Regie:
Joe Ahearne
Drehbuch:
Paul Cornell
Darsteller:
Christopher Eccleston (The Doctor)
Billie Piper (Rose Tyler)
Camille Coduri (Jackie Tyler)
Shaun Dingwall (Pete Tyler)
Robert Barton (Registrar)
Julia Joyce (Young Rose)
Christopher Llewellyn (Stuart)
Frank Rozelaar-Green (Sonny)
Natalie Jones (Sarah)
Eirlys Bellin (Bev)
Rhian James (Suzie)
Casey Dyer (Young Mickey)
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Rose hat ihren Vater nie kennen gelernt, denn er starb bereits als sie noch ein Baby war bei einem Autounfall. Mit dem Doctor reist sie zurück um ihn zu sehen. Doch sie kann nicht einfach dabei zusehen wie er stirbt und rettet ihm das Leben. Sie ahnt nicht, was sie damit in Bewegung setzt. Seltsame geflügelte Wesen tauchen auf und versetzen Menschen in Angst und Schrecken. Der Doctor nimmt ihr ihre Handlungsweise übel und fühlt sich ausgenutzt. Kann die veränderte Zeitlinie korrigiert werden?
Alles was Rose über ihren Vater weiß, sind die Dinge, die ihre Mutter ihr beim Anschauen alter Bilder erzählt hat. Wann wird sie jemals die Gelegenheit bekommen, ihn selbst zu sehen, wenn nicht in der Gesellschaft des zeitreisenden Doctors? Und der ist damit einverstanden. Also reisen die beiden mit der TARDIS zurück in den November 1987, zu dem Tag an dem Pete Tyler bei einem Verkehrsunfall umkam.
Es ist der denkbar schrecklichste Moment, um ihren Vater mit eigenen Augen zu sehen. Eigentlich möchte sie ihm nur im Augenblick des Todes beistehen, damit er nicht allein sterben muss, doch obwohl der Doctor sie ausdrücklich davor warnt, kann sie nicht anders. Sie rettet ihren Vater und weiß nicht was sie damit auslöst.
Der Doctor ist mehr als nur ein wenig verärgert. Er fragt sich ob er ausgenutzt wurde und ob Rose nur deshalb mit ihm gereist ist, um eine Gelegenheit zu finden, die Zeit nach ihren Wünschen zu verändern. Aber für das Zeitreisen gibt es Regeln, und auch dafür, was verändert werden kann und wovon man die Finger lassen sollte. Andernfalls hätte er, versucht der Doctor Rose begreiflich zu machen, ja auch seine Welt und seine Leute retten können.
Doch für Rose gibt es im Moment nichts wichtigeres als ihren Vater. Sie entdeckt, dass sie nicht viel darüber wusste, wie er wirklich war und dass auch die Erinnerungen ihrer Mutter nicht unbedingt der Realität entsprechen.
Zunächst unbemerkt erscheinen riesige geflügelte Wesen, die sogenannten Reaper. Erst langsam und unauffällig und dann immer schneller verschlingen sie Menschen und Objekte. Schließlich verschanzen sich Rose, ihre Eltern und eine Hochzeitsgesellschaft - Jackie Tyler ist zur Trauung eingeladen und hat die kleine Rose in einer Babytragetasche mitgebracht - in der Kirche, während die Reaper das Gebäude umkreisen.
Es stellt sich heraus, dass die Wesen von Verletzungen der Zeitlinie angezogen werden und den Ort des Geschehens so lange auseinander nehmen, bis die Kontinuität wieder hergestellt ist. Dabei beginnen sie mit dem Ursprungsort. Die jüngsten Lebewesen und Gegenstände sind dabei ihre ersten Ziele. Je älter etwas ist, desto länger kann es ihnen widerstehen, also sind sie im Inneren einer Jahrhunderte alten Kirche vorerst gut aufgehoben. Aber wie kann die Unterbrechung der Zeitlinie repariert werden?
Unterdessen erweist sich Roses Vater Pete als sensibel genug zu bemerken, dass etwas nicht stimmt, und dass es eine besondere Beziehung zwischen ihm und der blonden jungen Frau gibt, die ihm das Leben gerettet hat. Schließlich kann er die Wahrheit akzeptieren und sich wenigstens darüber freuen, dass er sieht was aus seiner kleinen Rose eines Tages wird.
Doch nicht nur die Reaper sind ein Problem. Auch die Möglichkeit der Zeitreise existiert plötzlich nicht mehr. Die TARDIS funktioniert nicht wie gewohnt, und so fehlt dem Doctor beinahe jede Möglichkeit etwas zu unternehmen. Das einzige was er noch tun kann ist, Rose zu ermahnen, keinesfalls das Baby zu berühren, da das nicht wiedergutzumachen wäre.
Doch während der Doctor versucht, die TARDIS zu reparieren, passiert es: Peter, der versucht, seiner Frau die ganze Angelegenheit klar zu machen, legt Baby-Rose in Roses Arm. Als Rose das Kindchen berührt haben die Reaper keine Barrieren mehr und auch der Doctor wird gefressen.
Die Zeitlinie, die sich verzweifelt selbst zu flicken versucht, reproduziert immer und immer wieder den Moment, in dem der Fehler geschehen ist. Als wieder einmal das Auto, das Pete Tyler hätte überfahren sollen, um eine nahe gelegene Ecke biegt, nimmt dieser sein Schicksal an und Rose tut letztlich das, weswegen sie hierher kam: sie hält während der letzten Momente seine Hand. Nun ist das Zeitkontinuum wieder hergestellt und alles wieder so, als sei nichts geschehen - außer ein paar winzigkleinen Veränderungen in der Geschichte der Familie Tyler.
von Gisa von Delft
Diese Charakter-Episode hat mir gut gefallen. Immer gerne genommen das Thema, was würde passieren, wenn das Zeitkontinuum gestört wird. Die Umsetzung war interessant - und auch nicht unphilosophisch. So beispielsweise des Doctors Feststellung, dass jeder einzelne Mensch einen Unterschied macht im Verlauf der Ereignisse, dass also jedes einzelne Leben (oder Sterben) bedeutungsvoll ist. Ob sie nun auch 'logisch' war... darüber möchte ich bei Zeitkontinuums-Dingen generell nicht nachdenken, das führt immer nur zu Kopfschmerzen wegen der Knoten, die in den Gehirnwindungen dabei entstehen. Das einzige, was für mich ohne weiteres Sinn macht ist, dass Rose ihre eigene Zeitlinie nicht kreuzen darf. So gesehen formt sie das Paradoxon schon zu Beginn, als sie an "sich selbst" vorbeiläuft, obgleich der Doctor sie davor warnt.
So sehr ihn die Menschen auch interessieren, so wenig hat der Doctor sie anscheinend doch begriffen. Vermutlich würde kaum ein Mensch - ganz sicher nicht eine so junge Frau, die doch noch vergleichsweise wenig Lebenserfahrung hat - die Chance, die Rose bekam, ungenutzt lassen. Ungenutzt in seinem ganz eigenen egoistischen Sinne. Rose will ihren Vater vor dem Tod retten, na klar. Und wenn der Doctor, der ja doch ein paar Jahre mehr auf dem Buckel hat ;), darüber jetzt sauer ist, dann ist er tatsächlich überaus menschlich. Denn am meisten ärgern Menschen sich bekanntlich über eigene Fehler. Doch zumindest entschuldigt er sich später bei Rose und gesteht auch seine eigene Hilflosigkeit in der Situation ein.
Nun, die Reaper, deren Aufgabe es ist, die Kontinuität wieder herzustellen und solange - von hinten nach vorne (oder von vorne nach hinten - wie ist es im chronologischen Sinne richtig?) alles auseinander zu nehmen, bis der Fehler behoben ist, sind eine interessante Idee. Sie sind also quasi (wenn ich es mal mit dem Krankheitsgeschehen in einem menschlichen Körper vergleichen darf) die Antikörper des Universums, die die krankmachenden Faktoren bekämpfen.
Schön gemacht auch, dass Rose ihren Vater kennenlernen, und er erfahren durfte, was aus seiner kleinen Rose wird. Die Interaktion der beiden war gut dargestellt. Ebenfalls geschmeidig, dass sie dann am Ende doch beide die Einsicht haben, das Schicksal zu erfüllen. Allerdings musste Rose auch erfahren, dass es um die Ehe ihrer Eltern nicht zum Besten stand.
Wir haben jedenfalls wieder etwas gelernt über den erlaubten und nichterlaubten Eingriff in die Zeitlinie und den fatalsten Fehler, der passieren konnte: "Don't touch the baby!!!" Und wir haben den Doctor hier von einer anderen Seite kennengelernt, nix mit Friede, Freude, fantastic. Der Doctor war heftig verärgert und vor allem: der Doctor war hilflos. Das war schon sehr aufschlussreich. Absolut gelungene Charakterstudie! |