Fan Fiction


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Buffy


"Die Rachedämonin"

von Martina Bernsdorf

2. Kapitel


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Leichter Bodennebel wogte über den Friedhof. Willow fragte sich unwillkürlich, ob es in Sunnydale besonders viel von diesem speziellen Nebel gab. Vielleicht war das ein Effekt des Höllenschlundes.
Xander und Anja gingen vor ihr, Hand in Hand.
Willow seufzte leise. Sie wünschte sich, sie könnte mit Tara Hand in Hand gehen, dann würde sie sich nicht so verloren fühlen. Es ärgerte sie ein wenig, daß Xander mit Anja turtelte. Immerhin waren sie aus Patrouille.
Andererseits, wäre Tara dabei gewesen... Willow seufzte erneut. Sie war nur neidisch, daß Anja alles teilte was Xander tat. Sicherlich, sie tat das auf absolut nervende und aufdringliche Weise, zumindest Willows Meinung nach, aber sie war immerhin bei ihm.
Es fiel ihr immer noch nicht leicht Anja zu akzeptieren. Die ehemalige Rachedämonin war ihr einfach nicht geheuer. Sie hatte Jahrhunderte damit verbracht Männer zu bestrafen, sie zu verhexen, ihnen zu Schaden und nun war sie die Gefährtin von Xander, der seit dem Kindergarten immer Willows bester Kumpel gewesen war.
Es hatte eine kurze Zeit gegeben, wo er mehr hätte sein können, aber die war vorbei. Zurück war jedoch eine merkwürdige Art der Eifersucht geblieben, die Willow auf Anja empfand. Sie hatte einfach das Gefühl, daß Anja nicht gut genug für ihren Xander war. Sie seufzte erneut.
Xander ließ Anjas Hand los und verlangsamte seinen Schritt, bis er mit Willow auf der gleichen Höhe war. "Wenn du noch einmal seufzt, wird sich sicherlich kein Vampir an uns herantrauen, weil er dich für einen schrecklichen Seufzerdämon hält."
Unwillkürlich mußte Willow grinsten. Seufzerdämon. Nur Xander konnte auf so eine alberne Idee kommen und nur Xander erzielte damit diese Wirkung auf Willow, daß sie ihn einfach süß fand, wenn er so etwas tat, um ihre Stimmung aufzuhellen.
"Seufzerdämon?" Anja runzelte die Stirn. "So etwas gibt es gar nicht."
Willow verdrehte die Augen und sparte sich ein weiteres Aufseufzen. Anjas Unfähigkeit manche zwischenmenschliche Vorgänge zu verstehen ging ihr oft auf die Nerven. Sie begriff nicht, daß Xander dies nur erfunden hatte, um Willow zum Lachen zu bringen. Und wenn sie es begriffen hätte, hätte es ihr vermutlich nicht gefallen. Sie wollte nicht, daß Xander jemand anderen zum Lachen brachte, als sie selbst.
Xander ignorierte Anjas Einwand. Vielleicht kam er deshalb so gut mit der ehemaligen Dämonin zurecht, weil er sich nie daran störte, daß sie viele zwischenmenschliche Vorgänge nicht verstand.
"Ist mit dir alles in Ordnung, Will?" Xander wirkte oft so, als könne man ihn unmöglich ernst nehmen. Doch Willow kannte ihn zu gut, kannte ihn schon seit ihren Kindergartentagen in Sunnydale. Er war ihr bester Freund, in vielen langen Jahren, ehe Buffy nach Sunnydale gekommen war, sogar ihr einziger Freund. Im letzten Jahr, seit sie auf dem College war und Xander arbeitete, hatten sie sich ein wenig voneinander entfernt. Sie wußte auch, daß Xander nicht völlig verstand, warum sie mit Tara zusammen war. Doch er hatte ihre Liebesbeziehung zu Tara akzeptiert und nie in Frage gestellt. Schon das zeigte ihr, daß er immer noch ihr Freund war. Er war auch bereit gewesen für Tara einzustehen, als Taras Familie sie zurückholen wollte. So wie alle ihre Freunde.
Willow blickte zu Anja, die sich sehr besitzergreifend an Xanders Arm klammerte. Selbst Anja hatte sich für Tara eingesetzt, etwas, das sie der ehemaligen Dämonin zu gute halten mußte.
"Ob Buffy und Giles schon auf Vampire gestoßen sind? Es scheint heute ziemlich ruhig zu sein." Willow sah, wie Xander eine Augenbraue hob. Sie wußte, daß er sich nicht damit zufriedengeben würde, daß sie so einfach versuchte das Thema zu wechseln. Sie sah jetzt erst recht Sorge in seinen dunklen Augen aufblitzen.

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