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Aber sie warteten zu lange. Das Ding, das ihn kontrollierte, hatte nicht die Absicht bei ihrem Plan zu kooperieren. Er floh und während er das tat, tötete er sie.
Oder besser gesagt war es sein Körper, der sie tötete. Es war der Chip, der sie tötete, der seinen Körper und seine Fähigkeiten benutzte, um das zu tun.
Er kam erst wieder zu sich als sie in dem eisigen See ertrank. Er landete seinen Gleiter und erlaubte, daß man ihn in Gewahrsam nahm. Er fügte sich zahm dieser Bewachung. Er erklärte es nicht. Er versuchte nicht sich zu verteidigen. Er schien nicht zu trauern, bis man durch die hohle Maske hindurch in seine gequälten Augen sah.
Ich wollte ihn hassen, dafür daß er sie zerstört hatte. Ich versuchte es. Aber ich konnte es nicht, denn ich hatte meinen Haß schon vor langer Zeit aufgebraucht.
Seine Freunde entfernten sich von ihm. Ihre Worte drückten aus, daß es nicht seine Schuld war, aber ihre Taten sagten etwas anderes. Und sie wußten nicht, wie sie sich in der Gegenwart von jemandem verhalten sollten, der sich innerhalb eines Augenblickes von einem Freund in einen Feind verwandeln konnte.
Seltwamerweise gab der Chip nun Ruhe. Vielleicht weil er erreicht hatte was er wollte, indem er die Operation verzögerte. Oder vielleicht hatte der Chip auch genau das getan, was sein Hersteller beabsichtigt hatte, ganz wie es seiner bösartigen Natur entsprach. Es gab keine schrecklichere Folter, als Crichton die Beerdigung der Frau miterleben zu lassen, die er liebte, und ihn mit dem Wissen leben zu lassen, daß er sie getötet hatte.
Ich hatte vor, nach dem Begräbnis abzureisen. Es gab keinen Grund länger zu bleiben. Und dennoch tat ich es, irgendwie mußte ich wissen, ob das alles Aeryns Opfer wert gewesen war. Ob noch genug von ihm übrig war, damit der Chirurg es retten konnte.
Er ging unter Bewachung zu dem Chirurgen, schickte seine Freunde aber fort. Er wollte nicht, daß sie Zeugen waren. Also vergingen mehrere Arn bevor die Crew der Moya bemerkte dass etwas ernsthaft falsch lief.
Wir kehrten auf den Planeten zurück, fanden den Diagnosan und seinen Assistenten tot vor und Crichton auch beinahe. Vom Neurochip weit und breit keine Spur.
Zhaan beendete die Operation so gut sie konnte. Die Reparaturen, die der Diagnosan geplant hatte, lagen außerhalb ihrer Möglichkeiten, aber sie war in der Lage die Blutungen zu kontrollieren und den Schädel wieder zu verschließen.
Ich fand die Monitoraufzeichnungen. Ich sah wie die Prozedur begann. Der Assistent erklärte noch einmal dass Crichton nicht für seine Taten verantwortlich war, aber Crichton lehnte es ab durch ihn von seiner Schuld freigesprochen zu werden.
Der Vorgang selbst war der reinste Horror, als Crichton in aller Ruhe darüber diskutierte welche Teile seiner selbst er behalten wollte, und welche geopfert werden konnten.
Und dann tauchte Scorpius auf der Aufzeichnung auf, wie ich es mir schon gedacht hatte. Er mußte die Operation beobachtete haben, denn er erschien gerade, als der Chip entfernt wurde. Er tötete den Diagnosan und nahm dann den Chip an sich. Er schien sich über die ohnmächtige Wut Crichtons zu freuen, denn er informierte ihn darüber, daß er dazu verurteilt sein würde, mit diesem Schmerz zu leben.
Crichton erkannte Scorpius.
Aber als die Operation schließlich beendet war, schien er Zhaan nicht mehr zu kennen, oder einen der anderen. Er verhielt sich, als wären sie für ihn Fremde und vielleicht waren sie das auch.
Er wußte wer ich bin. Er konnte nicht sprechen, aber er erkannte mich und nickte als ich ihn fragte ob er sich an mich erinnerte.
War es ein zufälliges Produkt der Operation? Oder war es eine freiwillige Wahl? Was sagt es über einen Mann aus, der sich dafür entscheidet sich an seine Feinde zu erinnen, während er jene vergißt, die einmal seine Freunde waren?
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