Fan Fiction


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Buffy


"Spiegelungen in Hell und Dunkel"

von Martina Bernsdorf

Kapitel 7

"Vorbereitungen"

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Nebelschwaden wallten über den Boden, dicht und feucht, wie ein klammes Leichentuch. Buffy war auffällig still seit Willows Entscheidung. Man hatte sich insoweit abgesprochen, daß die Vampirin in die Gruft des Meisters zurückkehrte und dort die Lage sondierte, während Buffy und Willow versuchten, Xander, Angel und Giles zu finden. Kurz vor Morgengrauen würden sie sich dann wieder im Bronze treffen. Sie würden dann durch die Kanalisation und verborgene Geheimgänge, von denen die Vampirin berichtet hatte, in die Gruft vordringen. In den ersten Stunden des Tages waren die Vampire am schwächsten, selbst wenn sie sich im Dunkelheit aufhielten.
Buffy wünschte sich, der Mythos, daß Vampire tagsüber in Särgen schliefen und, paralysiert bis zur Dunkelheit, leichte Opfer waren, wäre wahr. In den Filmen war es so leicht, immer ging es nur darum, den Sarg zu finden und den Vampir zu pfählen.
Die Realität war leider weit von diesem literarischen Quatsch entfernt. Vampire waren tagsüber keinesfalls paralysiert oder schliefen in Särgen. Sie waren aktiv, denn für sie gab es kein Bedürfnis nach Schlaf mehr, sie taten das vielleicht noch zu ihrem Vergnügen oder aus nostalgischer Erinnerung, aber nie aus Notwendigkeit. In ihren dunklen Verstecken herrschte Nacht, und für die Wesen der Nacht war nur eines nötig, um sie tödlich gefährlich sein zu lassen, Dunkelheit. Nur in den ersten Stunden, in denen das Licht des Tages die Finsternis der Nacht vertrieb, waren sie weniger agil. Doch das war nur ein winziger Vorteil, in einem Unterfangen, das mehr als ein Himmelfahrtskommando darstellte.
Auffällig schweigsam erreichten Willow und Buffy die Sunnydale High, die verlassen in der Dunkelheit lag. Beide hingen sie ihren Gedanken nach, und das Schweigen zog sich hin, bis sie die Bibliothek erreichten.
Buffy ließ einen Finger über die Rücken von staubigen Büchern gleiten, die aufgeschlagen auf den Tischen lagen, nur war niemand mehr da, der sie hätte schließen können. In ihrer Welt war die Bibliothek in die Luft geflogen, in dem letzten Kampf gegen den zum Dämonen aufgestiegenen Bürgermeister. Hier existierte die Bibliothek zwar noch, aber sie löste nicht das gleiche Gefühl in Buffy aus. Hier hatten sie nie zusammengesessen, um sich gegen einen dämonischen Angriff zur Wehr zu setzen oder den Geheimnissen des Höllenschlunds auf die Spur zu kommen. Zwar trug auch diese Bibliothek deutlich die Handschrift von Rupert Giles, und doch war es ein zutiefst befremdlicher Ort für Buffy.
Sie warf einen Seitenblick zu Willow. Ob sie ähnlich fühlte? Ihre Freundin wirkte geistesabwesend, sie hatte die Augenbrauen zusammengezogen, so als konzentriere sie sich auf etwas.
"Willow?" Buffy gefiel diese geistige Abwesenheit nicht. Was war, wenn ihre Freundin vielleicht gerade darüber nachzudenken anfing, wie gut Blut eigentlich schmecken konnte? Die ganze Sache mit ihrem dämonischen Ebenbild ängstigte Buffy.
Die junge Frau schien aus ihrer tiefen Versunkenheit nur widerwillig aufzutauchen. "Ja?"
Buffy suchte die richtigen Worte, nur wußte sie nicht, ob es überhaupt richtige Worte geben konnte.
"Ich werde nicht zulassen, daß du hierbleibst." Eigentlich hatte Buffy das gar nicht sagen wollen, eigentlich hatte sie irgend etwas Geschliffenes, Geistreiches von sich geben wollen, ehe sie zum Kern dessen kam, was ihr auf der Seele lag.
Willow schüttelte den Kopf. "Du kannst nichts dagegen machen, Buffy. Ich habe mein Wort gegeben, und ich werde es nicht brechen. Sie würde ihres mir gegenüber auch nicht brechen."
"Ach!" Buffy legte sehr viel Sarkasmus in diesen einzigen Laut. "Du vertraust ihr also, und das, obwohl sie schon an deiner Kehle hing, um dich zu erwürgen. Ich hätte sie damals vernichten sollen, damit wäre uns allen viel Ärger erspart geblieben!"

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