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:: Vorwort
:: Aus der Asche
:: Schreie in der Nacht
:: Vor den Augen der Welt
:: Wie ein leiser Hauch der Ewigkeit
:: Wenn Reiche fallen


die inoffizielle 8. Staffel


"Aus der Asche"

von Martina Strobelt, Gabi Stiene

Vor den Augen der Welt


 « :: Kommentare :: » 

Shakaar nickte stumm. Es hatte ihn einiges an Nerven gekostet, die Vorschriften der Flugabfertigung außer Kraft zu setzen. Ihm klang immer noch der rechtschaffen erboste Tonfall Minister Boijans in den Ohren, als die Xhosa ohne Überprüfung gestartet war. Diese Angelegenheit verursachte ihm Kopfschmerzen. Wenn es bei jedem Start so viel Aufhebens gab, konnte er nie mehr guten Gewissens die ‚lahme‘ Bürokratie der Föderation verdammen, denn dann war Bajor keinen Deut besser. Er nahm sich vor, etwas an der Startprozedur zu ändern.
Tirek fuhr fort, ohne von Shakaars Gedankengängen zu ahnen: "Im Augenblick versuche ich, einen Überblick über die Lagerbestände an Getreide und Gemüse zu erhalten, damit wir bei einer Zusage sofort mit Frischnahrung aufbrechen können." Sie lächelte tapfer. "Mit Melin Rinan, dem Adjutanten der Wirtschaftsministerin, komme ich ganz gut zurecht, nur mit Asim selbst befinde ich mich wohl erst noch am Beginn eines holprigen Pfades."
Shakaar runzelte die Stirn. "Sie verweigert doch nicht ihre Mitarbeit?" wollte er alarmiert wissen.
"Nein", Tirek schüttelte den Kopf. "Das nicht, doch sie kooperiert auf die denkbar kühlste Art." Ihr Lächeln wurde noch eine Nuance schräger, als sie mit den Schultern zuckte. "Ich werde mich einfach noch mehr in der von dir immer so betonten Distanziertheit üben müssen. Es wird schon gehen."
Shakaar nickte nur. Er wußte, daß sie es nicht mochte, wenn er sich in ihre Arbeit einmischte, indem er versuchte, für sie Wege zu ebnen, die sie selbst gerne glätten wollte. Sie war stolz, auch das liebte er an ihr.
"Du bist aber doch nicht persönlich hierhergekommen, um dich über den Stand der Dinge zu informieren, oder?" Und sie war eine gute Beobachterin.
"Nein, das ist richtig." Er setzte sich ein wenig aufrechter hin. "Wir haben die ersten Gefallenenlisten von Cardassia erhalten."
Sie hielt den Atem an.
"Dein Mann ist Gul Ganor Tirek?"
Sie nickte.
"Sein Name steht auf der Liste." Er wußte nicht, wie er die Nachricht hätte hervorbringen sollen, weil er einfach nicht wußte, wie sie darauf reagieren würde. Sie hatte ihren Mann verlassen - aus Protest gegen die cardassianische Allianz mit dem Dominion und drohender, halboffizieller Vorhaben, Bajor wieder als Kolonie zu besetzen. Doch sie hatte Shakaar gegenüber ebenfalls eingestanden, daß sie immer noch Gefühle für den Vater ihrer Tochter hegte.
Die Cardassianerin sah ihren bajoranischen Geliebten stumm an. Sie wartete darauf, daß sich etwas in ihr bei dieser Neuigkeit regte. Doch zu ihrer eigenen Scham war das deutlichste Gefühl eine gewisse Erleichterung, nun von dem Vorwurf befreit zu sein, in ständigem Ehebruch zu leben.
"Es tut mir leid", flüsterte Shakaar.
"Mir auch." Sie ergriff über den Tisch hinweg seine Hand, um ihm zu versichern, daß mit ihr soweit alles in Ordnung war. "Er war ein guter Mann. Ich hatte mir gewünscht, er hätte die Vernichtung überlebt. Doch ...", sie senkte die Stimme zu einem Hauch, obwohl niemand sonst im Raum war, der sie hätte hören können. "Es macht die Sache für uns leichter."
Er nickte, seine freie Hand legte sich auf diejenige Serinas, als er tief Luft holte. "Das mag jetzt der unpassendste Augenblick sein oder genau der richtige, ich weiß es einfach nicht", er zögerte ein wenig. "Serina, ich möchte dich bitten, meine Frau zu werden."
Ohne darüber nachzudenken zog sie ihre Hand zurück. "Du bist verrückt! Nein, nicht", sie sah ihm den Schrecken darüber an, daß er vermeintlich völlig taktlos gewesen war. Doch das war nicht der Grund für ihre heftige Reaktion. "Nicht, Edon." Sie legte ihre Hände in die seinen auf der Tischplatte zurück. "Du hast mich nicht verletzt. Ich weiß nur nicht ..." Sie versuchte, mit Blicken das herüberzubringen, was sie nicht recht in Worte fassen konnte. Schließlich gab sie den Versuch auf. "Ich liebe dich", stellte sie fest. "Ich habe mich in dich verliebt, als ich dich das erste Mal getroffen habe, und ich liebe dich seitdem, wie ich niemanden geliebt habe. Doch wenn du diesen Schritt gehst, ruinierst du dein Ansehen vollständig. Sie nehmen eine cardassianische Konkubine zähneknirschend hin, sie drücken beide Augen bei einer cardassianischen Koordinatorin zu, da es im Prinzip um cardassianische Angelegenheiten geht. Aber eine cardassianische Ehefrau des bajoranischen Premierministers bricht dir das Genick. Das kann ich nicht zulassen."

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