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Farscape


"Bent"

von Ann Harrington


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Ich warte während er schläft, erschöpft von seinem letzen Anfall.
Ich will ihn hassen.
Ich muß ihn hassen.
Einst war es alles so simpel. Er war mein Feind, ein Mörder. Ich haßte ihn und hatte geschworen ihn zu zerstören, ungeachtet dessen was es kostet. In diesen Tagen bewahrte ich mir meinen Zorn, indem ich ihn in mir einschloß wie Chakan-Öl in einer Flasche. Und es brauchte nichts anderes als seine Gegenwart um ihn erneut zu entfachen.
Aber das war damals. Vorher.
Vor der Gammak Basis. Vor dem Aurora-Stuhl.
Bevor ich dazu gezwungen wurde, der Wahrheit ins Gesicht zu sehen, die ich schon so lange vor mir selbst verbarg.
Ihn für alles verantwortlich zu machen, erlaubte es mir, mich vor meiner eigenen Schuld zu verstecken, vor meiner eigenen Verantwortung. Warum sollte ich mir auch über meine eigene Schuldhaftigkeit Gedanken machen, wenn ich ein so vorzügliches Ziel für meinen Zorn hatte?
Während die Zeit verging, begann ein Teil von mir zu vermuten, daß die Dinge nicht so einfach waren, wie sie zuerst erschienen. Die Kollision war mit höchster Wahrscheinlichkeit ein Unfall, oder eher eine unfreiwillige Attacke. Aber noch immer hielt ich an meinem Haß fest. Er war ein Nicht-Sebacianer, eine fremde Kreatur, die man verachtete. Er hatte kein Recht zu leben, kein Recht zu existieren, in einem Universum, in dem mein Bruder tot war.
Ich wollte daß er litt, so wie ich gelitten hatte.
Er verdiente es zu sterben. Ich wiederholte diese Litanei im Geiste wieder und wieder, bis ich gezwungen war, mich meinen eigenen Erinnerungen im Aurora-Stuhl zu stellen.
Kein Mann sollte so tief in seine eigene Seele sehen, und in das was ihn antreibt. Der Mann der diesen Stuhl wieder verließ, war nicht der selbe rachegetriebene Peacekeeper-Captain, den man dort hineingezwungen hatte.
Ich fühlte mich leer. Hohl. Und ich wußte, daß ich es nicht fertig brachte, ihn zu töten. Er war nicht verantwortlich für die tragische Sinnlosigkeit des Todes meines Bruders.
Und es regte sich eine weitere neue Emotion in mir. Eine widerwillige Sympathie für ihn. Er hatte den Stuhl für viele Arn ertragen, während er über mehrere Tage gefoltert wurde. Keine Strafe, die ich ihm zufügen konnte, würde dem, was er durchgemacht hatte, gleichkommen. Und alles nur wegen seiner Suche nach dem Wurmlochwissen, und dem besessenen Wunsch zu seiner Heimatwelt zurückzukehren. Ich fragte mich, ob er die Sache immernoch für wert hielt.
Später stellte ich fest, daß ich ihn falsch eingeschätzt hatte. Er kam nicht um seinetwillen zur Gammak-Basis, sondern für jemand anderen. Er riskierte sein eigenes Leben, um ihres zu retten.
Und noch viel später erfuhr ich, daß der Aurora Stuhl nur der kleinste Horror unter denen war, die er sonst noch zu ertragen hatte.
Aber da war es schon zu spät. 
Sie hatten ihn vor Scorpius gerettet. Ein weiteres Mal. Aber die Kreatur, die sie retteten, war nicht mehr ihr Freund, nicht der Mann den ich einmal kannte.
Diese Kreatur war mehr als halbverrückt. In seinen wenigen lichten Momenten bettelte er seine Freunde an, ihn zu töten.
Sie weigerten sich, überzeugt davon ihm helfen zu können. Er wußte es besser. Er verriet ihren Aufenthaltsort an die Peacekeeper und griff seine Freunde an, als sie versuchten einzugreifen. Erst als ich den Schrecken selbst sah, der von ihm Besitz ergriffen hatte, begriff ich, was man ihm angetan hatte.
Er schien beinahe erleichtert zu sein, als der Diagnosan erklärte, daß er nichts tun konnte um ihm zu helfen. Und dann hatte er mich ehrlich überrascht, als er mich bat ihn zu töten und endlich meine langerwartete Rache zu nehmen. Er bettelte mich an es zu tun und beschimpfte mich als Schwächling, als ich es ablehnte. Ich glaube, es währe barmherziger gewesen wenn ich es getan hätte, als er mich darum bat. Aber ich tat es nicht. Ich wußte, einige der anderen würden es verstehen, aber sie würde es nicht. Und sie würde mir das niemals vergeben.
Ich hegte noch immer die Hoffnung, daß sie sich mir anschließen würde. Selbst als der Diagnosan anbot eine Operation zu versuchen wußten wir, daß es höchst unwahrscheinlich war, daß Crichton das überlebte. Die Bemühungen des Chirurgen waren nur eine Beruhigung ihres Gewissens. Sie würden ihn nicht töten, aber wenn er bei dem Versuch starb ihn zu retten, dann war es eben so. Es geschähe nur in bester Absicht.

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