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:: Vorwort
:: Aus der Asche
:: Schreie in der Nacht
:: Vor den Augen der Welt
:: Wie ein leiser Hauch der Ewigkeit
:: Wenn Reiche fallen


die inoffizielle 8. Staffel


"Aus der Asche"

von Martina Strobelt, Gabi Stiene

Wie ein leiser Hauch der Ewigkeit


 « :: Kommentare :: » 

"Und stirbt er einst, zerteil in tausend Sterne ihn.
Er wird des Himmels Antlitz so verschönern,
daß alle Welt sich in die Nacht verliebt
und niemand mehr der eitlen Sonne huldigt."

(Shakespeare)


Commander Benteen deaktivierte den Subraumkanal, als die Ankunft des Turbolifts den Blick auf ihre Vorgesetzte frei gab. Die Terranerin legte den heutigen Andockplan auf ihr Terminal, und bevor Kira auch nur die halbe Strecke zu ihrem Büro zurückgelegt hatte, sah es so aus, als habe Benteen nie an etwas anderem gearbeitet. Mit halber Aufmerksamkeit sah die Frau, daß heute Vormittag die Ankunft der vulkanischen und deltanischen Abgeordneten bevorstand, womit neue Arbeit auf sie zu kam. Der andere Teil ihrer Aufmerksamkeit nahm jedoch die Laune der Colonel auf – und bemühte sich, neutral zu bleiben.
Benteen hatte mitbekommen, daß Kira gestern Nacht noch sehr spät von Bajor zurückgekehrt war. Der ursprüngliche Plan hatte eigentlich vorgesehen, daß die Bajoranerin die Nacht auf ihrem Heimatplaneten verbringen würde, um die Hochzeitsfeier des Premierministers nicht vorzeitig verlassen zu müssen. Irgend etwas mußte vorgefallen sein, das Kiras Vorhaben entgegen gelaufen war. Dem Gesicht der Bajoranerin nach zu urteilen fiel dieses Ereignis nicht unter die Kategorie erfreulich.
"Guten Morgen, Colonel", begrüßte Benteen sie betont freundlich. "Wie war die Hochzeitsfeier?"
Kira hielt im Schritt inne. Während sie sich am Geländer umwandte, welches die mittlere Galerie der Ops umspannte, brachte sie ihre Gesichtszüge in die richtige Ordnung. Sie hatte die Nacht schlecht geschlafen – davon abgesehen, daß sie dank ihres vorgezogenen Aufbruchs nur vier Stunden im Bett verbracht hatte. Wie ein Alptraum, der sich auch nach dem Erwachen nicht gänzlich abschütteln ließ, hatten sich die Augen Bareils in ihr Bewußtsein gebrannt. Wie konnte ein Mann, der sie verraten und benutzt hatte, der als Handlanger einer anderen gearbeitet hatte, nur diese Augen besitzen? Wenn sie ihn nicht in der Sekunde hätte stehen lassen, wäre ihre Hand sicherlich in seinem Gesicht gelandet. Sie war wütend gewesen, hatte dem lange angestauten Gefühl der Demütigung ein Ventil gegeben wollen. Und sie hatte sich so hilflos dem gegenüber gefühlt, an was sie sein Anblick auch nach so vielen Jahren immer noch erinnerte. Warum hatte er nicht in seinem eigenen Universum bleiben können? Was hatte er schon wieder hier zu suchen, nachdem er schon einmal so unachtsam mit ihrem Leben umgegangen war? Sie war nicht dafür da, ihn jedesmal aufzufangen, wenn er strauchelte.
"Die Zeremonie war sehr schön", gelang es ihr, neutral zu erwidern. "Wir hoffen, daß die Verbindung ein neues Zeichen zwischen Bajor und Cardassia setzt."
"Wir hatten Sie nicht so früh zurück erwartet ..." Die unausgesprochenen Frage hing zwischen ihnen.
Im Bemühen, nicht ihren Frust durchscheinen zu lassen, wirkte Kira ein wenig abweisend. "Ich hatte noch einen wichtigen Termin hier auf DS9."
Benteen hob die Augenbrauen. "Davon wußte ich gar nichts."
"Das nächste Mal werde ich darum bemüht sein, daß Sie jederzeit Zugang zu meinem persönlichen Terminkalender haben, Commander." Mit einer ruckartigen Bewegung wandte sich die Bajoranerin wieder von der Zentrale ab und stieg die Treppe zum Kommandanturbüro hinauf, je zwei Stufen auf einmal nehmend. Sie hatte schlechte Laune und Benteens spöttische Art war das Letzte, was sie jetzt ertragen wollte – das Zweitletzte, korrigierte sie in Gedanken. Das Letzte war ein gewisser Bajoraner mit Augen von Hämatit.

*    *    *

Er stand im Sand vor den Toren von B’hala. Keine Ruinenstadt, sondern ein lebendiges Monument längst vergangener Zeit und Mystizismen. Der helle Vorhang des riesigen Wasserturms strömte lautlos in die Tiefe. Die Oberfläche des Wasserfalls war so glatt und unbewegt, daß sich das Bild des mächtigen Obelisken darin wie in einem Spiegel wiederfand.

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