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Sam & Jack Geschichten


"Süße Gefangenschaft 1"

Teil 1

von ZoeP


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"Müssen Sie mich so erschrecken?" Carter lehnte sich wieder zurück. Ihr Kopf pochte immer schlimmer. Und sie musste etwas trinken. Wie lange waren sie schon hier drin gefangen? Minuten, Stunden - Tage?
"Stets zu Diensten", kam die Antwort von Jack. "Irgendwie ist es ungemütlich hier. Sie hätten uns wenigstens etwas Weiches zum Sitzen dalassen können."
Sam antwortete nicht. Zu sehr beschäftigte sie das Pulsieren in ihrer Stirn. Sie drückte mit beiden Fäusten dagegen, doch es wurde nicht besser. Sie hatte das Gefühl, gleich zu explodieren. Der Colonel bemerkte ihre unterdrückte Anspannung.
"Ist wirklich alles in Ordnung mit Ihnen, Carter?" O`Neill beugte sich zu ihr rüber und ertastete ihr Gesicht. "Mein Gott, Sie glühen ja!"
Sam fühlte eine kalte Hand auf ihrer Stirn. Das Pochen wurde sofort etwas schwächer und sie konnte wieder besser atmen. O`Neill nahm ihre Hände langsam vom Kopf weg und hielt sie zwischen seinen.
"Sie zittern", stellte er fest. Sam brauchte dringend Wasser, er musste irgendwie ihr Fieber senken. Die letzten Missionen waren hart gewesen. SG1 war ständig unterwegs, nur ihr großes Ziel im Auge. Und dabei kam das Privatleben zu kurz - wie immer. Wahrscheinlich hatte der Überfall der Goa`uld Sam den Rest gegeben und die Anspannung der letzten Zeit entlud sich nun. Er hätte sie mehr schonen müssen, hätte erkennen müssen, dass sie überfordert war. Einem guten Colonel wäre das nicht passiert.
O`Neill fühlte sich für Carters Zustand verantwortlich. Falls sie irgendwann hier raus kommen würden, und falls sie jemals wieder auf der Erde sein würden... Er würde alles anders machen, und dafür sorgen, dass sein Team mehr Zeit für sich hatte.

"Nein!" Ihre Stimme war heiser und leise, doch ihr erschrockenes Krächzen holte ihn sofort aus seinem Schlaf. Er musste eingenickt sein. Wie lange hatte er geschlafen?
Carters Stirn war mit Schweißperlen bedeckt, ihre Haare waren vollkommen nass. Sie drehte sich unruhig hin und her und murmelte etwas in ihren Fieberwahn.
"Bitte nicht... Nein!" Ihr Atem kam nur stoßweise. O`Neill kroch zu ihr und nahm sie vorsichtig in seine Arme.
"Es ist alles in Ordnung, Carter", beruhigte er sie und strich ihr mit der Handfläche über das Gesicht. Sie hatte Schüttelfrost und ihr Puls raste. Immer wieder glitten Jacks Finger über ihre Wange. Langsam wurde Sams Atem wieder flacher, ihr Puls sank. Jack zog sie ganz nah an sich, um das Zittern zu unterdrücken und sie warm zu halten.
Die Situation erinnerte ihn an eine frühere Mission, als er mit Carter in einer Eishöhle gefangen war und sie durch das Stargate nicht zurück konnten. Dass sie längst auf der Erde waren, wussten sie damals nicht, es hätte ihnen jedoch auch nicht viel genützt: Um sie herum gab es weit und breit nur arktische Eismassen.
O`Neill und Carter kannten sich noch nicht so lange und damals war sie es, die sich um ihn gekümmert hatte. Er sah ihr besorgtes Gesicht vor sich, hörte ihre verzweifelte Stimme, als er ihr befahl, ihn liegen zu lassen und zu gehen. Und er fühlte sie noch neben sich liegen, sah sie lächeln. Wenn er heute daran dachte, glaubte er, dass dies der Tag war an dem er sich in Sam verliebt hatte. Seine Empfindungen ihr gegenüber waren stets gewachsen und das war seine verwundbarste Stelle. Er hasste es, ihr nicht näher kommen zu dürfen. Er hasste es, all diese Regeln befolgen zu müssen. Lange war er sich nicht sicher gewesen, was sie für ihn empfand. War es Respekt, Sympathie oder doch mehr? Sie war eine Wissenschaftlerin. Von solchen Dingen hatte er keine Ahnung, für Jack zählten Strategie und Überleben. Viel interessanter musste doch Daniel für Carter sein. Und trotzdem spürte er eine tiefer gehende Verbindung zwischen sich und Carter. Gewissheit bekam er erst durch Anise von den Tok`ra, die in ihnen Zatarc vermutete. Diesen Irrtum hatten ihm und Major Carter ihre Gefühle zueinander beschert, die sie zuerst vor Anise verheimlichten. Als Sam letztlich ihre unbewusste Lüge eingestand, war O`Neill auf der einen Seite sehr glücklich gewesen. Im selben Moment jedoch war er sich dessen bewusst, dass diese Beziehung niemals existieren dürfte, so sehr er es auch wollte.

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