Fan Fiction


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Buffy


"Spiegelungen in Hell und Dunkel"

von Martina Bernsdorf

Kapitel 6

"Widerwillig Verbündete"

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Das Bronze schien verlassen. Es lag in Mondlicht gehüllt und von Nebelschleiern umwogt in einem Meer der Stille. Einer Stille, die in Buffy Assoziationen mit dem Tod weckte.
Das, was ihr der junge Mann erzählt hatte, nagte an Buffy. Einerseits war sie sehr erleichtert darüber, daß Willow noch lebte und zumindest anscheinend in Sicherheit war, andererseits fragte sie sich, was es bedeutete, von einem Vampir Blut gespendet zu bekommen. Wurde Willow nun auch zu einer Vampirin? Oder mußte man dazu ausgesaugt werden? Mußte man dazu sterben? Sie selbst war auch schon von Vampiren gebissen worden, Angel hatte sie sogar fast getötet, als es darum ging, ihn mit dem Blut der Jägerin zu retten. Sie war kein Vampir geworden, allerdings hatte sie auch kein Blut von Angel getrunken.
Und welches Spiel spielte dabei Willows dunkles Ebenbild? Was hatte die Vampirin Willow vor? Was bezweckte sie mit dieser Rettungsaktion, wo sie ihr Ebenbild doch mit Leichtigkeit ebenfalls zu einer Vampirin hätte machen können? Woher rührte deren Sorge um Willow?
Dies alles waren Fragen, die Buffy nun erst einmal zurückdrängte. Es war gefährlich, wenn man über zu vieles nachdachte, während man sich auf einen Kampf vorbereitete. Sie hatte nicht direkt gegen die Vampirin gekämpft, als diese in ihrer Welt gewesen war. Zu beschäftigt damit, ihrem Spiegelbild die Luft abzuschnüren, schien sie nicht einmal bemerkt zu haben, daß Buffy direkt hinter ihr stand, bereit, einen Pflock durch ihr Herz zu treiben. Willow hatte verhindert, daß sie dies tat. Doch diesmal würde sie sich nicht aufhalten lassen, und diesmal, so schätzte sie, würde die dunkle Willow ihr wohl kaum noch einmal so ungeschützt den Rücken zuwenden.
Sie war keine dumme Wiedergängerin, sondern eine Vampirin, die von dem mächtigsten Vampir, der existierte, erschaffen worden war. Buffy bezweifelte nicht, daß der kommende Kampf sie bis an die Grenzen ihrer Kräfte treiben würde.
Unwillkürlich tastete sie nach dem Pflaster an ihrer Stirn. Ihr Schädel schmerzte noch immer, und sie fühlte sich nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte, aber es würde reichen müssen.
Vielleicht ließ sich eine Konfrontation mit dem Meister sogar umgehen. Wenn sie die Vampir-Willow vernichtet hatte und Willow somit befreit war, würden sie ihre Freunde suchen und so schnell als möglich diese finstere Welt verlassen.
Buffy schlich sich näher an das Bronze heran. Sie fühlte die Bewegung an ihrer rechten Seite mehr, als daß sie sie bewußt wahrgenommen hätte. Mit einer Körperdrehung entging sie den zupackenden Händen, gleichzeitig riß sie den Pflock aus ihrer Manteltasche, drehte sich erneut und hieb den Pflock dem Wiedergänger in die Brust. Er zerfiel lautlos zu Staub. Sie fühlte die Nähe anderer Untoter, aber sie zogen sich nach dem Tod des ersten von ihr zurück. Scheinbar ging ihre Loyalität als Wächter nicht sonderlich weit. Vielleicht rochen sie auch die Jägerin an ihr und wußten, daß ihre Existenz enden würde, wenn sie sich ihr in den Weg stellten.
Buffy öffnete behutsam die Tür und schlüpfte ins Innere des Bronze. Der Saal, in dem einst getanzt worden war, stank nach altem Blut. Blutspritzer waren über den Billardtischen verteilt, Käfige hingen von den Decken, in dem einen oder anderen lag sogar ein Skelett. Mit Stacheldraht war ein weiterer schon lange toter Mensch an einen der Stützpfeiler gebunden. Auf der Bühne spielte schon lange keine Musik mehr, außer vielleicht die von Tod und Schmerz.
Buffy biß die Zähne zusammen, Wut erfüllte ihr Denken. Es war nicht fair, daß diese Welt so war. Es machte ihr schreckliche Angst, daß dies das Sunnydale sein sollte, welches nie Buffy Summers beherbergt hatte. Hing an ihr wirklich so vieles? War das Schicksal dieser Stadt so sehr an sie gekettet, daß Sunnydale ohne sie zu einem Höllenloch und einer Brutstätte von Vampiren geworden war?

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