Regie:
Richard Clarke
Drehbuch:
Russel T. Davies
Darsteller:
David Tennant (The Doctor)
Freema Agyeman (Martha Jones)
Ardal O'Hanlan (Brannigan)
Jennifer Hennessy (Valerie)
Anna Hope (Novice Hame)
Travis Oliver (Milo)
Lenora Crichlow (Cheen)
Bridget Turner (Alice)
Georgine Anderson (May)
Simon Pearsall (Whitey)
Daisy Lewis (Javit)
Nicholas Bolton (Businessman)
Erika Macleod (Sally Calypso)
Judy Norman (Ma)
Graham Padden (Pa)
Lucy Davenport (Pale Woman)
Tom Edden (Pharmacist 1)
Natasha Williams (Pharmacist 2)
Gayle Telfer Stevens (Pharmacist 3)
Struan Rodger (The Face Of Boe)
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Der Doctor überlegt, Martha nach dem Trip in die Vergangenheit auch noch einen fremden Planeten in der Zukunft zu zeigen. Er entschließt sich für New Earth. Als sie in New New York die TARDIS verlassen, scheinen sie auf eine Subebene geraten zu sein. Dann wird Martha gekidnapped. Als er feststellt, dass es nicht so einfach möglich ist, sie wiederzufinden, gerät der Doctor in große Sorge um sie. Schließlich erhält er Unterstützung von einem sehr alten Bekannten.
Nachdem sie nun einmal in der TARDIS ist überlegt der Doctor, ob er Martha nicht auch noch einen anderen Planeten zeigen soll, einen in der Zukunft. Martha ist keineswegs abgeneigt und schlägt seinen Heimatplaneten vor. Nachdem der Doctor ihr erst ein bisschen von dessen Schönheit vorschwärmt, schmettert er jede weitere Erklärung ab und verkündet, New Earth (s. Episode 2.01 New Earth) sei das richtige Ziel.
Als sie die TARDIS verlassen müssen sie feststellen, dass sie offenbar auf einer Subebene, eine Art Slums, gelandet sind. Doch der Doctor findet auch das interessant. Seltsamerweise sind die Gassen wie ausgestorben, doch plötzlich werden ein paar Verkaufsstände geöffnet, an denen man jedoch anscheinend nur irgendwelche Drogen kaufen kann.
Unterdessen spricht das Face of Boe mit Novice Hame (die katzengesichtige Schwester, die bei dem letzten Besuch des Doctors in die Menschenversuche verwickelt war). Er weiß, dass der Doctor angekommen ist und er beauftragt sie, ihn zu finden, bevor es zu spät ist. Sie nimmt eine Waffe und geht.
Der Doctor spricht an einem Verkaufsstand mit einer jungen Frau, die 'Vergessen' erwerben will. Er erfährt, dass ihre Eltern auf dem Motorway sind und sie nun ganz allein ist. Plötzlich erscheint ein junges bewaffnetes Paar, greift sich Martha, setzt sie vermittels eines 'Schlaf'-Pflasters außer Gefecht und verschwindet mit ihr durch eine Tür. Der Doctor jagt hinterher und sieht sie in einem Flugauto verschwinden. Als der Doctor nun die Verkäufer nach dem Motorway fragt, zeigt man ihm zwar die Richtung, jedoch mit dem Hinweis, dass er Martha niemals wiederfinden werde.
Martha erwacht in dem Flugauto, dessen Innenraum fast den Eindruck eines Wohnmobils macht. Sie stellt fest, dass die Waffe unecht ist und es sich bei dem Päärchen, Milo und Cheen um nette Leute handelt. Es ist auch keine wirkliche Entführung, sie brauchten nur einen dritten Passagier. Denn nur so können sie auf die Schnellstraße gelangen, auf der man zügig vorwärtskommt. Dort werden sie Martha gerne wieder absetzen. Allerdings wird das ganze Unterfangen ungefähr sechs Jahre in Anspruch nehmen.
Auch der Doctor hat inzwischen den Motorway erreicht. Es handelt sich um eine riesige Schlucht zwischen Gebäuden, in der gleichförmige Flug-Vans sich auf verschiedensten Ebenen bewegen. Die Luft ist von Auspuffgasen geschwängert, und der Doctor hustet schon beachtlich, als er von einem Mann mit katzengleichem Gesicht in seinen Van geordert wird. Auch dieser ist wohnlich eingerichtet und eine Frau reicht dem Gast als erstes eine Sauerstoffmaske. Der Doctor erfährt, dass dieses Päärchen, Thomas Kincade Brannigan und seine Menschen-Frau Valerie, seit 12 Jahren unterwegs sind und gerade fünf Meilen hinter sich haben. Sie finden das völlig normal und amüsieren sich über ihren Gast, der völlig perplex ist. Die nächste Möglichkeit, wieder auszusteigen um nach seiner Freundin zu suchen, gibt es erst in sechs Monaten wieder.
Brannigan erkundigt sich nun per Funk bei Bekannten, zwei älteren Ladies, die offenbar hobbymäßig Buch führen über die Bewegungen auf dem Motorway, nach einem Wagen mit drei Passagieren. Die Damen können tatsächlich Auskunft erteilen. Der Doctor erfährt nebenbei, dass manche Leute seit 20 Jahren auf dem Motorway sind.
Der Van von Milo und Cheen bewegt sich unterdessen zwischen all den Wagen auf den verschiedenen Ebenen abwärts, Richtung Schnellweg. Sie hören mit einem Mal sonderbare Geräusche und Cheen erzählt, man behaupte, dort unten würden Autos verschwinden. Doch Milo sagt, dass käme lediglich von den Ventilatiossystemen. Doch die Situation in dem Wagen wird immer ungemütlicher.
Da sie auch drei Personen an Bord haben bittet der Doctor Brennigan, dem anderen Wagen zum Schnellweg zu folgen, denn langsam macht er sich zunehmend Sorgen um Martha, auf die er nicht ausreichend Acht gegeben hat. Doch Bernnigan lehnet das ab. Er hat einen Wurf junger Katzen, die sie von der Straße aufgelesen hatten, an Bord und will sie keiner Gefahr aussetzen. Seine Frau unterbindet jede weitere Diskussion darüber. Jetzt bekommt der Doctor auch heraus, dass es dort keinerlei Polizei oder sonstige Rettungskräfte gibt. Offenbar wurden die Leute hier unten gewissermaßen weggesperrt.
Der Doctor ist also ganz auf sich gestellt und öffnet nun eine Luke im Boden des Wagens, aus der er sich in einem waghalsigen Manöver auf einen Wagen eine Ebene darunter fallen lässt. Er öffnet das Dach mit seinem Sonic Screwdriver, erzählt dem Fahrer eine Geschichte und verschwindet wieder durch die Bodenluke. So arbeitet er sich Ebene um Ebene nach unten.
Schließlich öffnet er in dem letzten Wagen über dem Schnellweg, trotz der Warnung des Fahrers, dass es meilenweit nach unten ginge, den Boden um zu sehen, wie es da unten aussieht. Doch er sieht nur Dunst. Also verschafft er sich mit dem Screwdriver einen Überblick.
Unterdessen wird das Dach von Brennigans Van geöffnet und Novice Hame schaut herein und fragt: "Wo ist der Doctor?"
Der stellt gerade fest, dass sich in der Tiefe unter der Stadt eine uralte Spezies tummelt: die Macra. Er ist erstaunt, dass sie noch existieren und erklärt dem Fahrer, die Macra (krabbenförmige Lebewesen) hätten einst ein großes Imperium besessen (4x07 "The Macra Terror"). Die Gase stellten einen brauchbaren Lebensraum für sie da und nun seien die Biester wohl hier gelandet, aber immer noch hungrig.
Der Wagen, in dem Martha sich befindet, wird zunehmend von den Macra attackiert. Martha schlägt vor, ja befiehlt schließlich, den Motor abzustellen, denn offenbar werden sie von den Lichtern des Wagens angelockt. Sie kennt ein solches "Totstellverhalten" aus einem Film, wo U-Boote das angewendet haben. Es funktioniert auch, doch sie haben so nur für kurze Zeit Atemluft.
Unterdessen hat Novice Hame es bis zum Doctor geschafft. Er kann zunächst nichts mit ihr anfangen, doch dann erkennt er, mit wem er es zu tun hat. Sie bittet ihn, ihre damaligen Taten zu vergeben. Sie habe viele Jahre unter 'Seiner' Führung gelebt und wenn er jetzt mit ihr käme, könne sie ihre Schuld sühnen. Der Doctor will nirgendwo hingehen, doch die Schwester erklärt, die Situation sei ernster, als er denken würde. Ehe er sich versieht, teleportiert sie sich mit ihm in die obere Stadt in das Senats-Gebäude.
Der Doctor ist wütend, doch Novice Hame zeigt ihm, dass die ganze Stadt ausgestorben ist. Das ist vor über 20 Jahren passiert. Man habe hier extrem einer Glücks-Drogen zugesprochen und darin hätte sich ein Virus befunden, das die gesamte Bevölkerung innerhalb von Minuten ausrottete. Man habe gerade noch die Unterstadt abriegeln können. Die Menschen da unten seien also nicht verloren, sondern gerettet worden. Doch es sei nicht genug Energie vorhanden, die Verriegelung wieder zu öffnen. Sie selber sei von 'Ihm' beschützt worden und er habe all die Jahre gewartet, dass der Doctor wieder käme.
Jetzt hört der Doctor auch sein telepathisches Rufen und findet das Face of Boe. Novice Hame erklärt, es habe sich selbst in die Energieversorgung eingebunden und sie soweit aufrecht erhalten, dass die Wesen unten überleben konnten. Es konnte keine Hilfe von außen kommen, weil eine automatische 100-jährige Quarantäne ausgelöst worden sei. Wieder ist die telepathische Stimme zu vernehmen, die den Doctor aufruft, sie zu retten.
Martha und ihren "Entführern" bleibt nur noch für zwei Minuten Luft. doch Marha vertraut auf den Doctor. Auch wenn ihr jetzt klar wird, dass sie mit einem Mann unterwegs ist, von dem sie nicht das Geringste weiß. Schließlich müssen sie den Motor wieder starten und geraten zunehmend in Bedrängnis durch die Macra.
Unterdessen fritzelt der Doctor an den Kabelagen und versucht, die Energie so zu leiten, dass sich die Verriegelung er Unterstadt öffnet. Doch erst als das Face of Boe in einer letzten Anstrengung alles gibt, geschieht es. Die Leute auf dem Motorway sehen das Licht der Sonne zu sich durchdringen. Über eine Holografie gibt der Doctor den Fahrern den Befehl, hochzufahren. Auch Milo gelingt es, sich vor den schnappenden Scheren der Macra davonzumachen. Cheen ist völlig überwältigt, sie hat noch niemals die Sonne gesehen. Brannigen hat einen deftigen Dankesspruch für den Doctor, der seinen Mantel bei ihm im Wagen gelassen hat und ihn erinnert, dass er ihn zurückhaben will. Schließlich bekam er ihn von Janis Joplin.
Doch da ruft Novice Hame nach ihm. Das Glas des Behälters des Face of Boe beginnt, zu zerspringen. Martha erscheint nun in dem Senats-Gebäude, irritiert von all den Skeletten, die dort liegen. Sie findet den Doctor, der mit Novice Hame neben dem am Boden liegenden Face of Boe kniet. Sie erfährt, dass es sein Leben gegeben hat für diese Sache und dass er weiter auch nichts weiß, als dass es seit Milliarden von Jahren existiere. Und das es jetzt sterben würde.
Novice Hame erinnert, dass der Legende nach das Face of Boe seine letzten Worte, ein Geheimnis, an einen Reisenden richten werde. Doch der Doctor will jetzt nichts von Geheimnissen wissen. Er will nicht, dass das Face of Boe stirbt, denn sie seien beide die Letzten ihrer Art. Das Face of Boe aber weiß, dass seine Zeit gekommen ist und es richtet seine letzten Worte an den Doctor: "Du bist nicht allein."
Der Doctor und Martha sind in der ehemaligen und jetzt ganz und gar leeren Unterwelt auf dem Weg zur TARDIS. Martha will wissen, ob das Face of Boe wohl sie gemeint hätte als es sagte, der Doctor sei nicht allein. Doch da muss der Doctor sie enttäuschen, denn er ist sicher, dass das nicht gemeint war - auch wenn er weiter nichts dazu sagt.
Martha greift sich einen herumliegenden Stuhl und setzt sich demonstrativ. Der Doctor ist verwundert. Martha aber will Antworten. Was das hieße, fragt sie, der Letzte seiner Art. Jetzt hören sie aus der Oberstadt einen Choral, der gemeinsam von den Leuten gesungen wird. Das scheint auch den Doctor sentimental zu stimmen, denn er ist nun bereit, Martha die Wahrheit über sich und sein Volk zu offenbaren. Und dann schwärmt er noch einmal von seiner wunderbaren Heimat, während in New New York die freien Autos am orangefarbenen Abendhimmel fliegen.
von Gisa von Delft
Das war wieder eine solide Folge. Auch wenn sie an bekannte "Tatorte" anknüpft wurde daraus doch eine vollständig andere Geschichte gemacht. Lediglich die Nonne, das Face of Boe und ein paar einzelne Bilder wurden wieder recycled, was dem Ganzen einen zusätzlichen Reiz gab. Als Beigabe noch die Macra, mit denen sich der Doctor schon in seiner 2. Inkarnation herumschlagen musste.
Ich hörte jemanden anmerken, die Geschichte sei doch ein bisschen an den Haaren herbeigezogen gewesen, aber ich fand sie dennoch nicht schlecht Im übrigen: Sind sie das nicht alle? Zwei Leute schippern in einer Holzkiste durch Raum und Zeit... ;). Zumindest bot diese eine schöne Grundlage für einige Betrachtungen.
Fast schon ein Gleichnis, dieses Spiel mit den Leuten, die da in ihren Autos unterwegs waren. Und die Frage: Was, wenn es sonst nichts gibt, nur den Motorway... Und doch machten die hübsch bunt zusammengewürfelten Gestalten nicht den Eindruck, unglücklich zu sein. Das war halt ihr Leben - auf dem Motorway zu sein. Irgendein Etappen-Ziel anzuvisieren, auch wenn es unbedeutend schien und ewig brauchte, es zu erreichen. Aber immerhin hatten sie doch einander - wie Brennegan und seine Frau feststellten. Und ihre kleine aufgelesene Katzenbrut, die sie beschützen konnten.
Die alten Ladies hatten es sich richtig kuschelig gemacht in ihrem "Zuhause". Und zum Zeitvertreib registrierten sie die Wagen und deren Personenstand und Haltestellen. Hier fand ich auch wieder den selbstverständlichen Umgang mit sexuellen Ausrichtungen sehr schön. Anders als bei Torchwood, wo Homoerotik an vielen Stellen etwas um jeden Preis Reingequältes hat, läuft das in der New Series ganz selbstverständlich hier und da am Rande mit. Außerdem wurde ein freundlicher/freundschaftlicher Ton miteinander von Wagen zu Wagen demonstriert. Wir hatten es nicht mit wütenden, gequälten Kreaturen zu tun.
Auch die Typen in den anderen Wagen, die der Doctor durchläuft, waren Wesen wie du und ich. Bunt und unterschiedlich, aber alle total okay und freundlich und keineswegs übermäßig angespannt. Genauso, wie es im Prinzip hier bei uns im alltäglichen Leben auch aussieht. Wir wissen doch genausowenig ob das, wofür wir uns hier "abstrampeln" nicht alles ist, was es je geben wird. Aber für ein paar Highlights "strampeln" wir weiter. Selbst solche, bei denen es keine Etappenziele mehr zu geben scheint, tun das. Nur leider häufig nicht in so freundlicher Laune und mit solcher Gelassenheit wie die auf dem Motorway.
Ein ergreifender Moment war das gemeinsam gehörte/gesungene Lied. Zusammengehörigkeit, das was eigentlich die meisten suchen, und der Trost, der daraus erwächst, wurden hier sehr schön in Szene gesetzt. Pathetisch, na klar, aber so ist das mit solchen Sachen nun mal. Im ganz normalen Leben, überall. Da braucht man sich nur mal die Fußballfans des letzten Sommers anzusehen. Oder die Gläubigen auf dem Petersplatz, oder, oder....
Life is a highway - mir hat die Hintersinnigkeit um diese Unter-Stadt sehr gut gefallen. Damit es dann noch 'Doctor Who' war, kamen letztlich noch die Krabbenviecher ins Spiel - ein bisschen Dramatik und Screwdriver muss ja auch sein.
Das Ding mit den Drogen, mit denen sich die "glücklichen Wesen" in dieser mit allem Schnick und Schnack versorgten Zukunftswelt zugedröhnt hatten, fand ich ebenfalls sehr gelungen. Auch, dass dann alles ganz fix den Bach runter ging. Wie glücklich waren diese Menschen/Wesen ( und ihre Nachkommen) dagegen jetzt, als sie endlich ihre Sonne wieder hatten und sich frei in dieser Stadt bewegen konnten. Jetzt wissen sie es vielleicht zu schätzen, nachdem sie es so lange entbehren mussten. Hoffentlich vergessen sie das nicht wieder und müssen durch eine neue Katastrophe aufgerüttelt werden...
Nun, am Ende haben wir dann die letzten Worte des Face of Boe gehört, die ja schon anfangs der 2. Season angekündigt wurden. Jetzt dürfen wir darauf warten, was, bzw. wen er damit gemeint hat. Aber es lässt hoffen, dass in Bälde ein anderer Time Lord die Bühne betreten wird.
Schön und anrührend war auch Marthas Szene, als ihr klar wird, worauf sie sich da blindlings eingelassen hat und die Schlusssequenz. Sie besteht darauf, Antworten zu bekommen und Freema Agyeman spielt auch hier ihre Rolle wieder großartig. Ebenso wie David Tennant die Sehnsucht des Doctors. Denn anders als bei Milo, Cheen, Brennigan und Valerie und wie sie alle heißen, hat er keine Vertrauten um sich, keine, mit denen er gemeinsam ein Lied anstimmen kann. Keine Frau, die sein Baby trägt und damit in die Zukunft seiner Art weist. Wie gut, dass er da wenigstens jetzt Martha hat ... |