FanFazit UFP Con
von Gabi Marschar
Nach dieser Con glaube ich, daß das UFP nicht für United Federation of Planets steht, sondern für "Unglaublich Furchtbare Pannen". Was sich die Verantwortlichen bei dieser Con geleistet haben, war wirklich unter aller Kanone. Am besten, ich fange von vorne an. Gäste dieser Con waren Dwight Schultz (Lt. Barclay), Robert O'Reilly (Gowron), Andrew Robinson (Garak), George Takei (Sulu), James Doohan (Scotty), Charles Rettinghaus (dt. Stimme von Geordi), Detlef Bierstedt (dt. Stimme von Riker) und Maja Dürr (dt. Stimme von Jadzia Dax). Von letzterer wußten wir bis dato gar nichts, denn eigentlich hatten wir Michael Pan (dt. Stimme von Data) erwartet, der aber anscheinend schon vor längerer Zeit abgesagt hatte, statt dessen wurde Maja Dürr engagiert. Außerdem hüpfte noch Wolfgang Barho von Gute Zeiten, schlechte Zeiten auf der Con herum, allerdings wußte keiner so recht, was er hier zu suchen hatte. Wir bekamen nur mit, daß er ebenfalls Trekker ist und deshalb durfte er hier anscheinend mitmischen.
Coneinlaß war am Freitag gegen 12 Uhr im Maximilianpark in Hamm. Als Claudia, Achim und ich um 12.30 Uhr nach einigen Umwegen endlich an der Halle des Maximilianparks ankamen, war ich doch etwas verwundert, denn das Gebäude sah eher nach einem Bahnhofsgebäude aus, als nach einem Veranstaltungsort für eine Con. Das zweite, was mir auffiel, war die Tatsache, daß jegliche Dekoration fehlte, kein einziger Hinweis darauf, daß hier überhaupt eine Convention stattfinden würde. Am Eingang hatten sich die Leute schon in einer Reihe aufgestellt, um die Conunterlagen abzuholen. Damit es anscheinend schneller gehen sollte, hatte man zwei Stände aufgebaut, an denen man die Unterlagen abholen konnte. Der eine Stand verteilte die Conunterlagen der Anmeldungsnummern 1-500, der zweite von 501-1000. Allerdings stand am zweiten Stand überhaupt niemand an, was wohl darauf zurückzuführen ist, daß die Con kaum mehr als 500 Besucher hatte. Nach einer halben Stunde kamen die Veranstalter dann endlich auf die Idee, die Trennung bei Nr. 300 durchzuführen. Also alle, bei denen die Anmeldungsnummer höher als 300 war, konnten ihre Unterlagen am zweiten Stand abholen. Für uns machte das allerdings keinen Unterschied mehr, da wir in der Schlange schon fast ganz vorne waren. Nachdem wir dann also unsere Conunterlagen hatten, bestehend aus einem Programmheft, fünf Autogrammgutscheinen, zwei Conbadges und einer Moviestar-Zeitschrift, waren wir doch etwas verwundert, denn es gab keinen Übersichtsplan aus dem wir hätten ersehen können, wo die Panels bzw. Autogrammstunden abgehalten werden. Im Programmheft selbst war zwar angegeben, wann die entsprechenden Veranstaltungen stattfanden, jedoch kein Hinweis auf den Ort. Auch in der Halle waren keine Hinweisschilder angebracht. Im Programmheft selbst fiel ebenfalls gleich ein furchtbarer Schnitzer ins Auge: bei dem Bericht über Maja Dürr war anstelle des Fotos von Dax ein Bild von Deanna Troi abgebildet. So etwas kann zwar passieren, sollte es aber nicht.
Da die Opening-Ceremony erst um 18 Uhr begann, hatten wir noch jede Menge Zeit, um uns selbst einmal einen Überblick über das Congelände zu verschaffen. Im Gegensatz zu den anderen Con, an denen ich bis jetzt teilgenommen habe, befanden sich die Händlerstände nicht in der Halle, sondern im Freien, und zwar im angrenzenden Maximilianpark. Das ist einer der wenigen Pluspunkte, den ich dieser Con zuteil werden lassen kann. Nachdem wir also erst einmal die Händlerstände durchstreift hatten, sahen wir plötzlich, wie sich bei der Halle eine lange Schlange gebildet hatte. Als wir näher kamen, stellte sich heraus, daß Dwight Schlutz und Robert O'Reilly bereits eine unangekündigte Autogrammstunde gaben. Also stellten wir uns ebenfalls an, um so am ersten Tag bereits zwei Autogramme abzustauben. Robert und Dwight waren wahnsinnig gut drauf und nahem sich sogar die Zeit für Small Talks und Widmungen. Außerdem konnte man sich ebenfalls ohne Probleme mit ihnen fotografieren lassen. Nachdem wir unsere Autogramme hatten, machten wir uns langsam aber sicher daran, den Saal zu finden, in dem die Opening-Ceremony abgehalten werden sollte. Wir fanden den Saal schließlich im Obergeschoß, allerdings deutete so gut wie nichts darauf hin, daß da drinnen eine Star Trek-Convention stattfinden sollte. Das einzigste, das evtl. darauf schließen ließ, war eine winzige Fahne mit dem Federation-Logo, die über der Bühne hing, neben zwei doppelt so großen Coca Cola- und American Online-Flaggen. Die Opening-Ceremony begann einigermaßen pünktlich und war mehr oder weniger kurz und schmerzlos. Der Veranstalter der Con, Markus Lahrmann, richtete kaum mehr als drei Sätze an uns, ein weiterer Typ, der ebenfalls zu den Veranstalter gehörte, meinte nur lapidar, daß er hoffe, daß alles gutgehen würde (dieser Satz hätte mir eigentlich schon eine Warnung sein müssen), außerdem kamen alle Stars kurz auf die Bühne, aber genausoschnell wie sie gekommen waren, sind sie auch wieder verschwunden. An diesem Abend fand dann nur noch ein Gastpanel mit den Synchronsprechern und Wolfgang Barho statt. Ganz besonders gefallen haben mir Charles Rettinghaus und Detlef Bierstedt, bei letzterem hört man wirklich die "Riker-Stimme" heraus. Die beiden neckten sich ständig und machten am laufenden Band Witze. Bei Maja Dürr merkte man, daß es sich hier um ihre erste Con handelte und auf mich machte sie den Eindruck, als sei ihr das alles nicht so ganz geheuer. Dementsprechend war sie auch eher zurückhaltend. Bei diesem Panel erfuhren wir, wie es in den Synchronstudios überhaupt zugeht und daß die Synchronsprecher meistens alleine sind. Detlef meinte, er hätte mit dem Synchronsprecher von Picard höchstens dreimal gemeinsam einen Dialog gesprochen. Normalerweise kommen die Synchronsprecher alleine ins Studio, während die Dialoge dann später zusammengeschnitten werden. Bei der fertigen Synchronisation ist dann allerdings überhaupt nicht zu bemerken, daß die Dialoge jeweils einzeln gesprochen wurden. Während Charles noch mehr oder weniger ein Trekker ist, sieht Detlef das Synchronisieren als reinen Job an. Er identifiziert sich auch nicht mit den Charakteren, denen er seine Stimme leiht. Von einem weiblichen Fan wurde Charles schließlich gebeten, wie Geordi zu lachen, da sie das so "knuffig" finden würde. Er tat ihr den Gefallen und wirklich, wenn man die Augen schloß hörte es sich tatsächlich nach Geordi an. Außerdem wurde alle drei noch nach ihren Hobby gefragt. Detlef gab an, keines zu haben, Maja mag sehr gerne Jazz-Musik und spielt auch selber und Charles... (das habe ich doch tatsächlich vergessen, aber ich glaube, es war irgend etwas sportliches).
Nach diesem Panel gaben sie Synchronsprecher noch eine Autogrammstunde, bei der wir uns natürlich unsere Autogramme ebenfalls sicherten. Leider hatte Maja Dürr keine Autogrammfotos mitgebracht und im Programmheft waren auch keine Fotos der Synchronsprecher, sondern nur die Bilder der Charaktere, denen sie ihre Stimmen liehen, was ich an sich furchtbar fand, schließlich waren ja nicht die Schauspieler da, sondern die Sprecher. Man hätte von diesen wenigstens noch ein Foto dazusetzen können.
Nach der Autogrammstunde war der erste Tag der Con so gut wie vorbei und wir gingen zurück ins Hotel, wo die obligatorische Roomparty stattfand.
Der Samstagmorgen sollte um 9 Uhr mit einem Panel von Robert O'Reilly beginnen. Um 10 Uhr war das Panel mit Bob Gillan (der uns die letzten News zu Star Trek:First Contact mitbringen sollte) angesetzt. Wie wir erfuhren, war Bob Gillan allerdings nicht zur Con gekommen, so daß das Panel mit Robert erst um 10 Uhr beginnen würde. Da standen wir als und da wir nichts bessere zu tun hatten, gingen wir nach unten, um uns noch einmal bei den Händlern umzusehen. Als wir ins Freie kamen, saßen da schon wieder Robert und Dwight und gaben Autogramme. Da wir unsere Autogramme bereits hatten, stellten wir uns nicht mehr an, sahen den beiden aber eine Weile zu, wie sie herumalberten und mit den Fans scherzten. Mittlerweile war es kurz vor 9.30 Uhr, als ein Conhelfer neben mir eine Programmänderung an die Tür klebte. Das Panel mit O'Reilly sollte angeblich schon um 9.30 Uhr stattfinden. Robert saß jedoch seelenruhig da und zog seine Autogrammstunde durch. Irgendwie schien die Kommunikation zwischen den einzelnen Conhelfern nicht so recht zu funktionieren.
An diesem Tag verdichtete sich auch das Gerücht, daß Leonard Nimoy am morgigen Tag noch auf die Con für eine Autogrammstunde kommen würde. Da er jedoch nur seine Bücher und nichts anderes signieren würde, wäre man praktisch gezwungen, nur für eine Unterschrift von ihm, sein Buch zu kaufen. Urplötzlich konnte man dieses Werk auch an sämtlichen Ständen erwerben, allerdings sah ich nicht ein, mir dieses Ding zuzulegen, so lange nicht sicher war, daß er auch wirklich kommen würde. Außerdem finde ich es unmöglich, daß man praktisch "gezwungen" wird, wegen des Autogramms sein Buch zu kaufen. Wie dem auch sei, wahrscheinlich hätte ich es aus Protest nicht getan. Wie sich später herausstellte, kam Leonard Nimoy nicht auf die Con und das Gerücht basierte wohl nur auf der Tatsache, daß die Händler dieses Gemunkel in die Welt gesetzt hatten, um den Verkauf ihrer Bücher anzukurbeln.
Kurz nach 10 Uhr betrat dann Robert O'Reilly die Bühne, um den Fans Rede und Antwort zu stehen. Neben Robert war auch Matthias Bertl, einer der Conhelfer, zum dolmetschen mit auf die Bühne gekommen. Allerdings war das kaum notwendig, nur wenn eine Frage auf deutsch gestellt wurde, übersetzte er die Antwort. Er machte seine Sache wirklich gut und war der einzigste Lichtblick unter dem Rest der Helfer. Robert O'Reilly ist ein witziger Kerl, was ich ihm ehrlich gesagt gar nicht zugetraut hätte. Ganz besonders gerne zeige er seine "klingonische Augen", wobei er sie dermaßen weit aufreißt, daß man das Weiß rings um seine Augen sehen kann. Er erzählte uns einiges über die Dreharbeiten mit Patrick Stewart und daß Patrick immer in Deckung geht, wenn Robert irgend etwas auf klingonisch sprechen muß, da seine Aussprache ziemlich feucht sei. Außerdem kommt es auch des öfteren vor, daß seine falschen Zähne während des Drehens herausfallen. Weiter erzählte er, daß es unter seiner Maske ziemlich heiß sei und auch die Kleidung die er als Gowron tragen muß, sei ziemlich schwer, teilweise an die 20 kg. Robert erwähnte noch, daß er Verwandte in Irland hat und er sehr stolz darauf sei, daß seine Familie mit allen seiner Verwandten in Irland Kontakt hat. Außerdem wuchs er in der Nähe eines deutschen Viertels in New York auf, ganz besonders haben es ihm die deutschen Bierbrauereien angetan. Auf die Frage, ob denn Gowron nun ein Changeling sei, durfte er uns keine Antwort geben, aber er versicherte uns, daß es in DS9 noch einige Überraschungen mit den Klingonen geben würde.
Als nächster stand zwar Andrew Robinson auf der Liste, statt dessen kam jedoch Dwight Schultz auf die Bühne. Dwight ist ein unglaublich lustiger und natürlicher Typ - und der einzigste, der uns etwas über "First Contact" erzählen konnte. Allerdings war das, was er uns mitteilte schon allgemein bekannt, aber er meinte, der Film wäre wirklich gut, auch wenn er nur einen Cameo-Auftritt von kaum mehr als drei Minuten hätte. Er erzählte uns, daß er in den letzten fünf Wochen in München gearbeitet hätte und daß es ihm, wie Robert O'Reilly , das deutsche Bier angetan hätte. Er konnte zwar kaum deutsch, aber den seiner Meinung nach wichtigsten Satz, hätte er jetzt gelernt, und zwar: "Haben Sie Bier vom Faß"? Dieser Satz brachte ihm natürlich riesiges Gelächter und Applaus ein. Dwight erzählte uns ebenfalls, wie er an die Rolle von Barclay gekommen war. Er war schon immer ein großer Star Trek-Fan und wollte unbedingt dort mitspielen, am liebsten irgendeinen Außerirdischen. Eines Tages traf er Whoopi Goldbeg und erzählte ihr, daß er wahnsinnig gerne in Star Trek mitspielen würde. Daraufhin bekam er einige Tage später einen Anruf mit der Mitteilung, daß es geklappt hätte und er seinen Text in ein paar Tagen zugeschickt bekommen würde. Dwight sagte, daß er damals total aus dem Häuschen gewesen wäre und sich unheimlich gefreut hätte. Als dann einige Tage später das Drehbuch kam, traf ihn erst einmal der Schlag, als er herausfand, welchen Charakter er spielen sollte. Dann wurde ihm jedoch klar, daß diese Rolle wirklich eine Herausforderung für ihn war, da alle anderen Charaktere der Serie so perfekt waren, fast zu perfekt. Als er dann aufs Set kam, fühlte er sich sofort wie zu Hause, er wurde gleich in die Gruppe aufgenommen und er war wirklich sehr über den Zusammenhalt der Crew beeindruckt. Er meinte, er hätte niemals an einem anderen Set so ein Zusammengehörigkeitsgefühl erlebt, wie bei den TNG-Darstellern. Die ganze Gruppe wäre so etwas wie ein wildgewordener Haufen, jedenfalls in den Drehpausen. Keiner wäre ernst, alle alberten nur herum und erzählten Witze. Es wäre wirklich ein einmaliges Gefühl gewesen. Außerdem erzählte Dwight, daß es zu jeder seiner Rollen, die er spielt, ein "echtes" Äquivalent gäbe. Also es gäbe immer einen Menschen, den er sich für seine Rolle zum Beispiel nähme. Für die Rolle des Murdock im "A-Team" nahm er einen Tankwart zum Vorbild, in Barclay sieht er sich jedoch selbst wieder. Dwight wurde auch gefragt, ob er es selbst war, der in der Episode "Genesis" unter diesem Spinnenkostüm steckte. Er bejahte diese Frage und meinte, daß er für diese Maske sechs Stunden im Make-Up-Stuhl gesessen hätte. Dwight wollte trotz mehrmaligem Auffordern von Matthias sein Panel nicht beenden, so daß schließlich James Doohan auf die Bühne kam und ihm persönlich das Mikro aus der Hand nahm, um mit seinem eigenen Panel zu beginnen.
Von Doohans Panel konnte ich mir leider nicht viel merken, da es tödlich langweilig war. Er erzählte uns davon, daß er bei einigen deutschen Talk-Shows war, darunter auch sein Auftritt bei Schreinemakers und er erwähnte nochmals, daß er es war, der die klingonische Sprache erfunden hätte. Da Gene Roddenberry ziemliche Probleme damit gehabt hätte, das Klingonisch auszuarbeiten, hatte sich Doohan bereit erklärt, das zu übernehmen. Außerdem wurde Doohan aufgefordert, noch einmal das deutsche Lied, das er bereits auf der Con in Mannheim zum Besten gegeben hatte, vorzutragen. Bei diesem Lied blieb es allerdings nicht, ganz im Gegenteil: er kam so richtig in Fahrt und sang Lieder in verschiedenen Dialekten, darunter gällisch und schottisch.
Nach Doohan kam George Takei auf die Bühne. Mir tat schon alles weh vom vielen Sitzen und nach dem einschläfernden Panel von Doohan, hatte ich auch ehrlich gesagt nicht mehr viel von George Takei erwartet, aber ich muß gestehen, daß ich mich da gründlich geirrt hatte. Eigentlich mache ich mir ja nichts aus der Classic-Serie, aber Takei war klasse. Er erzählte uns, daß er hoffe, daß seine "Captain Sulu-Serie" bald Realität werden würde und dort u. a. auch Spock und Chekov auftauchen könnten. Außerdem möchte er vielleicht noch einen jungen Fähnrich an der Navigationskontrolle haben, der frisch von der Akademie gekommen ist, und zwar ein Franzose mit britischem Akzent, namens... Jean-Luc Picard. George wurde gefragt, wie denn das Verhältnis unter den Classic-Schauspielern sei, da William Shatner in seinem Buch anscheinend geschrieben hätte, daß George ihn bei den Drehpausen zu der Folge "The Naked Time" mit einem Degen angegriffen hätte. George meinte, das wäre wohl übertrieben und wenn wir wissen wollten, was damals tatsächlich passiert sei, sollten wir sein eigenes Buch lesen. Privat ist George sehr gut mit James Doohan und Walter Koenig befreundet, obwohl er letzten anfangs gehaßt hätte. Das lag daran, daß Takei bzw. Sulu zu Beginn der 2. Season eine Charakterweiterentwicklung erfahren sollte, George stand zu dieser Zeit jedoch nicht zur Verfügung, da er gerade an einem anderen Projekt arbeitet. Als George dann zurückkam, hatte man seine Texte einfach umgeschrieben und einen neuen Charakter eingebaut – Pavel Chekov. George meinte, er hätte Walter gehaßt, bevor er ihn überhaupt gesehen hätte. Zu allem Übel mußte er dann auch noch seine Garderobe mit ihm teilen. Heute allerdings ist Walter einer seiner besten Freunde. Gegen Ende des Panels wurde George aufgefordert, uns die Geschichte mit seinem verlorenen Ausweis zu erzählen, aber dazu kam er nicht mehr, da diese Geschichte anscheinend eine halbe Stunde in Anspruch nehmen würde, aber er versprach, dies am nächsten Tag nachzuholen.
Als letzter kam nun Andrew Robinson auf die Bühne. Auch er war sehr nett und erzählte einiges über die Dreharbeiten zu Deep Space 9. Für seine Maske sitzt er täglich zweieinhalb Stunden im Make-up Raum. Seine Maske besteht aus sieben Teilen und er gestand, daß er zu Anfang immer furchtbare Panik unter dieser Maske hatte, da er an Platzangst leidet. Außerdem sei es unter der Maske und dem Kostüm so furchtbar heiß, daß er spüre, wie sich der Schweiß unter der Stirnmaske ansammelt. Ganz besonders schlimm wäre es bei den Dreharbeiten zu "Our Man Bashir" gewesen, da er als Garak darin eine größere Rolle hatte. Am Tag stand er bis zu 18 Stunden vor der Kamera und er wäre froh gewesen, als es vorüber war. Aber trotz der ganzen Strapazen liebt er es. Auf die Frage, welches denn seine Lieblingsfolgen bei DS9 wären, antwortete er, daß dies u. a. "Little Green Men" wäre, woraufhin er tosenden Applaus erntete, da diese Folge auch in Fankreisen als eine der beliebtesten gilt. Außerdem erzählte Andrew von dem Erdbeben, das 1994 in Los Angeles ausbrach. Er erinnerte sich, daß viele Schauspieler sich um ihre Familien Sorgen machten und zu Hause anrufen wollten. Da die Telefonleitungen aber tot waren, setzten sich viele ins Auto um nach Hause zu fahren, unter ihnen war auch Armin Shimerman, der sich nicht einmal die Zeit nahm, seine Maske zu entfernen. Auch andere Schauspieler setzten sich in voller Maske ins Auto, darunter einige Cardassianer. Da die Ampeln ebenfalls nicht mehr funktionierten, mußte man notgedrungen mit den anderen Autofahrern Blickkontakt aufnehmen und man könne sich vorstellen, wie es aussehen mußte, wenn plötzlich ein Ferengi hinter dem Steuer sitzt. Robinson erzählte auch, daß er sehr gerne einmal bei einer DS9 oder Voyager-Folge Regie führe würde, wie es viele seiner Schauspielerkollegen bereits getan haben.
Nach dem Panel von Robinson fand schließlich eine offizielle Autogrammstunde mit Doohan, Takei und Robinson für die Tagesgäste statt. Falls es von der Zeit her ausreichen würde, könnten sich aber auch "Dauergäste" anstellen, es sei jedoch ungewiß, ob diese dann auch wirklich noch drankommen würden. Da wir im Moment nichts andere zu tun hatten, stellten wir uns schließlich ebenfalls an. Statt man die Schauspieler jedoch in eine Reihe nebeneinander gesetzt hätte, mußte man für jeden Star neu anstehen. Während ich drei meiner Autogrammgutscheine abgeben mußt, wurde Claudia nur einer abgenommen, Achim dagegen benötigte überhaupt keinen. Es war so gut wie kein System drin. Immerhin hatten wir aber an diesem Abend alle unsere Autogramme zusammen, so daß wir am nächsten Tag bei der Autogrammstunde für die "Dauergäste" nicht noch einmal anstehen mußten.
Nach der Autogrammstunde hatten wir erst einmal Pause, in der wir unsere hungrige Mägen füllen konnten. Anschließend ging es dann weiter mit dem Kostümwettbewerb. Eigentlich hätten alle Schauspieler dabei sein sollen, aber die meisten waren noch beim Essen, so daß sich die Jury nur aus Charles Rettinghaus, Wolfgang Barho und Lynn Russo, der Agentin von Dwight Schultz, zusammen setzte. Am Ende des Kostümwettbewerbes, den zwei "Borg" gewonnen haben, waren dann aber schließlich doch alle Schauspieler anwesend, um die Preise zu überreichen.
Als wir später wieder im Maximilianpark waren, wo gegen 22.30 Uhr das Feuerwerk stattfinden sollte, hatten sich schon viele "Zivilisten" eingefunden. Das Feuerwerk hatte eigentlich nichts mit der Con zu tun, sondern die Stadt Hamm feierte irgend ein Jubiläum. Aufgrund dessen tummelten sich auch viele Nicht-Trekkies herum und streiften durch die Händlerstände. Das heißt also, daß man, auch wenn man kein Eintrittsgeld für die Con bezahlt hatte, das meiste trotzdem hätte mitbekommen können. Die Conbadges wurden nur an der Treppe kontrolliert, wenn man nach oben in den Hauptsaal wollte. Da aber auch noch ein Aufzug nach oben fuhr, an dem die Badges nicht kontrolliert wurden, hätte man ganz locker die Panels umsonst besuchen können. Ebenso auch die Autogrammstunden, jedenfalls die, die Robert und Dwight im Freien gegeben hatten. So etwas sollte eigentlich auch nicht passieren dürfen.
Kurz nach 22.30 Uhr begann dann schließlich das Feuerwerk, was ungefähr 20 Minuten dauerte. Grob geschätzt waren ca. 8.000 Leute im Park, um sich das Feuerwerk bei stimmungsvoller Musik anzusehen. Am Anfang fand ich es nicht sonderlich beeindruckend, aber es steigerte sich wahrhaftig von Minute zu Minute und war wirklich eindrucksvoll anzusehen. Damit endete dann auch schon der zweite Tag.
Am Sonntag Morgen sollte um 9 Uhr ein einstündiges Sektfrühstück mit den Stars stattfinden, zu dem angeblich nur 100 Fans zugelassen waren. Die Teilnahme des Sektempfangs mußte man bereits bei der Conanmeldung angeben und falls man zugelassen wurde, war auf dem Conbadge ein Vermerk angebracht. Das Frühstück sollte im "Gläsernen Elefanten" erfolgen, wieder etwas, das man erst suchen mußte, daß im Programmheft keinerlei Hinweise waren, wo sich dieser "Gläserne Elefant" befindet. Es stellte sich schließlich als ein Gebäude in Form eines Elefanten im Maximilianpark heraus. Als wir kurz nach 8.30 Uhr dort ankamen, warteten bereits einige der Fans vor dem Eingang. Der Aufzug, der uns in den "Kopf" des Elefanten bringen sollte, wo das Sektfrühstück stattfand, blieb uns jedoch noch verwehrt. Gegen 8.50 Uhr kamen dann zwei Autos mit den Stars angefahren, die dann an uns vorbei zum Aufzug gebracht wurden. Bis die ersten Fans den Aufzug betreten kommen, war es bereits kurz nach 9 Uhr. Da in dem Aufzug jeweils nur 10 Personen Platz fanden, dauerte es ziemlich lange, bis alle auf der entsprechenden Etage angekommen waren. Außerdem wurde in der Zwischenzeit erst noch das kalte Buffet gebracht und nach oben gefahren, das eigentlich schon längst hätte angerichtet sein sollen. Bis dann schließlich die letzten Fans angekommen waren, war es bereits 9.30 Uhr. Außerdem sollte vielleicht noch erwähnt werden, daß es keinen der Helfer interessierte, ob auf dem Conbadge "Sektempfang" vermerkt war, oder nicht. Es wurde noch nicht einmal überprüft, ob überhaupt ein Conbadge vorhanden war. Ein Trekker erzählte mir, daß er zwar die Teilnahme am Sektempfang auf seiner Anmeldung angegeben hätte, allerdings hatte man ihm mitgeteilt, daß es bereits 100 Teilnehmer gab und er nicht mehr daran teilnehmen könne. Folglich hatte er also auch die 40 DM, die man für den Sektempfang nochmals extra bezahlten mußte, nicht beglichen. Trotzdem hatte er auf seinem Conbadge den Vermerk "Sektempfang" und konnte somit umsonst daran teilnehmen. Im "Gläsernen Elefanten" ging es an sich recht eng zu, zahlreiche Fans scharten sich um die Stars, aber wenigstens bekam man hier die Gelegenheit, mit den Schauspielern wirklich ein paar private Worte zu wechseln und sich mit ihnen fotografieren zu lassen. Stars zum Anfassen, sozusagen. Da das Sektfrühstück jedoch bereits um 10 Uhr wieder beendet wurde, hatten wir kaum Zeit, uns mit jedem der Stars zu unterhalten.
Danach war eigentlich ein gemeinsames Panel von Robert O'Reilly und Dwight Schultz angesetzt, deshalb gingen wir zurück in den Hauptsaal, aber dort tat sich nichts. Statt dessen teilte man uns mit, daß es hier eine Autogrammstunde geben würde. Auf die Frage, wann das sein würde, bekamen wir die lapidare Antwort "Wissen wir nicht", aber es würde noch durchgegeben werden. Nachdem wir eine Weile unschlüssig herumstanden gingen wir nach unten zu den Händlerständen. Durch Zufall bekamen wir mit, daß dort, wo normalerweise das "Holodeck" (dort werden ununterbrochen Star Trek-Folgen gezeigt) spielt, Andrew Robinson ein Panel gab, welches eigentlich erst um 15 Uhr hätte beginnen sollen. Wir beeilten uns also dorthin zu kommen und als wir endlich da waren, hatte es natürlich bereits begonnen. Andrew erzählte noch einmal von seinem Charakter Garak und welche Freude es ihm machte, diese Rolle zu spielen. Allerdings sollte man Garak nicht trauen und schon gar nicht dem Glauben schenken, was er sagte. Um wirklich zu wissen, was Garak tatsächlich meinen würde, solle man in seine Augen sehen. Dann wurde er gefragt, ob es stimmen würde, daß Garak der erste reguläre homosexuelle Charakter in Star Trek sein sollte. Robinson meinte darauf, daß ihm das zwar neu sein, aber er könne es sich durchaus vorstellen - mit Dr. Bashir. Das war aber nur ein Witz, er meinte aber, daß es Zeit sei, dieses "heiße Eisen" anzupacken. Er erzählte, daß es in der Folge "Rejoined" in der Jadzia Dax eine Beziehung zu einer Frau haben würde, die einmal, als sie noch Curzon Dax war, ihre Ex-Frau war. Jedenfalls war das für amerikanische Verhältnisse ziemlich gewagt, aber auf dem Set an sich gingen alle ganz selbstverständlich damit um. Robinson findet aber, daß Garak vielleicht eher multisexuell veranlagt sei, und mit sämtlichen anderen Spezies der Galaxie eine Beziehung haben könnte.
Als wir ein paar Minuten gewartet hatten, kam Andrew Robinson gemeinsam mit Robert O'Reilly und Dwight Schultz zurück, singend und grölend. Als sie geendet hatten, teilten sie uns mit, daß es sich um eine klingonische Oper gehandelt hätte. Robinson verließ die Bühne wieder und das gemeinsame Panel O'Reilly/Schultz begann. Die beiden waren wirklich absolut umwerfend komisch. Sie saßen nebeneinander und machten nur Blödsinn. Dwight nahm Robert Baseballkappe und hielt sie sich unters Kinn. Dann würgte er einige Male und "entleerte" sich schließlich in die Mütze. Ganz unbeeindruckt nahm Robert die Mütze dann wieder an sich und klatsche sie sich auf den Kopf. Über eine Viertelstunde waren die zwei nicht zu bremsen, bis schließlich der erste Fan seine Frage stellen konnte, welche schließlich lautete: "Do you know that you are crazy?" Daraufhin bogen sich die zwei vor Lachen. Dwight wurde gefragt, ob er denn gerne mal einen Klingonen spielen würde. Er bejahte diese Frage und gemeinsam mit Robert probte er zum ersten Mal, wie er einen Klingonen darstellen würde. Er tänzelte auf der Bühne herum, fuchtelte mit den Armen und trällerte ein "Qa'pla", so daß wir uns vor Lachen bogen. Dann stimmten die beiden nochmals eine klingonische Oper an, beendeten sie aber recht schnell wieder. Danach wurden sie gefragt, wann sie sich denn kennengelernt hätten, daraufhin rutschten die beiden mit ihren Stühlen enger zusammen, blickten sich tief in die Augen und Robert meinte, daß sie sich im Flugzeug begegnet wären. Später meinte Dwight jedoch, daß sie sich das erste Mal auf der Convention in Mannheim getroffen hätten. Das Panel war leider viel zu schnell vorbei und abermals wurde uns eine Programmänderung mitgeteilt. George Takei würde noch ein Panel geben. Als jedoch nachgefragt wurde, wo dieses stattfinden würde, bekamen wir die altbekannte Antwort "weiß ich nicht". Nach dem Programmheft brauchten wir uns schon gar nicht mehr zu richten, da stimmte es sowieso vorne und hinten nicht mehr.
Zufällig entdeckten wir Charles Rettinghaus bei einer Versteigerung und sahen eine Weile zu. Charles stand in einem roten Classic-Kleidchen auf der Bühne und sah einfach zum Schreien komisch aus. Er machte seine Sache wirklich gut und brachte Stimmung unter die Leute.
Wieder mal durch Zufall erfuhren wir, daß George Takei sein Panel im Hauptsaal abhalten würde. Als wir dort ankamen, hatte er natürlich bereits begonnen und war gerade dabei, die Geschichte seines verlorenen Ausweises zu erzählen. Viel hatten wir glücklicherweise noch nicht verpaßt. George erzählte, daß er dringend nach London zu einer Veranstaltung mit William Shatner mußte, als er am Flughafen war stellte er jedoch fest, daß er seinen Ausweis nicht dabei hatte. Er konnte also nicht mitfliegen und mußte wieder nach Hause gehen, um den Ausweise zu holen. Er rief seinen Agenten an und erzählte ihm, was passiert war und er solle ihm doch einen neuen Flug buchen. Gesagt, getan. George fuhr zurück nach Hause, suchte seinen Ausweis, fand ihn aber nicht. Da fiel ihm siedendheiß ein, daß er ihn aus Versehen mit einem Notizbuch (oder etwas ähnlichem) weggeworfen haben mußte. Er rief wieder seinen Agenten an und teilte ihm sein Mißgeschick mit. Mittlerweile war es auch für den Ersatzflug zu spät, so daß ihm sein Agent sagte, er solle sich einen vorübergehenden Ausweis erstellen lassen, und er würde einen neuen Flug buchen. Dies war jedoch kein Direktflug mehr von L. A. nach London, sondern er mußte in Ohio umsteigen. Der Flug war auf 12.30 Uhr angesetzt, allerdings würde es ziemlich knapp für die Veranstaltung werden, außerdem mußte er mit seiner Fluglinie fliegen, die er überhaupt nicht mochte, da es bei dieser ständig Ärger geben würde. Takei erzählte, daß er in dieser Nacht ziemlich schlecht geschlafen hatte. Am nächsten Morgen war er der erste Kunde beim Einwohnermeldeamt, um den neuen Ausweis zu beantragen. Als er dort war, wurde er von dem Beamten gefragt, ob er denn DER George Takei sei. Nachdem Takei dies bejaht hatte, sagte der Beamte, daß er mit in sein Büro kommen solle. Dort holte er ein Crew-Foto heraus, auf dem schon James Doohan und Walter Koenig unterschrieben hatten und bat Takei um ein Autogramm. Takei meinte daraufhin, daß er es wirklich sehr eilig hätte und unbedingt des Ausweis bräuchte, aber der Beamte ließ nicht locker. Also unterschrieb George schnell und daraufhin schickte ihn der Beamte zum Fotoautomat. Als George mit den Paßfotos zurückkam, hatte der Beamte nicht nur einen vorübergehenden Ausweis erstellt, sondern einen nagelneuen. Takei war ganz glücklich und dachte eigentlich, daß nun nichts mehr schiefgehen konnte. Er fuhr zum Flughafen und ging an den Schalter für internationale Flüge. Er fragte nach seinem Ticket, das sein Agent für ihn gebucht hatte, aber die Frau am Schalter fand nichts. Daraufhin fragte sie ihn, ob es denn auch ein internationaler Flug sei, was Takei bejahte, schließlich wolle er ja nach London und dabei würde es sich um einen internationalen Flug handeln. Die Frau sah nochmals nach, fand aber auch dieses Mal nichts. Da fiel George ein, daß er in Ohio umsteigen mußte und es sich somit doch um einen Inlandsflug handelte. Es war ihm furchtbar peinlich, er nahm sein Gepäck und ging zum Schalter für die Inlandsflüge. Als er dort sein Ticket abholen wollte, wurde ihm mitgeteilt, daß es nur reserviert war, aber noch nicht bezahlt. Daraufhin meinte er, es müsse sich um ein Mißverständnis handeln, und daß sein Agent bereits bezahlt hätte. Die Frau am Schalter befragte nochmals den Computer, aber es änderte sich nichts. Völlig verzweifelt rief Takei wieder seinen Agenten an und fragte ihn, was er machen solle. Dieser teilte ihm dann mit, daß das Geld bereits bezahlt sei, allerdings an eine andere Fluggesellschaft, und zwar an die erste, mit der Takei ursprünglich hätte fliegen sollen. Er solle einfach das Geld umbuchen lassen. So weit, so gut. George ging zum Schalter zurück , teilte dies der Frau mit, diese meinte jedoch, er müsse zu dem Schalter der anderen Fluggesellschaft gehen, um das Geld umbuchen zu lassen. Takeis Verzweiflung wuchs, gab sich geschlagen, fragte aber, ob er wenigstens sein Gepäck stehen lassen könne, damit er es nicht mit sich herumschleppen mußte. Die Frau meinte, sie könne dafür keine Verantwortung übernehmen und Takei erwiderte, das müsse sie auch nicht, sie solle nur gelegentlich auf sein Gepäck einen Blick werfen, aber die Frau blieb unerbittlich. Egal was George anstellte und sagte, immer wieder hörte er den Satz "Ich kann dafür keine Verantwortung übernehmen." Daraufhin ließ er sich die Vorgesetzte kommen, die ihm jedoch genau das Gleiche sagte. Mittlerweile war schon der gesamte Flughafen auf Takei aufmerksam geworden. Außerdem verlor er bald die Nerven, so daß er die Frau anbrüllte, daß er sein Gepäck hier stehen lassen würde und falls irgend etwas davon abhanden kommen sollte, dann würde er sie dafür verantwortlich machen. Dann ließ er die Frau einfach stehen und sprintete los zum anderen Schalter. Dort angekommen erzählte er die ganze Geschichte und bat darum, das Geld auf die andere Fluggesellschaft umzubuchen. Diese Schalterbeamtin teilte ihm jedoch mit, daß dies an diesem Tag nicht mehr ginge. George war mittlerweile schon naßgeschwitzt und rief wieder seinen Agenten an. Inzwischen hatte er schon keine Lust mehr, überhaupt noch nach London zu fliegen. Sein Agent meinte, er könne doch den Flug mit seiner American Express-Karte bezahlen und sich das Geld von der anderen Fluggesellschaft rücküberweisen lassen. Also gut, George hastete wieder zurück zum ersten Schalter, als er dort ankam zeigten sämtlich Leute, die ebenfalls am Schalter stand auf sein Gepäck als Andeutung, daß es noch da stand. Es war ihm zwar furchtbar peinlich, aber nicht zu ändern. Als er an die Reihe kam und sein American Express-Karte zücken wollte, mußte er feststellen, daß er die Karte nicht bei sich hatte und was noch schlimmer war: alle Leute hatten es mitbekommen. Kleinlaut begab er sich erneut zum Telefon und rief resigniert bei seinem Agenten an. Zwischenzeitlich war es bereits 12 Uhr. Sein Agent hatte dann die rettende Idee, daß er selbst am Schalter anrufen würde und seine eigene American-Express-Card-Nummer angeben könne. Das funktionierte auch, allerdings mußte Takei warten, bis das Geld durch die Karte freigegeben wurde. George wartete und wartete und wartete. Nach 20 Minuten wurde er langsam unruhig und fragte, ob das Geld denn noch nicht eingegangen wäre. Die Frau schaute im Computer nach und schüttelte dann den Kopf, es würde wohl aber jeden Moment eingehen. Fünf Minuten vor halb eins fragte er noch mal nach, da die Zeit so langsam knapp wurde. Nochmals sah die Schalterbeamtin im Computer nach und fragte schließlich, ob sein Name George TAKAI wäre. Er meinte, er würde zwar TAKEI geschrieben, aber das wäre er bestimmt. Das Geld war also schon die ganze Zeit da, allerdings war nur sein Name falsch geschrieben. Er bekam das Ticket sofort ausgehändigt und wurde zum Gate geschickt, an dem das Flugzeug startete. Natürlich war es das Gate, das am weitesten entfernt war. George schnappte sein Gepäck, rannte durch die Halle und verscheuchte die Leute, die ihm im Weg standen. Als er schließlich am Gate ankam, war die Tür bereits geschlossen. Das Flugzeug stand jedoch noch da. George trommelte wie ein Wilder an die Tür und rief, daß er unbedingt noch in dieses Flugzeug müsse. Schließlich kam ein Beamter und erkundigte sich, was er denn mache. George erklärte ihm voller Panik, daß er auf jeden Fall in dieses Flugzeug müsse. Daraufhin sagte ihm der Mann, daß das Flugzeug erst gelandet sei und es eine Stunde Verspätung hätte. Für George brach eine Welt zusammen. Er war verschwitzt, total erschöpft und furchtbar müde. Irgendwann saß er dann aber doch im Flieger und bis London ging alles gut. Auf dem Flughafen in London wurde er dann von einem Hubschrauber abgeholt, der ihn zum Veranstaltungsort brachte. Obwohl alles glatt ging, hatte er letztendlich doch zehn Minuten Verspätung. William Shatner war bereits da und als sich George schließlich neben ihn auf den Stuhl fallen ließ, beugte sich Shatner zu ihm hinüber und fragte ihn leise "Where to hell have you been?" Takei war ganz außer Atem und erwiderte nur "You don't want to know that.?" Nachdem George seine Geschichte beendet hatte – er brauchte dafür wirklich an die 30 Minuten – hatte das ganze Publikum mit ihm sein gesamtes Leid durchlebt. Besonders wie er die Geschichte erzählt hatte, machte diese ganze Chaos-Con wett.
Nach Takeis Panel kam schließlich ein Conhelfer auf die Bühne und teilte uns mit, daß James Doohan einen Kreislaufkollaps erlitten hätte (lag wahrscheinlich an der drückenden Hitze) und zurück ins Hotel gefahren sei, deshalb würde er für ein weiteres Panel nicht zur Verfügung stehen. Zur Autogrammstunde wäre er jedoch wider da und würde ganz sicher 120 Minuten lang Autogramme geben. Wer natürlich nicht zur Autogrammstunde erschien war James Doohan. Ich meine, ich verstehe natürlich, daß er sich das nicht unbedingt zumuten wollte und habe dafür vollstes Verständnis, aber daß der Conhelfer so betont hatte, daß James Doohan ganz bestimmt wieder kommen würde, hat mich ziemlich geärgert. Schon als er gesagt hatte, daß sich Doohan nicht wohl fühlen würde, dachte ich mir, daß er nicht nochmals auftreten würde. Aber ich war doch froh, daß ich meine Autogramme schon alle beisammen hatte. Das im Programmheft angegebene Panel mit dem Synchronsprechern fand ebenfalls nicht mehr statt. Wir trafen Detlef Bierstedt beim Mittagessen und fragten ihn, ob er wüßte, wie es nun weitergehen würde, aber er selbst wußte auch nichts. Im Hauptsaal saßen schließlich George Takei und Andrew Robinson und gaben Autogramme. Dwight Schlutz und Robert O'Reilly hatten sich im Maximilanpark nochmals für eine Autogrammsession bereiterklärt. Von 17 bis 18 Uhr sollte dann die Closing-Ceremony stattfinden, aber um 17.15 Uhr saßen George und Andrew noch immer und gaben Autogramme. Kurz nach halb sechs kam dann Matthias Bertl auf die Bühne und meinte, die Autogrammstunde müsse nun abgebrochen werden, da die Closing-Ceremony um 18 Uhr fertig sein müsse, da ab 18 Uhr auf der Bühne eine Online-Konferenz stattfinden würde, die nicht verschoben werden könne. George Takei würde aber später noch weiter Autogramme geben. Um 17.45 Uhr begann dann schließlich die Closing-Ceremony und war ebenso kurz und bündig wie die Opening-Cermony. Die Gäste wurden nochmals auf die Bühne geholt, allerdings waren die Synchronsprecher nicht mehr vertreten, die schien man nach dem ersten Tag einfach "vergessen" zu haben. Tatsächlich war die Closing bereits nach 15 Minuten zu Ende und da saßen wir dann, wie bestellt und nicht abgeholt. Keiner teilte uns mit, wie es nun weiterging und was es mit dieser Online-Konferenz auf sich hatte. Wir bekamen nur mit, daß die Stars nochmals Rede und Antwort stehen sollten und zwar für die Leute, die online mit der Con in Verbindung standen. Jeder der Schauspieler kam nochmals für zehn Minuten auf die Bühne, beantwortete teilweise unsere Fragen und teilweise die, die per Computer gefragt wurden. Die ganze Sache dauerte ungefähr 45 Minuten und wieder saßen wir unwissend da. Mittlerweile waren schon über die Hälfte der Fans gegangen und da sich nichts mehr tat, standen wir schließlich ebenfalls auf und schickten uns an, den Saal zu verlassen. Als wir bei der Tür waren, hörte ich noch, wie Matthias nochmals auf die Bühne kam und ein paar Worte an die wenigen verbliebenen Fans richtete, aber ich habe nicht mehr verstanden, was er sagte.
Alles in allem war diese Con die am schlechtesten organisierte, die ich je miterlebt habe. Allerdings, was die Nähe zu den Stars betraf, war sie wiederum einmalig. Man konnte sie jederzeit ansprechen und Small Talks halten, was natürlich auch an der geringen Anzahl der Besuchermenge lag. Es ist natürlich etwas vollkommen anderes, ob nun nur 600 Fans da sind, oder an die 3.000, wie bei den Fed Cons. Bei einer solchen kleinen Con, wo die Autogramme nicht wie am Fließband gegeben werden müssen, bleibt natürlich mehr Zeit für die Stars, sich den Fans zu widmen. Die Con hätte allein durch das Ambiente des Maximilianparks zu etwas ganz besonderem werden können, hätten sich die Veranstalter nicht derartig in die Bennesseln gesetzt. Das Programm änderte sich ständig, keiner wußte etwas genaues, die Conbadges wurden nicht kontrolliert, die Conhelfer unter sich widersprachen sich, die Dekoration ließ zu wünschen übrig, Hinweisschilder fehlten gänzlich und ein Übersichtsplan über die Räumlichkeiten wurde erst gar nicht entworfen. Wie ich mitbekommen habe, wurde der "Veranstalter" Markus Lahrmann, sogar noch während der Con gefeuert. Ob dies den Tatsachen entspricht, kann ich zwar nichts sagen, aber es würde immerhin seine Abwesenheit bei der Closing-Ceremony erklären. Mittlerweile wird zwar schon für die UFP Con 2 geworben, aber ob die jemals realisiert wird, bleibt abzuwarten. Sie wird jedoch gewiß ohne mich stattfinden.
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