Doctor Who


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:: 1x08 They Keep Killing Suzie
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:: 1x13 End of Days


Torchwood Episodenguide


1x10 "Out Of Time"

[Die Gestrandeten]


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Regie:
Alice Troughton
Drehbuch:
Cath Tregenna

Hauptdarsteller:
John Barrowman (Jack Harkness)
Eve Myles (Gwen Cooper)
Burn Gorman (Owen Harper)
Naoko Mori (Toshiko Sato)
Gareth David-Lloyd (Ianto Jones)

Gaststars:
Kai Owen (Rhys Williams)
Louise Delamere (Diane)
Mark Lewis Jones (John Ellis)
Olivia Hallinan (Emma)
Sam Beezely (Alan Ellis)
Nurse Janine Carrington (Alesha)
Rhea Bailey (Jade)
Andrew MacBean (Flying Instructor)
Ciaran Dowd (Barman)

 Kurzinhalt
Auf einem abgelegenen Flughafen nimmt das Torchwood-Team die drei Insassen eines 2-motorigen Doppeldeckers in Empfang. Das Flugzeug startete im Jahre 1953 und wurde durch den Zeitriss katapultiert. Das Team soll sich nun um die in der falschen Zeit gestrandeten Menschen kĂŒmmern. Sie werden ĂŒber das Geschehen aufgeklĂ€rt, erhalten Papiere und Geld und ein bisschen praktischen "Unterricht" im einem Einkaufscenter. Der Kulturschock ist groß und wird von der 18-jĂ€hrigen Emma völlig anders verarbeitet als von der etwa 30-jĂ€hrigen Pilotin Diane, die seinerzeit eine ungewöhnlich unabhĂ€ngige Frau war. Die grĂ¶ĂŸten Probleme bringt die Situation fĂŒr John, einen Ă€lteren GeschĂ€ftsmann, mit sich.


 Inhalt
Das Torchwood-Team steht am Rande des Rollfeldes eines abgelegenen Flughafens und beobachtet die Landung eines 2-motorigen Doppeldeckers. Sie gehen auf die Maschine zu und begrĂŒĂŸen die aussteigenden FluggĂ€ste: ein junges MĂ€dchen namens Emma, John Ellis, ein Mann mittleren Alters und die Pilotin Diane, eine Frau um die 30. Auffallend an den Personen ist ihre Erscheinung, alles ist perfekt im Stil der 50ger Jahre. Jack stellt sich vor und fragt nach dem Datum ihres Abfluges. Er erhĂ€lt zwar merkwĂŒrdige Blicke, doch er besteht darauf, auch die Jahreszahl zu hören und die lautet 1953.

Man nimmt sie mit ins Hauptquartier, wo die drei Passagiere erfahren, dass sie durch einen Riss in der Zeit an einem falschen Ort und vor allem, in der falschen Zeit gelandet sind. Und dass es keinen Weg zurĂŒck gibt. Es sei historisch belegt, dass ihr Flugzeug niemals zurĂŒckgekehrt sei. Dann wird gecheckt, was mit ihren Familien passierte. Emma erfĂ€hrt, wann ihre Eltern starben, John hat einen Sohn namens Allen, der noch lebt. Genaueres ist zunĂ€chst nicht herauszufinden. Owen befragt Diana und erfĂ€hrt, dass es da eigentlich niemanden gibt, sie sei nie lange an einem Ort gewesen.

Man quartiert die drei in einer einfachen Pension ein. Beim Auspacken ihrer Sachen unterhĂ€lt sich Jack noch einen Moment mit John ĂŒber dessen GeschĂ€fte, Gwen bewundert Emmas selbstgenĂ€htes Kleid und erfĂ€hrt, dass es sie belustigt, dass ihr Onkel sie immer noch wie ein Kind behandelt. Dann wird ihr die ganze Tragweite der Situation bewusst. Was mĂŒssen ihre Eltern durchgemacht haben? Emma ist sehr verstört und fĂ€ngt an zu weinen, Gwen kann nichts weiter tun, als sie festzuhalten.

Am nĂ€chsten Morgen bekommen die drei im Hub Ausweise ausgehĂ€ndigt, Geldkonten und eine neue Lebensgeschichte zugeteilt. John reagiert ungehalten, weil man ihnen andere Namen gegeben hat. Die Namen wĂ€ren alles, was ihnen geblieben sei. Jack besinnt sich und verkĂŒndet, sie sollen ihre Namen behalten.

Als NĂ€chstes geht Ianto mit den GĂ€sten aus der Vergangenheit in ein Einkaufszentrum. Er erklĂ€rt ihnen, fĂŒr was sie welche Summe Geldes zur VerfĂŒgung haben und muss das Erstaunen bremsen mit dem Hinweis, dass alles sehr viel teurer geworden sie. Der Kulturschock ist gewaltig, doch die beiden Frauen sind sehr fasziniert ĂŒber alles, was es da zu kaufen gibt. Emma packt sich direkt ihren Einkaufskorb an den SĂŒĂŸigkeitenregalen voll, Ianto kann nur fasziniert zusehen. John ist entsetzt ĂŒber die Cover der Zeitschriften, von denen Ă€ußerst leicht bekleidete Frauen prangen. Diana, eine starke Raucherin, registriert Ă€ußerst irritiert die Aufschrift 'Rauchen tötet' auf der Zigarettenschachtel.

Auf dem RĂŒckweg lĂ€sst John sich am Millenium Stadion absetzen, das er sich anschauen möchte. Doch sobald er allein ist, sucht er sein altes Wohnhaus auf, muss jedoch feststellen, dass es verlassen ist. Er fragt einen Passanten ob er Allen Ellis kenne, er habe hier gewohnt. Der Mann bedauert ihm nicht weiterhelfen zu können. Unterdessen lernt Emma in der KĂŒche der Pension zwei gleichaltrige MĂ€dchen kennen, die ihre tollen Schuhe bewundern.

Diane, die passionierte Pilotin, ist mit Owen zum Hangar gefahren, um nach ihrer Maschine zu sehen. Sie möchte gerne einen Flug unternehmen, doch Owen macht ihr klar, dass ihre Lizenz nicht mehr gĂŒltig ist. Das frustriert sie zwar, aber dennoch wĂŒnscht sie sich, alles ĂŒber diese neue Welt zu erfahren.

Jack ist mit John in einen Pub gegangen. John erzÀhlt begeistert von seinem "alten" Leben und seinem Sohn. Dann stellt er fest, dass Jack den Eindruck macht, auch aus der Zeit gefallen zu sein. Jack bestÀtigt, dass man so sagen könnte - es sei eine lange Geschichte. Dann bittet John ihn darum, seinen Sohn zu finden.

Emma unterhÀlt sich mit den beiden Teenagern. Als sie merken, dass Emma traurig ist, weil sie ihre Eltern verloren hat, muntern sie sie auf und trinken ein paar Schluck Bier. Emma, der Musical-Fan, singt und tanzt den beiden etwas vor. Die Stimmung ist ausgelassen. Doch dann kommt John herein und weist Emma wegen der Zurschaustellung zurecht. Gwen, die das mitbekommt, nimmt Emma mit zu sich nach Hause.

Owen fĂŒhrt Diane zum Essen aus und er erzĂ€hlt ihr einiges ĂŒber die Welt, in der sie gestrandet ist. Anschließend gehen sie in seine Wohnung, reden noch eine Weile und landen schließlich im Bett. Nachdem sie miteinander geschlafen haben erzĂ€hlt Emma ihm, dass sie ein VerhĂ€ltnis mit einem verheirateten Mann hatte. Es habe ihr durchaus gefallen, dass sie nicht fĂŒr ihn Waschen und kochen musste. Sie hat auch nichts dagegen, dass Owen ihr eine Sex-Beziehung vorschlĂ€gt. Es sei schließlich das nĂ€chstbeste nach dem Fliegen, stellt sie fest.

Als Rhys morgens Emma im Wohnzimmer vorfindet bindet Gwen ihm die Geschichte auf, Emma sei eine Cousine auf der Durchreise. Er ist zwar zunĂ€chst etwas ĂŒberrumpelt, weil sie ĂŒber Weihnachten bleiben wird, lĂ€sst sich aber schnell darauf ein. Gwen fĂŒhlt sich sichtlich unwohl, ihn nicht in die Wahrheit einweihen zu können. Sie erklĂ€rt Emma, er wisse nicht genau, was sie mache und wĂŒrde sonst zuviele Fragen stellen. Emma registriert das mit sprachloser Verwunderung.

Toshiko hat unterdessen Johns Sohn ausfindig gemacht. Er leidet an Alzheimer und da seine Frau tot ist und er keine Kinder hat, lebt er in einem Pflegeheim. John besucht seinen Sohn, der nun so alt ist, dass die Konstellation umgekehrt sein könnte. In trauriger Fassungslosigkeit schaut John den alten Mann an. Dann setzt er sich zu ihm, erzÀhlt aus den Zeiten seiner Kindheit und erreicht es mit einer Geschichte sogar, ein Strahlen auf das Gesicht seines Sohnes zu zaubern. Doch das Erinnern erlöscht sofort wieder und Allen spricht die Plegerin mit 'Mum' an und fragt John, wer er eigentlich sei. Unter TrÀnen muss John einsehen, dass kein Zugang zum GedÀchtnis seines Sohnes möglich ist.

Im Hub ist Jack Ă€hnlich ratlos. Es gĂ€be keine Feinde, gegen die sie kĂ€mpfen könnten, teilt er seine Gedanken mit Tosh, nur drei verlorene Menschen, die irgendwie ihre Aufmerksamkeit erlangt hĂ€tten. Owen versucht indessen, doch eine Chesna fĂŒr Diane zu chartern, sein Bestechungsversuch bleibt jedoch erfolglos. Diane kann diese Situation nur schwer verwinden.

Als Gwen und Rhys abends mit Gwen in eine Disco gehen, finden sie die junge Frau schließlich in einer Ecke, mit einem jungen Mann knutschend. Gwen holt sie weg und versucht spĂ€ter, ihr die deutlich lockereren moralischen Sitten der Jetztzeit zu erklĂ€ren, wobei ihr jedoch klar wird, dass sie dabei ist, sich in Ungereimtheiten zu verstricken und einiges schönzureden.

Indessen versucht Owen, Diane mit einem schönen Festkleid und einer originellen Tanzveranstaltung auf andere Gedanken zu bringen. Emma dagegen ist begeistert, weil man ihr, da sie so authentisch in der 50-Jahre-Kleidung wirkt, die gerade wieder schwer im Kommen ist, einen Job in einem Warenhaus angeboten hat. Allerdings in London, was Gwen nun wiederum nicht so vom Hocker reißt - sie will das unbedarfte MĂ€dchen nicht allein in die Großstadthölle lassen.

Dann entdeckt Rhys, dass Emma nicht Gwens Cousine ist. Gwen kann nur erwidern, dass es etwas mit ihrem Job zu tun hat und sie darĂŒber nicht reden kann. Doch Rhys ist sehr verĂ€rgert, dass es Gwen so leicht zu fallen scheint, ihn zu belĂŒgen. Gwen erkĂ€rt Emma, dass Torchwood und das normale Leben zwei völlig ĂŒnerschiedliche Welten seien. Gerade deshalb sei es Zeit, stellt Emma fest, dass Gwen sie gehen ließe.

John verabschiedet sich von Jack. Er habe PlĂ€ne, werde sich Arbeit suchen, seinen FĂŒhrerschein machen. Er bedankt sich fĂŒr alles. Als Jack die "Touristeninformation" verlassen hat, nimmt John sich Iantos AutoschlĂŒssel, der auf einer Ablage liegt. Am Abend informiert Ianto Jack darĂŒber, dass der SchlĂŒssel fehlt und John einen Moment allein in dem Raum war. Jack bestimmt den Standort des Wagens: Johns altes Wohnhaus.

Jack beeilt sich, dort hinzukommen und findet den Wagen mit laufendem Motor in der Garage. John sitzt auf dem Fahrersitz, fast schon bewusstlos von den Auspuffgasen. Jack zerrt ihn aus dem Auto, hĂ€lt ihn am Kragen fest und redet ihm ins Gewissen. John sagt, Jack solle ihn lassen, er könne das nicht verstehen. Jack erwidert, das tĂ€te er sehr wohl. Er sei in der Zukunft geboren, habe in Johns Zeit gelebt, seine Zeit sei ebenso vergangen. Doch John versteht nicht. Er sei noch jung, versucht es Jack nun, er könne Arbeit finden, eine Familie grĂŒnden. Das hĂ€tte er alles getan, in seiner Zeit, wie es vorgesehen war. John will nichts anderes mehr, als sterben.

Jack setzt erneut an, indem er ihm erklĂ€rt, nach dem Tode kĂ€me nichts mehr. Er wisse es, weil er einmal gestorben sei. John kann nicht verstehen, wie Jack damit fertig wird. Er sei oft verstört und habe Angst, gibt Jack zu, doch es sei ertragbar - mĂŒsse es sein, er habe keine andere Wahl. Doch er hĂ€tte sie, stellt John fest und fragt Jack, ob er ihm helfen werde, in WĂŒrde zu sterben. Ob er Angst habe, fragt Jack und John antwortet mit einem klaren Ja.

Und noch jemand hat Angst: Owen, der mit Diane im Bett liegt, stellt fest, dass aus der erotischen Spielerei Ernst fĂŒr ihn geworden ist. Er muss erkennen, dass ihm die Tatsache, dass diese Frau ihm soviel bedeutet, eine Höllenangst bereitet. Diane reagiert mit einem schlichten: "Ich liebe dich auch."

Der Motor wird erneut gestartet und Jack, dem das Kohlenmonoxid nichts anhaben kann, sitzt neben John auf dem Beifahrersitz und hÀlt dessen Hand. Ein letztes, friedvolles Ausatmen beendet Johns Leben. Mit TrÀnen in den Augen und einer abgrundtiefen Traurigkeit bleibt Jack noch eine Weile neben ihm sitzen.

Diane beobachtet den schlafenden Owen und stellt fest, die Sache mit der Liebe sei, dass man ihr immer ausgeliefert wÀre. Am Morgen findet Owen statt Diane nur eine Notiz von ihr auf dem Kopfkisssen. Er folgt Diana zum Flugplatz, wo sie ihre Maschine bereits startklar gemacht hat. Owen ist nicht bereit, sie fliegen zu lassen.

Gwen bringt Emma zum Bus nach London, sie hat ihr fĂŒr alle FĂ€lle ein RĂŒckfahrticket gekauft und ermahnt sie, sofort anzurufen, wenn sie ankommt. Sie sagt ihr erneut, dass sie nicht fahren mĂŒsse, doch Emma macht ihr klar, sie wĂŒrde sich andernfalls stĂ€ndig fragen, wie es wohl gewesen wĂ€re. Die beiden umarmen einander herzlich, bevor Emma einsteigt.

Der Einspruch Owens bringt Diana nicht von ihrem Vorhaben ab. Die WetterverhĂ€ltnisse sind passend und sie ist sicher, der Riss werde sich erneut öffnen. Owen fleht sie an, zu bleiben und macht ihr klar, dass sie niemals wieder an den Ausgangsort zurĂŒckkĂ€me. Doch Diane will die Chance nutzen - und zwar allein. Sie will es, auch wenn es sie an einen anderen, neuen Ort bringen werde. Sie hĂ€ngt Owen ihren Schal um den Hals, kĂŒsst ihn ein letztes Mal und startet die Motoren.

WĂ€hrend Jack, Gwen und Owen noch einmal nachfĂŒhlen, was fĂŒr starke BerĂŒhrungen die drei bei ihnen hinterlassen haben, erhebt sich die 'Sky Gypsy' in den Himmel.


 Review
von Gisa von Delft

Habe ich Eugene schon sehr viel abgewinnen können, so hat mich diese Folge doch restlos zufrieden gestellt. Eine wunderbare, tiefgrĂŒndige Geschichte, die den Zeit- oder Dimensionsriss auf erstklassige Weise nutzt. DarĂŒber hinaus hat sie einen schönen Bezug zur Geschichte des Jack Harkness.

Drei ganz normale Menschen fliegen (ganz normal) durch den Riss und landen (buchstĂ€blich) in der falschen Zeit. Schon die erste Szene war gut gemacht, denn der Zuschauer erahnt gleich, wegen ihres anachronistischen Äußeren, was mit diesen Leuten passiert ist. Doch sie selber bemerken erstmal gar nichts Ungewöhnliches. Perfekt zusammengestellt ist die Mischung der Personen, die aufgrund ihres Alters und ihrer Persönlichkeiten die Situation völlig unterschiedlich einordnen und mit ihr umgehen.

Die Szenerie in dem Einkaufszentrum hat wirklich Spaß gemacht, fĂŒr Schmunzler und Lacher gesorgt und ein wirklich gutes Bild vermittelt, was den Fortschritt anbetrifft. Sehr passend auch hier die unterschiedlichen Reaktionen der einzelnen.

Leider kam Toshiko in dieser Folge wieder viel zu kurz, doch ansonsten waren die Paarungen sehr aufschlussreich, weil sie auch jede der drei eingebundenen Hauptcharaktere besonders gut beleuchtete.

ZunĂ€chst Emma und Gwen. Es ist sehr nachvollziehbar, das ein so junger Mensch wie Emma zwar im ersten Moment ausgesprochen heftig auf die Unumkehrbarkeit der Situation, vor allem den Verlust der Eltern, reagiert. Doch Emma stellt sich auch am schnellsten komplett auf die Gegebenheiten ein, reagiert eher mit neugierigem Staunen und nimmt ihre Möglichkeiten wahr. In Gwen hatte sie auch eine gute Vertraute, der allerdings auch einige Unebenheiten ihres Lebens Ă€ußerst deutlich wurden durch die GesprĂ€che mit der jungen Frau und deren Reaktionen. Und der Abschluss an der Busstation rundete dieses Drittel sehr schön und versöhnlich ab.

John und Jack, die beiden aus der Zeit gefallenen MĂ€nner bildeten ebenfalls ein perfektes Duo. Auch hier war es total plausibel, dass der schon Ă€ltere Mann, der praktisch alles, was er schon gelebt hatte, verlor, mit der Situation am wenigsten zurechtkam. War er nach dem sehr schön inszenierten GesprĂ€ch in dem Pub noch zuversichtlich, sicher auch, weil er einen Menschen an seiner Seite hatte der in dieser Zeit lebte und zu dem er trotzdem eine große AffinitĂ€t spĂŒrte, gab ihm die Begegnung mit seinem Sohn dann doch den Rest. Wunderbar gelungen war die Begegnung der beiden in dem Pflegeheim, sowohl vom Darstellerischen als auch von der Aussagekraft. Dass John danach sehr bewusst beschloss, seinem Leben ein Ende zu bereiten, war sehr plausibel. Zu Jacks Part in diesem Szenario muss man eigentlich gar nichts sagen, er war perfekt. Es brachte ausgezeichnet die inneren Kraftanstrengungen und KĂ€mpfe dieses meistens so abgeklĂ€rt wirkenden Charakters zur Geltung. Denn im Gegenatz zu John kommt er aus der "Lebensnummer" nicht mehr raus. Auch hier ein einwandfreies Ende dieser Begegnung.

Dann kommen wir zu Diane und Owen. Der Charakter Diane war auch ausgezeichnet gewĂ€hlt, war sie doch schon in "ihrer" Zeit eine außergewöhnlich unabhĂ€ngige Frau. Sie sagt, sie sei nie lange an einem Ort gewesen und es ist schnell klar, dass sie in jeder Hinsicht emanzipiert war. Sie ist selbstbewusst, neugierig und letztlich nur einer Leidenschaft verpflichtet: dem Fliegen. Und sie gerĂ€t nun an Owen.

Ich habe ĂŒbrigens eine Theorie zu meinem "Mr. Guppy" (ja, Bleak House hatte wirklich die Paraderolle fĂŒr ihn): Er hat das Duftspray aus der Pilotfolge nĂ€mlich heimlich ausgetauscht, bevor er den ZerstĂ€uber wieder im Hub abgelieferte. Das ist wahrlich die einzige ErklĂ€rung, warum nun wirklich jede altersgerechte Frau in dieser Serie was mit ihm hat. Der Himmel allein mag wissen, warum man ausgerechnet diesen Schauspieler fĂŒr die Rolle des Owen Harper ausgesucht hat. Davon abgesehen, dass man die Bettszenen ohnehin getrost etwas kĂŒrzer hĂ€tte fassen dĂŒrfen, mit diesem Mann musste man sie gleich gar nicht so ausfĂŒhrlich sehen. Soviel dazu und diesen Aspekt lasse ich bei der weiteren Betrachtung dann mal außenvor.

Also, Diane gerĂ€t an Owen, den "Frauenheld". Und der erlebt eine derbe Überraschung mit dieser unabhĂ€ngigen, ungewöhnlichen Frau. WĂ€hrend sie trotz allem unabhĂ€ngig bleibt, lĂ€sst er sich fallen, gesteht seine Ängste ein und gerĂ€t, weil er damit nicht umgehen kann, in eine AbhĂ€ngigkeit. Aber er hĂ€tte auch wissen können, was passiert, denn sie sagt schließlich, dass das Fliegen bei ihr an erster Stelle steht und das, was sie mit Owen erlebt, erst danach kommt ("nextbest thing to fly") Hinweis: hier kommen die Synchrobugs zum Tragen, denn im Deutschen sagt sie beim ersten Durchlauf, ein gemeinsamer Höhepunkt sei genauso gut wie Fliegen. Noch peinlicher wird dieser Lapsus indem er in der Erinnerungsszene am Ende sozusagen korrigiert wird zu 'fast so gut wie...' In gewissem Sinne hat Owen da also seinen Meister gefunden, jemanden, der mit diesen Dingen wirklich seinem Lebensstil gerecht umgehen kann. Er könnte daraus lernen - ob er es allerdings tut, bleibt abzuwarten. Auch hier ein höchst passender Abschluss dieser Begegnung.

Jetzt muss ich auch meine Angst eingestehen: nach dieser herausragenden Episode habe ich ein bisschen Angst vor der nÀchsten ;) - ich wage kaum zu hoffen, dass sie hier mithalten kann.