Fan Fiction


:: Übersicht
:: Kommentare


:: Im PDF-Format downloaden


:: Wesen der ewigen Nacht
:: In einer anderen Welt
:: Die Auferstehung
:: Die Macht des Blutes
:: Getrennte Freunde
:: Widerwillig Verbündete
:: Vorbereitungen
:: Die Fäden laufen zusammen
:: Endkampf
:: Nach dem Kampf


Buffy


"Spiegelungen in Hell und Dunkel"

von Martina Bernsdorf

Kapitel 10

"Nach dem Kampf"

 « :: Kommentare :: » 

Die Vampire, die dem Meister gedient hatten und der Vernichtung bisher entgangen waren, flohen, als er fiel. Zurück blieben nur die überlebenden Vampire aus Xanders Rebellenschar, die sich ungläubig ansahen und dann in Jubel ausbrachen. Keiner von ihnen hätte gedacht, daß sie den Meister wirklich besiegen würden.
Neben der Asche des Meisters fanden sie sich wieder. Giles trat Hand in Hand mit Jenny zu ihnen, es war ihm momentan ziemlich egal, ob sie eine Vampirin war oder nicht. Sie hatten gemeinsam gekämpft, und sie lebten noch.
Xander kam hinzu und klopfte dem ehemaligen Wächter begeistert auf die Schulter. Er hatte keinen einzigen Kratzer abbekommen und fühlte sich stark wie nie. Seine Truppe hatte schließlich entscheidend zum Sieg beigetragen. Daß sie alle Vampire waren, störte ihn nicht weiter.
Angel trat schweigend hinzu und mied unwillkürlich den Blick, den Buffy ihm zuwarf. Erneut fühlte sie sich zurückgewiesen und verletzt. Sie hatten den Kampf gewonnen, aber Buffy fühlte sich, als hätten sie verloren.
"Willow." Buffy schüttelte leicht den Kopf und fühlte unendliche Trauer in sich. Was sollte sie noch sagen? Giles senkte ebenfalls den Blick. Sie hatten zwar gewonnen, aber zu welchem Preis?
Auch Xander sah erst jetzt, daß Willow eine Vampirin geworden war, und fluchte leise.
"Du hast noch immer die Wahl." Angel lächelte leicht. "Du kannst dich zurückverwandeln, und mit der Zeit wird das Blut der Vampirin nicht mehr so stark in dir sein, Willow."
Willow fragte sich, ob sie überhaupt zurückwollte. Sie verstand jetzt das Verlockende daran, eine Vampirin zu sein. Die Macht, die Stärke, die geschärften Sinne. Warum zurück? Sie sah aber auch die Pein in den Augen ihrer Freunde, außer Angel schienen alle zu meinen, sie sei verloren.
Es war erstaunlich, wie leicht man wieder in seine menschliche Gestalt zurückfand. Sie hob die Hände. "Ich bin immer noch Willow."
Sie sah den Zweifel in den Augen ihrer Freunde.
"Das ist wahr." Angel hob seine Stimme. "Du bist keine richtige Vampirin, denn dazu muß man sterben."
Giles hob die Augenbraue und rückte seine verbogene Brille zurecht, die dennoch reichlich schief auf seiner Nase saß. "Dann kann man sie", er zögerte und suchte nach dem richtigen Ausdruck, "heilen?"
Angel schien über die Wortwahl nicht sonderlich glücklich zu sein. Er sah sich selbst nicht als Krankheit, obwohl er einstmals als Angelus sicher schlimmer als die Pest gewesen war.
"Nicht direkt heilen. Doch das Blut der Vampirin wird schwächer werden und damit auch die Kräfte und die Möglichkeit, sich zu verwandeln. Ganz verschwinden wird es jedoch nie."
Willow zuckte leicht die Schultern. "Damit kann ich leben."
Sie fragte sich allerdings, ob sie wirklich wollte, daß es schwächer wurde. Wenn sie ohnehin in dieser Welt blieb, war es unbedeutend, im Gegenteil, vielleicht wäre es sogar vorzuziehen. Vielleicht würde sie mehr Einfluß auf ihr dunkles Ebenbild ausüben können, wenn sie war wie sie. Sie sah zu ihrer Doppelgängerin, deren grünen Augen verhangen wirkten, so als dächte sie intensiv über etwas nach.
Xander seufzte erleichtert. "Ich schätze, im Grunde ist doch alles super gelaufen, laßt uns endlich heimkehren!" Er schlug in die Hände und warf einen Blick in die Runde. Anscheinend fand außer ihm niemand, es sei super gelaufen. Xander zuckte leicht die Schultern und hob die Augenbrauen in einer halb entschuldigenden, halb – "Ich habe keine Ahnung was hier eigentlich los ist"-Geste.
"Ich werde nicht zulassen, daß du hierbleibst." Buffys brennende Augen warfen haßerfüllte Blicke in Richtung der Vampirin.
Willow seufzte leise. "Buffy, es geht nicht anders."
Die Jägerin ging blitzschnell in die Hocke und riß aus der Asche eines vernichteten Vampirs einen Pflock empor. "Oh doch, es geht anders."
Willow schüttelte traurig den Kopf. "Glaubst du wirklich, ich würde das zulassen, Buffy?"
Die Jägerin trat vor ihre beste Freundin. Tränen schwammen in ihren Augen, und ärgerlich blinzelte sie, um sie zu vertreiben. Sie wollte wütend sein, sie wollte nicht weinen, sie wollte nicht trauern, und noch viel weniger wollte sie Willow in dieser finsteren, abscheulichen Welt lassen!

 « Seite 1 »