Fan Fiction


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Buffy


"Die Rachedämonin"

von Martina Bernsdorf

4. Kapitel


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Krankenhausstühle waren nicht dazu gedacht, daß man auf ihnen schlief. Zu diesem Ergebnis war Buffy im Laufe der Nacht gelangt. Irgendein Körperteil fing unweigerlich an einzuschlafen. Buffy streckte ein Bein aus und wurde mit dem Gefühl belohnt, daß es jetzt darin kribbelte, als würden tausend Ameisen Polka tanzen. Entnervt öffnete sie die Augen um sich eine andere Position auszudenken und erschrak als sie Willow direkt vor sich stehen sah.
"Will...", Buffy stockte und rieb sich die Augen. "Du hast mich erschreckt, anscheinend habe ich doch geschlafen, ich dachte nicht, daß sich jemand an mich ranschleichen kann, ohne das ich das merke."
Die Jägerin schüttelte leicht den Kopf über das was sie gesagt hatte, vermutlich schlief ihr Gehirn doch noch. Sie sah zum Fenster, wo sich die ersten Sonnenstrahlen zeigten. Wieder war eine Nacht in Sunnydale vorüber. Wieder war eine Nacht vorbei, die Buffy am liebsten ungeschehen machen würde. Die Nächte in Sunnydale waren manchmal nur schwer zu ertragen.
Buffy sah Willow an. Ihre Freundin sah müde aus, aber gleichzeitig auch angespannt. Ob sie wohl geschlafen hatte? Buffy bezweifelte es. Die Jägerin runzelte die Stirn, sie fragte sich, wie lange Willow schon schweigend vor ihr stand.
"W-wie geht es Tara?" Buffy forschte in Willows grünen Augen, irgendetwas an ihrem Ausdruck erschreckte sie. Es war als sehe Willow in eine ganz andere Dimension.
"Unverändert." Willow schüttelte den Kopf, so als wolle sie die Müdigkeit abschütteln, ein wenig mehr Leben kehrte in ihre Augen zurück.
"Ich möchte kurz nach Hause fahren. Duschen, andere Klamotten anziehen, ein paar Sachen einpacken..." Willow sah sich kurz in dem leeren Aufenthaltsraum um.
"Ich habe die anderen nach Hause geschickt, sie kommen nach dem Frühstück wieder." Buffy hatte das unbestimmte Gefühl die Abwesenheit der anderen entschuldigen zu müssen.
"Soll ich mit dir kommen, Will?" Buffy stand auf und ignorierte ihr eingeschlafenes Bein. Willow schüttelte den Kopf. "Nein, ich...", sie stockte. "Ich möchte, daß du bei Tara bleibst."
Buffy nickte. "Natürlich."
"Es ist nicht so, daß ich denke, daß sie aufwacht." Willow machte eine unbestimmte Geste mit der Hand. "Es ist nur....sie soll nicht allein sein. Wenn sie doch..." ihre Stimme verklang.
"Wenn sie doch aufwacht, soll jemand bei ihr sein, das verstehe ich sehr gut. Du mußt dir keine Sorgen machen, ich bleibe bei ihr. Ich wache über sie." Buffy berührte Willow sanft am Arm. In den Augen der rothaarigen Hexe war Erleichterung darüber zu lesen, daß Buffy verstand. Es war mehr als unwahrscheinlich, daß irgendjemand sie im Krankenhaus angriff, aber dennoch hatte Willow das Gefühl, daß jemand Tara beschützen mußte.
"Du kannst ruhig ein paar Stunden schlafen, Willow. Es wäre gut für dich."
"Nein, ich...", Willow zuckte unbestimmt mit den Schultern. "Ich könnte jetzt nicht schlafen."
Die Jägerin nickte langsam. Sie verstand nur zu gut, was Willow wirklich bewegte. Sie war todmüde und hätte sicherlich schlafen können, doch darum ging es nicht. Sie fürchtete sich vor dem Schlaf. Davor, von was sie träumen würde und das konnte Buffy nur zu gut verstehen. Sie selbst hatte eine erlesene Auswahl an Alpträumen in ihrem Leben gesammelt. Nachdem sie gezwungen gewesen war Angel zur Hölle zu schicken, hatte sie sich wochenlang davor gefürchtet die Augen zu schließen, zu schlafen und damit alles wieder zu erleben.

*    *    *

Buffy betrat leise das Krankenzimmer, dabei schüttelte sie selbst den Kopf. Es würde Tara sicherlich nicht stören, leider nicht stören, wenn sie laut gewesen wäre. Es war kein Schlaf aus dem man sie reißen konnte.

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