Fan Fiction


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Buffy


"Die Rachedämonin"

von Martina Bernsdorf

3. Kapitel


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Die alte Kirche war schon lange aufgegeben. Halb zerfallen stand sie am Ortsrand von Sunnydale, Bretter waren vor die Fenster und Türen genagelt. Windschief schien die alte Kirche nur auf den nächsten Sturm zu warten, um wie ein Kartenhaus zusammenzubrechen.
Buffy drückte lauschend ihr Ohr an die Türe. Von drinnen konnte man leise und abgeschwächt lateinische Gesänge vernehmen. Irgendwas ging hier auf jeden Fall vor sich. Sie blickte zu Willow, die Hexe hatte die Fäuste geballt und Buffy konnte sehen, wie winzige Energieentladungen über sie flackerten, während die rothaarige Hexe stumm die Lippen bewegte.
"Es wäre vielleicht besser, wenn wir die Lage erst erkunden, ehe wir angreifen." Buffy hoffte, daß ihre Worte wirklich zu Willow durchdrangen. Sie konnte ihre Freundin verstehen, aber eine direkte Konfrontation mit einem Bund von Vampiren, von denen sie nicht wußten wieviele es waren, war ein gefährliches Unterfangen. Es blieben dabei zu viele Variable und so etwas konnte Leben kosten.
"Wir werden Tara befreien." Buffy hoffte nur, daß sie noch rechtzeitig kamen und das sie überhaupt die richtigen Schlüsse gezogen hatten. Sie winkte Giles, Xander und Anja zu, daß sie zu der Rückseite der Kirche gingen. Spike und sie blieben mit Willow an der Vorderseite. Vorsichtig, bemüht wenig Geräusche zu verursachen, löste Buffy eines der Holzbretter, um ihnen einen Blick in das Innere zu ermöglichen.
Die Kirche war klein und schon seit Jahren unbenutzt. Spinnweben umhüllten Lampen, die längst an keine Stromversorgung mehr angeschlossen waren, klebten an Bänken und Wänden. Staub lag auf den alten Kirchenbänken, die teilweise zersplittert waren.
Kerzenständer und Fackeln erhellten das Kircheninnere. Das Kreuz hinter dem Altar war umgedreht worden, auf dem Kopf stehend sollte es wohl als eine Huldigung an die schwarzen Mächte dienen.
Spike, so entschied Buffy, hatte nicht unrecht damit gehabt, sie als barocke Spinner zu bezeichnen. Die Vampire waren altertümlich gekleidet, mit weiten Umhängen, viel Samt und Spitze an ihrer Kleidung.
Lächerlich.
Buffy verzog die Mundwinkel. Dennoch, sie durfte nicht den Fehler begehen sie zu unterschätzen. Es war nicht ganz einfach in dem schattenverzerrten Innern der Kirche ihre Zahl zu ermitteln, auf jeden Fall waren es weit mehr als ein Dutzend.
Bisher war der Blick auf den Altar verdeckt gewesen. Doch als sich einer der Vampire bewegte, ergab sich dadurch unvermittelt eine Lücke und damit ein freier Blick. Buffy hörte wie Willow scharf die Luft einzog.
Auf dem Altar lag Tara. Anscheinend war sie bewußtlos, zumindest war keine Bewegung wahrzunehmen. Hinter dem Altar stand eine Vampirin, die wohl die Anführerin der enfants du sang war.
Ein Vampir kauerte vor dem Altar und verdeckte damit zum Teil die Sicht. Er senkte über irgend etwas den Kopf, ehe er sich nach einer kurzen Zeit wieder erhob. Als er sich abwandte um sich zu den Vampiren zu gesellen, die rechts vom Altar standen, war das Blut an seinen Lippen zu sehen.
Mehr brauchte Willow nicht mehr zu sehen. Die rothaarige Hexe sprang zurück und ignorierte Buffys leisen Ruf.
"Elemente gehorcht meinem Willen!" Willow hob die Arme, es knisterte als sich Energie sammelte. Die restlichen Worte des Zauberspruches konnte Buffy nicht verstehen, aber an der Wirksamkeit des Spruches gab es keinen Zweifel. Der Sturm, auf dem diese windschiefe Kirche gewartet hatte, war in Form einer rothaarigen, äußerst verzweifelten Hexe gekommen.
Die Türe, samt dem Großteil der Vorderfront der Kirche, wurden von dem gewaltigen Schlag magischer Kraft zerfetzt. Trümmerstücke flogen in alle Himmelsrichtungen.
Die aufgescheuchten Vampire formierten sich an beiden Seiten der noch intakten Seitenwände.
Giles, Xander und Anja kamen von ihren Posten hinter der Kirche angerannt.

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