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Farscape


"Zurück an Absender"

von Ann Harrington

Teil1


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Sengende Hitze verbrannte seine Fingerspitzen und John Crichton ließ den Plasmaschweißer mit einem überraschten Fluch fallen. Er fiel klirrend auf den Boden des Shuttledecks, während John seine Hand in dem Versuch schüttelte, den stechenden Schmerz zu lindern.
"John, du paßt nicht auf. Du musst dich konzentrieren." Sagte eine sanfte Stimme.
John Crichton drehte sich nicht herum. Er wusste dass dort niemand zu sehen war. Die Stimme war sein Quälgeist, seiner ganz alleine.
Sein Blick blieb auf der linken Schwinge des Farscape Moduls liegen. Wie lange war er schon hier unten? Er konnte sich nicht einmal daran erinnern, dass er auf das Shuttledeck herunter gekommen war, oder dass er beschlossen hatte, dass es heute an der Zeit war, die Mikrometeoreinschläge zu reparieren, die die Maschine während seines letzten Ausfluges erhalten hatte. Und dennoch musste er es wohl getan haben, denn die Löcher waren sauber verschweißt und seine Hand, die über den Flügel strich, konnte keinen Fehler entdecken.
Nicht dass er seinen eigenen Augen oder etwa seinem Tastsinn getraut hätte. Er würde die DRDs gleich noch einen ordentlichen Scan machen lassen.
"Du musst vorsichtig sein, John." Erinnerte ihn die Stimme.
Crichton sagte nichts. Manchmal, wenn er sie ignorierte, verschwand die Stimme wieder. Ein anderes Mal tat sie es nicht. Wenigstens war es dieses mal nur eine Stimme. Die war einfacher zu verleugnen als die optischen Halluzinationen.
Warum musste es ausgerechnet Scorpius sein, den er in seinen Visionen sah und hörte. Warum konnte es nicht einfach einer der Leute sein, die behaupten sie hätten Elvis gesehen oder ein sechs Fuß hohes Kaninchen?
"Weil du dich vor einem sechs Fuß großen Kaninchen nicht fürchtest." Sagte er laut. Und er fürchtete sich vor Scorpius. Oder genauer gesagt, vor dem was er mit ihm machen würde, wenn er ihn erneut gefangen nahm. John hatte einige Tage in Scorpius Obhut überlebt. Gerade so. Selbst jetzt noch verursachten die Erinnerungen an die Zeit, die er im Aurorastuhl verbracht hatte, einen Knoten in seinem Magen und schickten ihm einen kalten Schauer den Rücken hinunter. John konnte es nicht ertragen. Nicht noch einmal. Eher würde er sich selbst das Leben nehmen, bevor es noch einmal dazu kam.
Und dennoch war die Furcht vor Scorpius eine alte. Sie war immer noch da aber inzwischen teilte sie sich den Platz mit einer neuen. Langsam aber unaufhaltsam, verlor John den Bezug zur Realität.
Es waren nicht nur die Halluzinationen, oder die Unterhaltungen die er mit jemandem führte, den niemand sonst sehen oder hören konnte. Es zeigten sich auch Lücken in seiner Erinnerung, Zeiten von denen er keine Ahnung hatte, wo er gewesen war oder was er getan hatte. So wie heute. Er erinnerte sich an den Morgen und an das Frühstück. Rygel redete über seine hynerianischen Lieblingsdelikatessen. Es schien nur Augenblicke her zu sein, dass er aufgestanden war und seine nicht angerührte Ration für Rygel zurück ließ. Aber seine Uhr zeigte an, dass es nun tief in der Nacht war, oder Schlafzyklus, wie es die anderen nannten. Wohin waren die fehlenden Stunden verschwunden? Wo war er gewesen? Und was hatte er getan?
Seit seiner überstürzten Ankunft auf Moya hatte Crichton hart daran gearbeitete, seinen Wert zu beweisen und sich die Akzeptanz der Crew zu verdienen. Sie hatten gelernt ihm zu vertrauen und er hatte gelernt ihre Freundschaft zu schätzen. Aber nun ging all das langsam verloren.
Es wurde immer schwieriger, seine wachsende Schwäche vor seinen Freunden zu verbergen. Er wusste dass Aeryn etwas ahnte. Er musste ihr einiges erzählen, denn er war gezwungen zu erklären, warum er sie mit einem Schuss auf jemanden, der nur eine Halluzination war, beinahe getötet hatte. Und Zhaan war ruhig aber ihre Augen sahen viel mehr als sie sagte. Oft dachte er daran sie um Hilfe zu bitten und erinnerte sich an die Einheit, die er einmal mit ihr geteilt hatte. Aber jedes Mal hielt ihn etwas in seinem Inneren zurück, bevor er die Worte formulieren konnte.

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