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Buffy


"Die Rachedämonin"

von Martina Bernsdorf

3. Kapitel


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"Ich bleibe hier, wenn du mich brauchst, dann bin ich hier." Sie umarmte Willow fest. "Es wird alles gut werden, Willow. Tara wird wieder aufwachen, sie muß einfach wieder aufwachen."
Die rothaarige Hexe löste sich wortlos von Buffy und verließ den Raum. Die anderen sahen ihr nach. Willow wirkte furchtbar verloren und allein, wie sie durch den menschenleeren Flur ging, dem Zimmer entgegen, in den Tara untergebracht war.

*    *    *

Der Raum war abgedunkelt, die einzige Lichtquelle war eine Lampe über dem Bett und das Mondlicht, das durch das Fenster schien. Tara lag in einem Einzelzimmer und dafür war Willow dankbar, sie wollte nicht, daß jemand außer ihr hier war. Sie wußte, daß ihre Freude draußen warteten, daß sie bereit waren mit ihr hier zu sein, sie zu trösten und zu unterstützen, aber all dies wollte Willow nicht.
Sie wollte allein mit Tara sein.
Willow ging langsam zu dem Bett. Jemand hatte das Blut aus ihren Haaren gewaschen, das fiel ihr zuerst auf. Ein dickes, weißes Pflaster verdeckte die Platzwunde an ihrer Schläfe. Auf der rechten Seite des Bettes stand ein Infusionsständer mit einer Blutkonserve. Willow verfolgte den Weg des dünnen, mit roter Flüssigkeit gefüllten, Plastikschlauches bis zu Taras Armbeuge. Trotz der Infusionen war sie noch immer erschreckend blas.
Die rothaarige Hexe ging nun langsam auf die linke Seite des Bettes und setzte sich auf die Bettkante. Sie nahm Taras linke Hand in die ihre und strich mit den Fingern kurz über den Verband um ihr Handgelenk. Willow biß die Zähne zusammen und drängte die Tränen zurück, die sich so machtvoll ihren Weg bahnen wollten. Sie wollte jetzt nicht weinen.
Taras Hand war kalt. Willow hob sie an ihre Lippen und küßte sie, ehe sie die Hand wieder senkte und mit ihren eigenen Händen bedeckte um sie zu wärmen.
"Ich bin hier, Sweetie." Willow flüsterte diese Worte. "Ich bin bei dir."
Sie beugte sich zu Taras Kopf, strich mit den Fingern sanft über ihre Wangen und küßte sie. Sie wußte, das sie keine Reaktion erwarten konnte, erwarten durfte, und doch, für einen verzweifelten Augenblick lang wünschte sie sich sehnlichst, daß dieser Kuß Tara wecken würde.
"Ich bin hier, Tara", wiederholte sie. "Ich würde dich nie verlassen...", Willows Stimme brach. "Du...du...würdest doch auch nicht.... mich....verlassen?" Willows Stimme kratzte in ihrem Hals, es war als wäre jedes Wort eine Klinge in ihrer Kehle.
Sie lehnte sich vor, bettete ihren Kopf vorsichtig an Taras linker Schulter und schloß die Augen. Sie lauschte dem gleichmäßigen Geräusch von Taras Herzschlag. Ein vertrauter Klang, der das Versprechen von Leben in sich trug.
"Ich bin so müde, Tara. So unendlich müde", wisperte sie. "Halte mich fest, sei mein Anker, laß mich nicht verloren gehen." Sie wünschte sich so sehnlich Taras Arme um sich, wünschte sich ihre Stimme zu hören, die sie beruhigte, die sie hielt.
In ihren Gedanken wirbelte alles herum, die ganzen Geschehnisse des Tages schienen zu scharfkanten Splittern zerschlagen, die ihren Geist zerschnitten. Sie hatte solche Angst Tara zu verlieren. Sie hatte so unendliche Angst und unter dieser Angst lauerte das Raubtier, das seinen Rachen öffnete und die Zähne fletschte. Das Raubtier, welches die Freiheit witterte.
"Sie werden dafür bezahlen, Tara." Willow legte ihre Arme um ihre Geliebte, so gut dies nur ging. "Sie werden bezahlen, oh ja."

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