätte Benteen nichts dagegen gehabt, wenn es sich um eine aussterbende Art handeln würde ...
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