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Buffy


"Spiegelungen in Hell und Dunkel"

von Martina Bernsdorf

Kapitel 5

"Getrennte Freunde"

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Er warf einen Blick zu der so schweigsamen Buffy. Sie erwiderte seinen Blick aus verhangenen blaugrauen Augen, in denen so vieles geschrieben stand, das nicht zu ihrem Alter paßte. Soviel Schmerz, soviel Verlust. Giles schauderte.
"Gehen wir." Buffy trat zu dem Pentagramm.
"Halt!" Giles hielt sie mit einem Griff am Arm fest, ehe sie das Pentagramm betreten konnte. Sie warf ihm einen vernichtenden Blick zu, der Giles dazu veranlaßte, sie augenblicklich loszulassen.
"Wir müssen es gemeinsam tun." Giles nahm die Position neben Buffy ein und dirigierte die anderen so, daß sie um das Pentagramm herum einen Kreis bildeten.
"Wir dürfen auf keinen Fall auf die Ränder des Pentagramms treten oder sie gar verwischen, das ist sehr wichtig." Sein Blick galt Xander.
Dieser gab sich gänzlich entrüstet. "Bin ich schon mal auf ein Pentagramm getreten?" Er gab selbst sofort die Antwort darauf. "Nein."
Giles seufzte und schüttelte nur den Kopf. Zwar war Xander bisher wirklich noch nie auf die Linien eines Pentagramms getreten, aber auch nur, weil sie noch nie einen derartigen Zauber angewendet hatten. Willow war die Hexe, Giles befaßte sich nur auf akademische Weise mit der Zauberei und griff ausschließlich im Notfall zu Ritualen.
Buffy warf ihm einen ungeduldigen Blick zu, und Giles nickte. "Mögen uns die guten Götter beistehen." Er nickte erneut, und die vier Personen um das Pentagramm traten in die Mitte.
"Autsch!" Xander wich einen Schritt zurück, und seine Turnschuhe berührten die Linie des Pentagramms. Er versuchte die züngelnden blauen Flammen an seiner Hose auszuklopfen. Sein Schuh wischte über eine Linie, durchbrach sie damit.
"Xander, die Linie!" Giles streckte die Hand aus, um den jungen Mann zurückzuziehen, aber er wurde bereits von der machtvollen Magie ergriffen und in die andere Welt geschleudert.
Jedoch war es kein sanftes Hinübergleiten, es war ein gewaltiges Crescendo an Geräuschen, Farben und Formen. Es schien ihm, als würde er in tausend Stücke gerissen, wieder zusammengesetzt, gedehnt und verdreht. Schatten umwirbelten ihn, verlachten ihn. Er sah, wie sich Buffy, Angel und Xander immer mehr von ihm entfernten. Etwas ging schief, etwas ging auf entsetzliche Weise schief.
"Buuuufffyyyy!" Giles hörte seinen eigenen Schrei gedehnt und mit einem vielfachen Echo versehen, das auf ihn wie Spott wirkte. Er streckte die Hand aus, und es schien ihm, als würde sie sich bis in die Unendlichkeit dehnen. Die Dunkelheit rückte näher, während seine Gefährten sich weiter entfernten. Die Schwärze verdichtete sich, schien Gesichter zu bilden, schien nach ihm zu schnappen und verschlang ihn schließlich.

*    *    *

"Ohoooooooo!" Xander hatte das Gefühl, er würde Achterbahn fahren, nein, das stimmte nicht einmal, er hatte vielmehr das Gefühl, als würde man mit ihm Achterbahn fahren. Die Welt drehte sich ganz entsetzlich um ihn. Er sah den vorwurfsvollen Blick von Giles in einer Verzerrung, die Übelkeit in ihm erweckte. "Es ist nicht meine Schuld!" schrie Xander in diese Kakophonie von Farben, Formen, Geräuschen. Er hörte seine eigene Stimme nicht und dachte stumm, daß es nicht fair war. Niemand hatte ihm gesagt, daß seine Hose zu brennen anfangen würde, wenn er das Pentagramm betrat.
Wenn er sich recht erinnerte, hatte auch bei niemandem sonst irgend etwas angefangen zu brennen. Und wenn er es richtig bedachte, dann brannte er noch immer!
Xander schrie und versuchte weiter, die Flammen auszuklopfen, die an seinen Hosenbeinen leckten und sich anzuschicken schienen, weiter nach oben zu kriechen. In dieser merkwürdigen Dimension, in dieser Passage, schien es, als wären die Flammen lebendige Wesen, die Gesichter bildeten und über ihn lachten und lachten und lachten.

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