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Prolog
"Der Durchgang zu Planet P4X - 964 ist etabliert, General."
Hammond nickte. "Sie können jetzt gehen"
"Sind sie sicher? Ich meine, wenn...."
"Es ist schon gut. Es wird nicht lange dauern."
Der Techniker schwieg. Er konnte seinem General nur schwer widersprechen. Er stand auf und ging. Leise schloß er die Tür hinter sich.
Hammond verweilte einen Moment im Kontrollraum. Freundlich und ruhig schimmerte die Oberfläche des Ereignishorizontes, wie ein blauer Sommerhimmel, der nichts von einer Gewitterwolke weiß. Und doch hatte sich dieses Tor als der größte Schatz erwiesen, den die Menschheit besaß und gleichzeitig als ihre größte Bedrohung.
Aber heute war er in erster Linie deshalb hier, weil diese Bedrohung plötzlich persönlicherer Natur war. Auch wenn der normale Dienstbetrieb weiterging, war deutlich zu spüren, daß sich die Menschen in den Gängen leiser unterhielten als sonst. Die Begeisterung der SG-Teams bei ihren Missionen war kühler Sachlichkeit und Professionalität gewichen und der gesamte Dienst verlief ungewohnt reibungslos und ohne Beschwerden.
Langsam ging General Hammond die Treppe in den leeren Torraum hinunter und die Rampe hinauf. Vor dem aktivierten Stargate blieb er stehen. Er war allein und er würde es bleiben, bis er diesen Raum wieder verließ. Hammond hatte sich diesen einsamen Moment von seinen Leuten erbeten, nicht befohlen, und aus Respekt waren sie seinem Wunsch nachgekommen. Noch immer waren alle sprachlos und fassungslos. Niemand redete darüber, jeder tat so als hätte es auf Dauer keine Bedeutung.
"Das Leben geht weiter." Wie oft hatte er diesen Satz in den letzten Wochen gehört? Und er machte die Dinge heute genauso wenig leichter wie beim ersten Mal.
Er hatte keine Minute länger gezögert als nötig. Der Sturm Aaron brauchte etwas mehr als 32 Stunden, bis er so weit über das Gebiet hinweg gezogen war, daß eine Rettungsmission vertretbar wurde. Doch schon die ersten Untersuchungen zeigten, daß sich das Angesicht des Planeten in dieser Zeit radikal verändert hatte.
Hammond schüttelte den Kopf in stummer Trauer. Bei Gott, sie hatten es wirklich versucht! Tagelang suchten sie alles ab, aber das Eis hatte Daniel Jackson, Jack O'Neill und Samantha Carter für immer unter sich begraben. Schon nach einigen Tagen wich die wage Furcht um ihre Freunde der schmerzhaften Erkenntnis, daß die Rettungsaktion sich in eine Leichenbergung wandelte. Aber all ihre Mühen waren vergebens. Sämtliche SG-Teams und jede ihnen zur Verfügung stehende Technik waren nicht in der Lage, die Vermissten zu entdecken. Wenn sie wenigstens ihre Körper gefunden hätten... Dann wäre es für alle leichter zu akzeptieren gewesen.
Drei Wochen war das nun her und es war Zeit einen Schlußstrich zu ziehen. Er beugte sich vor und nahm die Blumen auf, die vor ihm auf der Rampe bereit lagen.
Und was sollte aus Teal'c werden? Er wußte es nicht, denn der Jaffa hatte sich noch nicht entschieden ob er bei einem anderen SG-Team weitermachen oder zu seiner Familie zurückkehren wollte.
Hammond ließ die Blumen in die blaue wabernde Oberfläche sinken. Als er einen Moment innehielt, bemerkte er, wie sie vom Ereignishorizont sanft hineingezogen wurden. Unwillkürlich hatte er das Gefühl, daß sie jemand auf der anderen Seite entgegen nahm, obwohl er es besser wußte.
SG 1 existierte nicht mehr und so sollte es bleiben. Nie wieder würde eines der Teams diese Bezeichnung tragen. Der Planet mit dem Namen Hoth und der Bezeichnung P4X - 964 wurde nun offiziell als Grabstätte von SG1 geführt. Wie das Meer, so gab auch das Eis nichts wieder heraus, was es einmal in Besitz genommen hatte.
"Für ihre Freundschaft und für ihre Treue, für ihre Zuverlässigkeit und für ihre Willensstärke, für ihre Hilfe und für alles was sie sonst noch für uns getan haben, danke ich ihnen. Sie hinterlassen eine nicht zu schließende Lücke... in unseren Diensten... und in unseren Herzen. Ruhen sie in Frieden."
Hammond nahm die Hand von dem Strauß und überließ es dem Wurmloch, seine Wünsche und seine Blumen an ihr Ziel zu tragen, Lichtjahre entfernt, in das ewige Eis.
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