Fan Fiction


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Buffy


"Spiegelungen in Hell und Dunkel"

von Martina Bernsdorf

Kapitel 5

"Getrennte Freunde"

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Blaue Flammen flackerten auf, leckten über die Linien des Pentagramms und warfen ihren Widerschein auf die vier Personen, die sich hier versammelt hatten. Da Giles davon ausging, daß sie an dem Ort auf der anderen Seite auftauchen würden, an dem sie das Ritual auf dieser Welt abhielten, hatte man nicht die Gruft gewählt. Es wäre zu wagemutig gewesen, mitten in die Heimstatt des Meisters zu platzen. Auch wenn Buffy zuerst für diese Taktik plädiert hatte. Sie hatte sich nur mühsam davon überzeugen lassen, daß ein Frontalangriff zu gefährlich war. Es würde Willow nichts nützen, wenn sie bei dem Versuch, sie zu befreien, überwältigt oder gar getötet wurden.
Giles hatte sich dann für die Kellerräume unter der Sunnydale High entschieden. Sie dürften wenig Aufmerksamkeit erwecken, wenn sie dort erschienen.
"Sind Sie auch sicher, daß es klappt?" Xander kaute auf einem Fingernagel und betrachtete das brennende Pentagramm argwöhnisch. Es schien ihm wenig anziehend, in die Mitte dieses Kreises zu treten.
Rupert Giles verzog säuerlich den Mund. "Natürlich bin ich sicher, ich habe das Ritual selbst übersetzt."
Xander blickte zuerst Buffy und dann Angel an. "Und das soll mich jetzt beruhigen? Man hat Sie immerhin aus dem Rat der Wächter gefeuert!"
Buffy schwieg grimmig, und Xander zuckte leicht mit den Schultern. Immerhin ging es um Willow, und er bezweifelte nicht, daß sie für ihn in jedes brennende Pentagramm gesprungen wäre, das sich bot.
Er klopfte nervös auf seinen Mantel und brachte damit die Utensilien, die er dort verstaut hatte, zum Klappern.
Giles hob irritiert die Augenbraue. "Was, in Gottes Namen, schleppst du alles mit dir herum, Xander?"
Dieser öffnete in bester Exhibitionistenmanier seinen Mantel und gab damit einen Blick auf seine Ausrüstung preis. Mehrere Kreuze hingen um seinen Hals, Dutzende Pflöcke steckten im Mantelfutter, ein Knoblauchzopf war um seine Hüften geschlungen wie ein Revolvergurt.
Angel schüttelte leicht den Kopf. Giles griff sich an die Schläfen, so als litte er unter einer Kopfschmerzattacke, und Buffy schien gar nicht wahrzunehmen, wie Xander sich ausstaffiert hatte.
Die Jägerin schien sehr weit weg mit ihren Gedanken zu sein. Und Giles konnte sich gut vorstellen, woran sie dachte. Sie dachte vermutlich daran, daß der Meister sie schon einmal getötet hatte, und daran, was er womöglich Willow schon angetan hatte.
Buffy hatte den großen Verband um ihre Stirn gegen ein Pflaster ausgetauscht, das die genähte Wunde kaum abdeckte. Giles wäre es sehr viel lieber gewesen, wenn sie im Krankenhaus geblieben wäre. Obwohl er bezweifelte, daß sie ohne die Jägerin und deren spezielle Talente eine Chance auf der anderen Seite gehabt hätten.
Er fragte sich nur, wie stark Buffys Verletzung sie wirklich beeinträchtigte. Würde sie überhaupt im Vollbesitz ihrer Kraft sein, wenn es darauf ankam? Sie zogen schließlich gegen den mächtigsten Feind ins Feld, den Giles sich überhaupt vorstellen konnte.
Der Bibliothekar und ehemalige Wächter blickte zu Angel. Wie immer fiel es ihm schwer, den Vampir anzusehen, ohne gleich daran zu denken, daß er als Angelus seine geliebte Jenny getötet hatte. Angel war wieder im Besitz seiner menschlichen Seele, aber Giles konnte nicht vergessen. Er konnte auch nicht vergessen, wie Angelus ihn gefoltert hatte, ehe Buffy ihn zur Hölle geschickt hatte.
Angel erwiderte den Blick des Bibliothekars mit einer Spur Wehmut in den dunklen Augen. Er konnte sich gut vorstellen, wie Giles sich fühlen mußte, wenn er in seiner Nähe war. Als einziger der Gruppe war er nicht bewaffnet, seine Kräfte als Vampir genügten ihm im Kampf.
"Nun", Giles räusperte sich, "es ist alles soweit vorbereitet, wir müssen nur noch in das Pentagramm treten."

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