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Zo’or hatte das Verhältnis von Liam und Da’an in der letzten Zeit interessiert im Auge behalten. Es war ihm nicht entgangen, dass die Chemie zwischen den beiden nicht mehr stimmte. Also hatte er seinen Plan den Umständen angepasst. Vor etwa einer Stunde hatte er Agent Sandoval zurück auf das Mutterschiff gerufen, um ihm Instruktionen in dieser Sache zu geben. Auch wenn er sich nie ganz sicher war, was dieser Mensch im Schilde führte, war er doch der, dem er am meisten vertraute. Eigentlich müsste er jeden Moment eintreffen....
In diesem Moment betrat Sandoval das private Büro von Zo’or, dem Führer der Taelonsynode. Sie waren allein. "Sie haben mich gerufen?"
"Das habe ich. Ich habe einen Auftrag für Sie."
Sandoval blieb ruhig. Er wartete gespannt auf das was von Zo’or kommen sollte. Sicher war es nichts gutes, sonst hätte er die neuen Instruktionen auf der Brücke gegeben.
"Sie werden Major Kincaid in Zukunft mehr mit Aufgaben betrauen, die ihn auf dem Mutterschiff beschäftigen. Ich möchte ihn in meiner Nähe haben."
Man konnte regelrecht sehen, wie es in Sandovals Gehirn zu arbeiten begann. Für gewöhnlich wollte Zo’or nicht, dass Kincaid ihm zu nahe kam und nun war es ihm plötzlich egal, ob er Einblick in seine Machenschaften erhielt? Denn genau das würde zwangsläufig passieren, wenn er dort eingesetzt wurde, wo es Zo’or wünschte.
"Sind Sie sicher... Ich meine...", begann Sandoval.
"Stellen Sie nicht meine Anordnungen in Frage, Agent!", Zo’ors Stimme duldete keinen Widerspruch.
Oh, nein. Das hätte Sandoval niemals getan. Er wollte seine einflussreiche Position nicht verlieren aber wenn er Liam hier auf dem Mutterschiff einsetzte hieß das, dass er ihn nicht mehr so oft für spezielle Außenmissionen einsetzten konnte. Auch wenn er ihm nicht wirklich traute, war er einer seiner besten Leute. Zwangsläufig hieß das also, dass er die wirklich wichtigen Dinge selbst tun musste und das wiederum bedeutete, dass Kincaid früher oder später seinen Platz hier einnehmen würde.
Sandoval atmete durch. So weit war es noch lange nicht. Das hoffte er zumindest. Er würde die Situation im Auge behalten und reagieren, wenn es nötig wurde.
"Ändern Sie den Dienstplan zum nächstmöglichen Zeitpunkt entsprechend.", fuhr Zo’or fort.
"Natürlich." Sandoval entfernte sich ohne ein weiteres Wort.
* * *
Da’an sah aus dem Fenster. Das tat er oft, wenn er über etwas nachdenken musste. Er steckte in Schwierigkeiten, aber auch das war leider nichts neues. Was war eigentlich schief gelaufen? Er hatte in der letzten Zeit praktisch an jeder Front Boden verloren, wenn man das so sagen konnte.
Zo’or hatte die Macht in der Synode an sich gerissen. Wie und warum, das war ihm noch immer nicht so ganz klar. Liam Kincaid, den er für ihre beiden Rassen für außerordentlich wichtig hielt, hatte sich von ihm abgewendet und entzog sich mehr und mehr seinem Einfluss.
Dabei wollte er doch nur das beste für alle Beteiligten. Er war sich ganz sicher, dass die Synode hier einen falschen Weg einschlug. Der einzige Grund warum Zo’ors Gewalttätigkeit und seiner Machtphantasien geduldet wurden, war ihr Mangel an Alternativen. Die meisten Taelons erkannten, dass sie in der Wahl ihrer Mittel nicht wählerisch sein durften, wenn es um das Überleben ihrer Spezies ging. Gleichzeitig waren aber auch die meisten von ihnen unfähig das Notwendige zu tun und darum ließen sie Zo’or gewähren.
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