Regie:
Joe Ahearne
Drehbuch:
Robert Shearman
Darsteller:
Christopher Eccleston (The Doctor)
Billie Piper (Rose Tyler)
Steven Beckingham (Polkowski)
Corey Johnson (Henry van Statten)
Anna-Loiuse Plowman (Goddard)
Bruno Langley (Adam)
Nigel Whitmey (Simmons)
John Schwab (Bywater)
Jana Carpenter (De Maggio)
Joe Montana (Commander)
|
Ein Hilferuf bringt die TARDIS einige Jahrzehnte in die Zukunft. Sie landet in einem unterirdischen Komplex, der wie ein Museum für außerirdische Relikte anmutet. Als der Doctor feststellt, dass der Hilferuf von einem alten Erzfeind, einem Dalek, stammt, setzt er alles daran diesen zu vernichten. Doch er wird daran gehindert und der Dalek kann entkommen. Und er hat Rose bei sich. Der Doctor gerät in Gewissenskonflikte.
Die TARDIS folgt einem Hilferuf, dem sie durch Zeit und Raum folgt. Die Suche führt sie in einen unterirdischen wie ein Museum anmutenden Komplex, in der Nähe von Salt Lake City. Im Jahre 2012 hat der reiche Henry van Statten dort die weltweit größte Sammlung außerirdischer Gegenstände auf der Erde zusammengetragen. Über die Jahrhunderte gingen sie wie Schrott hin und wieder versehentlich auf unserem Planeten nieder. Van Statten beschäftigt ein Heer von Wissenschaftlern damit, herauszufinden, wozu die Gegenstände zu gebrauchen sind, und wie man Profit aus ihnen schlagen kann. Unter ihnen befindet sich auch Adam Mitchell, ein junger Engländer, der sich die Gelegenheit außerirdische Artefakte zu untersuchen, nicht entgehen lassen konnte.
Das Erscheinen die TARDIS in van Stattens Hochsicherheitsmuseum löst natürlich einige Aufregung auf. Rose und der Doctor können van Statten glaubhaft machen, dass sie nichts stehlen wollen. Doch der Milliardär, der intelligent genug ist zu erkennen, dass er jemand besonderem gegenüber steht, bringt den Doctor mit seinem neuestem Erwerb zusammen: einem lebenden außerirdischen Exemplar, das jedoch selbst unter Folter keine Aussagen macht.
Der Doctor ist entsetzt als er sieht, dass es sich um einen Erzfeind der Time Lords handelt. Mehr als einmal traf er in der Vergangenheit mit den Daleks zusammen, und nie waren diese Begegnungen erfreulich. Der Doctor konfrontiert den verletzten und geschwächten Dalek mit seinem tiefen Hass gegen die Wesen, die seine gesamte Welt zerstört haben. Der Dalek kann sich nicht zur Wehr setzen. Der Doctor will die Gelegenheit nutzen und das Wesen vernichten, aber van Statten hindert ihn daran, denn für ihn ist der Dalek nur eine weitere Investition. Statt dessen setzt er den Doctor fest, denn auch er ist ein Alien und besitzt einen gewissen materiellen Wert.
Rose hat sich unterdessen mit Adam angefreundet. Mit seiner Hilfe sucht sie via Kamera nach dem Doctor. Sie kann ihn nicht finden, aber sie entdeckt den Dalek, der gefoltert wird. Rose weiß es nicht besser und möchte dem armen gequälten Lebewesen helfen. Sie lässt sich zu ihm bringen und berührt es, um ihm Trost zu spenden. Doch der Dalek nutzt Roses DNA um sich zu regenerieren. Als er damit beginnt sich zu befreien und dabei van Stattens Basis verwüstet und seine Männer tötet, ist nur der Doctor in der Lage ihn vielleicht noch aufzuhalten, was er vom Kontrollraum aus versucht. Als genetisch konstruiertes Lebewesen sind Daleks nur in der Lage, Hass all jenen gegenüber zu empfinden, die anders sind als sie selbst. Doch Roses DNA hat dieses Mal etwas durcheinander gebracht. Der Dalek, der gemeinsam mit Rose durch eine Sicherheitstür von der Außenwelt getrennt wurde, ist nicht imstande, Rose zu töten.
Dennoch versucht er die Drohung, es zu tun, wenn die Tür nicht geöffnet würde. Dabei stellt er dem Doctor, der über eine Sicherheitsüberwachung erleichtert feststellt, dass Rose noch lebt, die interessante Frage, was Gefühle denn überhaupt für einen Nutzen hätten, wenn er die Frau, die er liebe, nicht retten würde. Der Doctor, der bereits glaubte, Rose auf dem Gewissen zu haben, will das trotz tiefsten Hasses auf die Daleks nicht erneut riskieren. Er öffnet die Schutztür.
Nun schlägt Adam ihm vor, den Dalek zu töten, wenn er zu ihnen kommt. Allerdings haben sie keine Möglichkeit, an die Alienwaffen aus dem Museum heranzukommen. Auch hier kann Adam Abhilfe schaffen, denn er hat noch einige in deinem Werkraum.
Rose stellt unterdessen fest, dass der Dalek, der doch zum Töten geboren ist, äußert verunsichert ist, weil es ihm bei ihr nicht gelingt. Als sie mit ihm in van Stattens Büro erscheint empfiehlt sie, nichts zu unternehmen um diese Verunsicherung ausnutzen zu können. Tatsächlich kann sie ihn überreden, van Stetten nicht zu töten und zu überlegen, was er denn sonst noch will. Freiheit, lautet seine Antwort.
In einer großen Lagerhalle des Gebäudes angekommen feuert der Dalek ein Loch in die Decke und Sonnenstrahlen dringen ein. Um herauszufinden, wie es sich anfühlt, öffnet der Dalek unter Roses erstauntem Blick sein Gehäuse und streckt die Tentakel seines verletzlichen Körpers im Sonnenlicht.
Doch da hört sie den Befehl des Doctors hinter sich, aus dem Weg zu gehen. Er hält eine Alienwaffe im Anschlag. Rose weigert sich, das zuzulassen. Als der Doctor ihr erneut seine Beweggründe schildert aus denen er es einfach tun muss, bittet sie ihn, sich den Dalek anzusehen, der sich geändert habe und nichts weiter wolle, als die Sonne zu spüren.
Nun ist der Doctor genauso verunsichert wie zuvor sein Erzfeind. Und er ist tief erschüttert, weil ihm wieder zu Bewusstsein kommt, dass alle seine Leute von den Daleks vernichtet wurden und er ganz allein übrig ist. Dem Dalek geht es nicht viel anders, auch er ist der letzte seiner Art und noch dazu so mutiert, dass er seiner Bestimmung nicht mehr gerecht werden kann. Er erwartet Befehle zum Töten - nun bittet er Rose um den Befehl, sich selbst zu töten. Sie erteilt ihn, weil sie versteht, dass der Dalek so nicht weiterexistieren kann.
Nun schließt der Dalek sein Gehäuse und erhebt sich in die Luft, wo er sich selbst zur Explosion bringt. Auch Henry van Statten geht es gewissermaßen an den Kragen als seine engste Mitarbeiterin ihn des Gebäudes verweist, das sie mit Beton auffüllen lassen will, um seinen Machenschaften ein für alle mal ein Ende zu bereiten.
Rose überredet den Doctor, Adam in der TARDIS mitzunehmen. Er sei nun schließlich auch ganz allein und würde so gern die Sterne sehen. Zwar zögert der Doctor einen Moment, sich darauf einzulassen, doch dann lässt er den erstaunten jungen Mann in die Notrufzelle, um diesen Ort schnellstens zu verlassen.
von Gisa von Delft
Na also! Der Doctor ohne die Daleks, das ginge ja auch gar nicht. Okay, es war nur einer, aber der war Gold wert. Die Staffel ist noch in der ersten Hälfte, aber darin ist diese Folge zweifellos das Highlight.
Viel intensiver kann so ein Schauspiel wohl kaum sein, Christopher Eccleston brilliert hier wirklich in seiner Rolle. Diese Wut auf den Erzfeind, der die ganze Welt des Doctors vernichtet hat - da kommt seine dunkle Seite vollends zum Ausbruch. Er würde nichtmal davor zurückschrecken, dem in diesem Moment völlig wehrlosen Dalek den Garaus zu machen um, wie er sagt, seinen Job zu beenden. Interessant dabei, dass er zunächst mal geradezu in Panik gerät, als er den Dalek registriert.
Nun gut, wir haben es bezüglich der Daleks natürlich mit einer auf die Spitze getriebenen schwarz-weiß Malerei zu tun. Die Daleks sind nur böse, wollen nur zerstören. Aber dieser Dalek ist verwirrt. Er kann nichts anderes als Zerstörungsbefehle auszuführen und nun bekommt er die nicht. Auch er ist im Grunde ganz allein auf der Welt. Da mag einem die Blechbüchse irgendwie schon fast Leid tun.
Viel emotionsloser kommt einem da eigentlich der (vorläufig) einzige Mensch in dieser Szenerie vor: der profitgierige van Statten. Den kümmert das alles nicht. Er will nur nicht, dass sich seine Aliens, von denen er sich nichts weiter verspricht als eben Profit, gegenseitig an die Gurgel gehen.
Jedenfalls war es erstmal sehr aufschlussreich, was man da erfahren konnte über eine alte Erzfeindschaft und tiefgründig, dass beide die einzigen Überlebenden ihrer Art sind - also irgendwie im gleichen Boot sitzen.
Dann kommt die mitfühlende Rose ins Spiel. Diese junge Frau, die sich im Grunde erstmal allen Wesen zuwendet. Vielleicht mag das wohl etwas sein, was den Doctor so an ihr fasziniert - dieser sicher naive, aber auch entwaffnende Glaube, dass in allem etwas Gutes steckt und man das unterstützen muss. Sie sieht, da wird ein Wesen misshandelt und sie greift ein. Sie will es zumindest trösten, natürlich nicht wissend, was sie damit auslöst. Nun tut einem der riesige Salzstreuer erst richtig Leid, denn jetzt weiß er gar nicht mehr, wo er hingehört.
Doch auch weiterhin versucht sie, zu verstehen, was da vorgeht und gewissermaßen vertraut der Dalek sich ihr ja auch an. Wirklich mitreißend gemacht, was dann geschieht. Sehr hintersinnig die Frage des Dalek, was Gefühle denn nützten, wenn sie nicht auch umgesetzt würden. Trotz seines tiefen Hasses auf den Dalek gibt der Doctor dann auch seinen positiven Gefühlen den Vorrang. Er will Roses Leben nicht riskieren.
Besonders beeindruckend war schließlich der Schlusspart in der Lagerhalle. Obgleich der Hass des Doctors so verständlich ist gelingt es Rose, ihn zu bremsen und buchstäblich zur Besinnung zu bringen. Ganz offensichtlich hat dieses verletzliche Wesen, dass nur einmal die Sonne spüren will, um dann sterben zu dürfen, nichts mehr mit des Doctors Erzfeinden zu tun. So bereitet es dem Doctor auch keine besondere Genugtuung, als letztendlicher Sieger aus dem Time War hervorzugehen.
Und damit haben wir etwas ganz Außergewöhnliches: eine überaus faszinierende Charakterepisode nicht nur für den Doctor und Rose, sondern auch, wer hätte das für möglich gehalten, für einen Dalek. It's fantastic! |