Fan Fiction


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Buffy


"Spiegelungen in Hell und Dunkel"

von Martina Bernsdorf

Kapitel 8

"Die Fäden laufen zusammen"

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Giles stürzte die steile Treppe hinab, er überschlug sich mehrmals und blieb halb besinnungslos im dem Kellergewölbe liegen. Sein Körper schien nur noch aus Schmerzen zu bestehen, und er fragte sich, ob er sich bei dem Sturz etwas gebrochen hatte. Er kauerte sich in embryonaler Haltung zusammen und wartete darauf, daß die Marter nachließ.
Die zwei Vampirwachen, die ihn die Treppe hinabgestoßen hatten, lachten noch einmal und schlossen dann die schwere Eichenholztür. Obwohl Zwielicht herrschte, erkannte Giles, daß tiefe Furchen durch dieses Holz verliefen, so als habe jemand mit Krallen sich daran zu schaffen gemacht, vielleicht ein wildes Tier, das versucht hatte zu entkommen.
Giles stöhnte leise, als er sich wieder streckte und versuchte, auf die Beine zu kommen. Seine Brille hatte den Sturz unbeschadet überstanden, es reichte auch, daß schon ein Glas gesplittert war. Er fühlte das klebrige, warme Blut an seinen Wangen, dort, wo Drusilla ihn mit ihren Nägeln geschnitten hatte.
Giles hörte in den Schatten ein leises Zischen.
Sein Herz fing sofort an heftig zu pochen, und der Schmerz in seinem Körper war nun nebensächlich, er kämpfte sich erfolgreich in eine aufrechte Haltung und blickte sich um. Der Raum war dunkel, nur das schwache Licht aus einer schmutzstarrenden Glühbirne warf winzige Inseln von Helligkeit in diese Finsternis. Es war allerdings kein tröstliches Licht, denn es schien nur dazu geeignet zu sein, die Schatten zu verlängern und grotesk zu verzerren. Und im Schatten konnte alles mögliche auf ihn lauern.
Er verweilte regungslos, jederzeit für einen Angriff gewappnet, aber bislang schien das Wesen, welches sich hier mit ihm aufhielt, noch nicht bereit, ihn anzufallen. Giles war sich sicher, daß er nicht allein war. Das Zischen war zu organisch gewesen, um sich durch irgendwelche Rohrleitungen erklären zu lassen. Zudem fühlte er, daß etwas ihn beobachtete.
Giles verwünschte diese Gruft, sie war in dieser Welt viel größer. Dieser Teil der Gruft war ihm gänzlich unbekannt. In der Gruft die er kannte, gab es keine Kellergewölbe und keine geheimen Zugänge. Hier jedoch war die Gruft mehr ein Palast des Schreckens, nur zu geeignet dafür, Vampire und ihren Meister zu beherbergen.
Es war mehr als zweifelhaft, daß es einen weiteren Ausgang in diesem Keller gab, aber Giles sah auch keinen Sinn darin, darauf zu warten, daß der mysteriöse Fremde den ersten Schritt tat.
Langsam ging Giles zwei Schritte, weiter kam er nicht, weil er über einen Körper stolperte, der hier lag. Er landete unsanft auf diesem Wesen, strampelte und schlug um sich, bis ihm bewußt wurde, daß sich der Körper unter ihm nicht bewegte. Er war kalt und steif und alles andere als lebendig. Im Halbdunkel erkannte Giles eine Tweedjacke, die ihm seltsam bekannt vorkam. Er zögerte und drehe dann jedoch entschlossen den kalten Körper herum. Mit einem leisen Schrei wich Giles zurück und blieb schockiert auf dem Hosenboden sitzen. Es kam nicht aller Tage vor, daß man sich selbst tot daliegen sah.
Die gebrochenen, vom Tod verschleierten Augen seines Doppelgängers schienen ihn anzustarren, verhöhnt durch die zersplitterten Brillengläser. Sein Hals war aufgerissen, selbst für einen Vampirbiß wirkte es unmäßig grausam und brutal. Seine halbe Kehle war zerfetzt, und Stücke von Fleisch und Sehnen hingen hervor. Jedoch war kein Blut zu sehen. Jemand hatte ihn bis zum letzten Tropfen Blut ausgesaugt.
Giles fragte sich wie betäubt, warum dieser Rupert Giles noch nicht als Wiedergänger auferstanden war. Doch auch dieses Geheimnis ließ sich durch einen näheren Blick auf ihn entschlüsseln. In seiner Brust steckte ein Stück weißen Knochens. Giles zweifelte nicht daran, daß es sein Herz durchbohrt hatte. Da er noch kein Vampir gewesen war, war er auch nicht zu Staub zerfallen. Jedoch war dies alles mehr als mysteriös, warum hatte der Vampir, der ihn getötet hatte, dies getan?

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