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"Captain Sisko war ein großer Mann!" erklärte Nog ernst. "Für mich war er stets ein Vorbild. Ich vermisse ihn!"
"Das tun wir alle", bestätigte Dax leise.
Der Schritt der jungen Frau in Starfleetuniform hielt inne, als sich die Schleusentore nicht rasch genug öffneten. Ein leichtes Stirnrunzeln huschte über ihr Gesicht, während ihr Blick der zahnradähnlichen Konstruktion folgte, die sich schwerfällig in die Wand zurückzog. Sie hatte diesen Posten nicht gewollt. Sie hielt nicht viel von den Bajoranern, einem Volk, welches allen wissenschaftlichen Fakten zum Trotz immer noch einem Aberglauben anhing. Unter einer Bajoranerin zu dienen war sicherlich der allerletzte Punkt auf ihrer Wunschliste für Versetzungen gewesen. Doch sie befand sich nicht mehr in einer Position, in welcher sie Wünsche äußern konnte. Erika Benteen konnte von Glück sagen, daß der Zwischenfall auf der Erde mit Admiral Leyton sie nicht mehr gekostet hatte, als eine Widerrufung ihrer Beförderung zum Captain der Sternenflotte. Starfleet Command hatte diesen Posten hier als Bewährungsprobe für sie ausgewählt, so viel war ihr klar. Sie würde die an sie gestellten Anforderungen erfüllen, aber niemand konnte von ihr verlangen, diesen Posten zu lieben.
Ihre wenigen Habseligkeiten in einer Tasche geschultert, trat sie schließlich über die Schwelle auf den äußeren Korridor hinaus.
"Herzlich willkommen auf Deep Space Nine, Commander Benteen."
Erika Benteen bemühte sich, das offene Lächeln der Sternenflottenoffizierin zu erwidern, welche auf der anderen Seite der Schleuse auf sie gewartet hatte. Die Trill wirkte sehr jung mit ihrem burschikos kurz geschnittenen, dunklen Haar und dem offenen Gesicht.
"Lieutenant Ezri Dax. Ich bin die Counselor auf DS9, und ein wenig Mädchen für alles, wenn Not am Mann ist. Für heute bin ich auf jeden Fall Ihre Ansprechpartnerin und werde alles versuchen, Ihnen den ersten Tag auf DS9 zu einem schönen Erlebnis zu machen. Ich bin sicher, Sie brennen schon darauf, alles kennenzulernen. Sie werden sehen, daß dies hier ein ganz besonderer Ort ist. Uns allen ist er sehr ans Herz gewachsen – und ich bin mir sicher, daß es Ihnen bald genau so gehen wird."
Benteen betrachtete die ausgestreckte Hand der anderen Frau, deren erwartungsvolles Lächeln und konnte sich nicht des Gedankens erwehren, daß es schon ein schönes Erlebnis wäre, wenn ihr Gegenüber lediglich die Hälfte der Worte verwenden würde. Benteen war müde von der langen Reise und verspürte keinerlei Lust, sich in ein Gespräch verwickeln zu lassen. Das Letzte, was sie im Augenblick brauchte, war Enthusiasmus.
Dennoch ergriff sie schließlich die Hand und drückte kurz und kräftig zu. "Erika Benteen, ab morgen Erster Offizier von DS9." Das knappe Lächeln dazu hielt sie so unverbindlich wie möglich. Sie wollte alles verhindern, was die Trill zu einem freundschaftlichen Beginn ermutigen konnte.
Ezri Dax ließ sich jedoch nicht beirren. Als Benteen ihre Hand wieder gesenkt hatte, wies die Counselor in dem sich zu beiden Seiten scheinbar endlos erstreckenden Korridor in jene Richtung, welche sie einschlagen wollte. Dann begann sie raschen Schrittes neben Benteen herzulaufen und ohne eine Pause über die Vergangenheit, Gegenwart und mögliche Zukunft der Raumstation zu erzählen. Es war nicht zu übersehen, geschweige denn zu überhören, daß die Trill ihre Station liebte und sich hier zu Hause fühlte. Benteen wußte vom Studium der Mannschaftsakten, daß es die Counselor erst vor etwa einem halben Jahr mehr oder weniger unfreiwillig auf diesen Posten verschlagen hatte. Sie fragte sich, was geschehen war, um die Frau so rasch für diese unwirtliche Gegend einzunehmen.
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