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Buffy


"Die Rachedämonin"

von Martina Bernsdorf

2. Kapitel


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"Was ist los?"
Willow zuckte ein mit den Schultern und blickte auf den Pflock in ihrer Hand. Sie wünschte sich, Anja wäre nicht hier. Mit Xander konnte sie sprechen, vor ihm war sie bereit ihr Seelenleben auszubreiten, bei Anja war das allerdings nicht der Fall.
"Ist es, weil Tara nicht hier ist?" Xander konnte manchmal geradezu verblüffend scharfsinnig sein.
"Ja, genau!" Anja sah sich um, so als erwarte sie, daß Tara hinter einem Busch hervorkommen würde. "Warum ist sie nicht hier?"
Willow hob zu einem Seufzen an, unterließ es aber. "Sie hält nicht viel von diesen Patrouillen."
Die rothaarige Hexe sah Unverständnis in Xanders Augen aufleuchten. "Nein, nein," sagte sie schnell. "Es ist nicht so, daß Tara den Sinn bezweifelt, sie möchte nur nicht Teil davon sein."
Anja nickte. "Sie liebt dich nicht. Sonst wäre sie hier." Sie lächelte Xander mit einer Miene an, die besagten sollte, bin ich nicht eine tolle Frau, weil ich sogar mit dir auf Patrouille gehe?
Xander verdrehte die Augen. Manchmal war Anja so unsensibel wie ein Hackklotz. Was natürlich daran lag, daß sie völlig unerfahren in vielen Gefühlsangelegenheiten war. Sie wußte nicht, daß ihre Worte verletzend waren.
"Das ist absoluter Unsinn!" Willow funkelte Anja wütend an. Es war leicht auf Anja wütend zu werden.
"Natürlich ist es das, Anja versteht das noch nicht Willow. Sie ist noch nicht lange genug Mensch um zu verstehen, daß man einander auch lieben kann, wenn man nicht alles miteinander teilt. Es gibt Momente, wo man auch einmal allein sein möchte."
Xander blickte zu Anja, die ein wenig verletzt wirkte. Er hatte versucht ihr das zu erklären. Seine Kumpels vom Bau hatten es nicht so richtig verstanden, daß Anja bei ihrem Pokerabend neben Xander gesessen hatte um ihn anzufeuern, wobei sie sich oft lautstark darüber geäußert hatte, welche Karten er auf der Hand hielt.
Willow nickte nachdenklich. Tara hatte ja auch nie von ihr gefordert, daß sie die Patrouillen einstellte, obwohl sie wußte, daß sie sich Sorgen um sie machte. Es war nie ganz ungefährlich mit Buffy auf Patrouille zu gehen. Doch Tara war immer bedachte darauf, sich nicht zwischen Willow und ihre Freunde zu stellen.
"Ich denke, sie hält einfach nicht viel davon selbst Vampire zu pfählen und Nachts über Friedhöfe zu schleichen..." Willow kam nicht dazu ihren Gedankengang weiter auszuführen. Hinter einem Busch löste sich ein dunkler Schatten aus der Umarmung der Nacht und warf sich auf Xander.
Xander wurde von dem Aufprall zurückgeschleudert und versuchte instinktiv sich irgendwo festzuhalten. Doch da gab es nichts, an dem man sich halten konnte. Unglücklicherweise wurde er direkt in ein ausgehobenes Grab geschleudert. Der Aufprall trieb ihm die Luft aus den Lungen. Es war ein altes Grab, das man ausgehoben hatte um die Reste des Vorbesitzers zu entfernen, damit man die Grabstelle wieder verkaufen konnte. Selbst auf Friedhöfen gab es so etwas wie Angebot und Nachfrage und das besonders an einem Ort wie Sunnydale!
Der alte, vermoderte Sarg splitterte unter dem Aufprall und Holzsplitter und Staub umwirbelten Xander. Er schüttelte sich um die Benommenheit loszuwerden. Sein Griff um den Pflock in seiner Hand verstärkte sich wieder, er hatte schon gedacht ihn verloren zu haben.
Ein dunkler Schatten sprang auf ihn herab. Mondlicht glitzerte kurz auf Vampirfängen und Xander schrie unwillkürlich auf. Er stieß den Pflock nach vorne, doch leider hatte sich seine Hand um eine vermoderte, morsche Knochenhand geschlossen, statt um seinen Pflock. Die alten Knochen splitterten unter dem Gewicht des Vampirs.

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