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Lichtjahre entfernt, allerdings nicht im ewigen Eis, versuchte ein verschlafener Jack O'Neill ohne Kaffee langsam zu sich zu kommen. Man hätte meinen können, daß ein paar Wochen Entzug das Problem beseitigt hätten, aber so war es nicht. Kaffee war den Asgard unbekannt und das machte ihn in den Morgenstunden zu einem ausgesprochen schlechten Gesprächspartner.
Noch immer hatte er sich nicht an sein neues Leben gewöhnt. Aber wenigstens war er am Leben, auch wenn es dabei verdammt knapp zugegangen war.
Zusammen mit Carter und Jackson hatte er auf dem Planeten P4X - 964 während eines Sturmes festgesessen. Er konnte sich nicht erinnern wann er jemals eine solche Kälte erlebt hatte. Der Sturm, den der Wissenschaftler Doktor Hamilton in seiner Begeisterung Aaron getauft hatte, entpuppte sich als rachsüchtiger Dämon. Es war O'Neill zuvor nie in den Sinn gekommen, daß etwas Unbelebtes wie Wind eine so schwarze Seele haben könnte, aber bei Aaron hatte er zum ersten Mal in seinem Leben Zweifel was das anging. Der Planet schien alles daran zu setzen sie zu vernichten und jede Spur von ihnen auszulöschen und beinahe wäre es ihm gelungen.
Carter verletzte sich beim Sturz in eine Gletscherspalte lebensbedrohlich. Daniel ging allein los um eine Funkverbindung zum Stargatecenter zu errichten und kam dabei fast um und er selbst...? Er blieb bei Carter,... bis zum Ende.
Die Welt im Herzen des Gletschers war geprägt von unsagbarer Kälte und einem so tiefen Blau, daß er die Farbe des Eises sein ganzes Leben lang nicht mehr vergessen würde. Diese so irreal erscheinende Umgebung hatte ihn gleichermaßen bedroht, wie auch mit einer geradezu berauschenden Faszination erfüllt. So kam es, daß er eine gewisse Zerrissenheit empfand, wenn er an diesen Ort dachte, ohne genau sagen zu können, was dieses Gefühl hervorrief.
Er wollte nicht mehr daran denken. Jetzt war er hier, auf der Asgard-Heimatwelt, auf Othalla, in Sicherheit.
Thor hatte keine Diskussion darüber zugelassen wie es weiter ging. Er handelte gegen den ausdrücklichen Befehl des Asgard-Oberkommandos als er ihnen das Leben rettete. Eigentlich hatte er die Anweisung alles zu tun, um ihre Aktivitäten auf diesem Planeten geheim zu halten. Das schloß auch die Tatsache ein, daß einzelne Menschen vielleicht bei dem Versuch diesen Ort zu erforschen umkamen. Daß es sich dabei vielleicht um Freunde handelte, war lediglich ein bedauerlicher Umstand.
Thor, als Oberbefehlshaber der Asgard-Flotte, nahm sich das Recht heraus zu retten, was von SG1 noch zu retten war und holte sie an Bord. Er begründete es den anderen Asgard gegenüber damit, daß sie ihnen vielleicht im Kampf gegen die Replikatoren nützlich wären. Diese Ausrede war so dünn, daß sie selbst für den Dümmsten durchschaubar war, aber dennoch widersprach ihm niemand.
Natürlich setzte er danach voraus, daß Jackson, Carter und O'Neill ihm dankbar waren und mit ihnen tatsächlich zusammenarbeiteten. Auf der Erde erfuhr niemand etwas von ihrer Rettung. Es mußte ein Geheimnis bleiben, ebenso wie die Anwesenheit der Asgard auf P4X -964.
Das Leben auf Othalla war ebenso anstrengend wie ereignislos. Zu Beginn war alles neu und er kam sich dumm vor, weil er die einfachsten Dinge neu erlernen mußte. Alles hatte hier eine andere Funktionsweise als er es gewohnt war. Selbst das Licht wurde auf andere Art eingeschaltet. Langsam kam er sich überflüssig vor und vermißte die Erde, auch wenn keiner der beiden anderen dieses Gefühl zu teilen schien. Carter fand schnell eine Aufgabe. Es gab tausend Dinge über die sie sich mit den Asgardwissenschaftlern austauschen konnte und selbst Daniel entdeckte in seinem Sprachschatz etwas, wovon die kleinen Grauen noch nichts wußten und womit er sich beschäftigen konnte. Aber für ihn schien sich einfach keine nützliche Verwendung finden zu lassen.
Es war noch dunkel auf Othalla, als er sich vor dem Fenster seines stillen Quartiers niederließ. Diese Welt war auf ihre Weise atemberaubend, hochtechnisiert und glitzernd. Sie hatte so gar nichts mit der Art von Landschaft gemeinsam, die er normalerweise liebte.
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