FanFazit Galileo7-4
von Rita Vogler
Freitag, 03.11.
Die Anreise erfolgte mit dem Auto aus Hamburg, was ja nicht allzu weit von Bremen entfernt ist. Nachdem wir das Maritim-Hotel endlich gefunden hatten, ging die Parkplatzsuche los. Rund um das Hotel waren aber nur Parkplätze für Anwohner oder kostenpflichtige Parkplätze vorhanden. Wir wußten zu diesem Zeitpunkt noch nicht, daß die Parkplätze vor dem Kongreßzentrum einen recht günstigen Tagessatz haben, so daß wir nach längerer Suche schließlich entnervt einen Parkplatz mit Parkschein-Automat hinnahmen, der ca. 200 m vom Hotel entfernt lag.
Als wir schließlich im Hotel eincheckten, war es mittlerweile 16 Uhr. Das hatten wir uns auch anders vorgestellt gehabt. Die Opening Ceremony konnten wir vergessen. Unser Zimmer entschädigte uns dann aber für alle Strapazen. Nachdem wir uns frisch gemacht und die Uniformen angezogen hatten, betraten wir dann gegen 17 Uhr das Kongreßzentrum, welches auf der gleichen Etage wie unser Hotelzimmer lag. Sehr praktisch!
Da die Opening Ceremony tatsächlich gerade vorbei war, suchten wir zunächst die Händlerräume auf, auch um ggf. noch andere Fotos für die Autogrammstunde zu finden, die jeden Augenblick beginnen sollte. Bis es dann soweit war, konnte man sich im Hauptsaal das Panel von Larry Nemececk anhören, der Behind-the-Scenes-Infos und –Bilder dabei hatte.
Für die Autogrammstunde wurden die Fans geordnet nach Reihen aufgerufen, so daß wir mit einem Sitzplatz in Reihe 7 bald an der Reihe waren. Im Autogrammsaal war das Fotografieren strengstens verboten. Daß dem auch Folge geleistet wurde, erreichte der Veranstalter damit, daß am Eingang des Autogrammsaals Jacken und Taschen an der Garderobe abgegeben werden mußten. Man durfte lediglich die zu signierenden Fotos und Poster in der Hand behalten. Das Ganze lief sehr geordnet ab. Man stellte sich nach und nach, auf einem vorgegebenen Rundweg, an den Tischen der einzelnen Schauspieler an und erhielt sein Autogramm. Je nach Schnelligkeit der Stars war die Schlange an den einzelnen Tischen länger oder kürzer. Insgesamt dauerte es trotz der guten Organisation doch ca. 1,5 Stunden, bis man alle 7 Autogramme beisammen hatte, was die Sache aber auch wert war.
An diesem Abend ging alles recht ruhig zu, da es kein weiteres offizielles Programm mehr gab. So hielt man sich erst noch eine Weile im Foyer auf, um mit anderen Fans zu quatschen. Auch einige der Schauspieler kamen nach und nach hinzu, so wie sie mit dem Signieren fertig wurden. Einige davon ließen sich bereitwillig mit den Fans zusammen ablichten. Besonders kontaktfreudig war Jeff Rector, besonders, was die weiblichen Besucher der Convention anging.
Später abends suchten wir dann noch die Hotelbar auf. Davor hatten sich zahlreiche Klingonen vom Khemorex niedergelassen, bei denen es recht feuchtfröhlich zuging. Wir gesellten uns dazu und durften vom hausgemachten Blutwein kosten (mein Kopf hat es mir am nächsten Morgen gedankt) und den Sangeskünsten der tapferen Krieger lauschen.
Samstag, 04.11.
Nach dem Frühstück war das erste Panel ein Doppelpanel von Max Grodenchik und seiner Frau Lolita Fatjo, die als Skript-Koordinatorin für Star Trek arbeitet. Max wurde darauf angesprochen, er solle bei Conventions mal hellere Klamotten tragen, da sonst die Fotos nicht gut würden. Nachdem er die Kleidungsfrage eine Weile mit den Fans diskutiert hatte, gab ihm jemand ein hellgrünes Hemd, das er dann auch tatsächlich anzog. Zum Abschluß gab es noch einen Song, den Max, Lolita und Chase bei ihrer Show "Ferengi Family" im Programm haben, nämlich "I've got two Babes".
Danach folgte der Kostümwettbewerb, der leider nur 6 verschiedene Nummern beinhaltete, aber dennoch einiges zu bieten hatte. Die anschließende Mittagspause nutzte ich dafür, um mir in der permanenten Autogrammstunde weitere Autogramme von Marina Sirtis und Dwight Schultz zu holen. Bei dieser Gelegenheit konnte ich mich auch mit diesen beiden Schauspielern fotografieren lassen, was heute nicht verboten war. Allzulange anstehen mußte ich auch nicht, da die meisten Conbesucher schon am Freitag ihre Autogramme geholt hatten.
Nach der Pause ging es weiter mit dem Panel von Aron Eisenberg, der uns aufforderte, unsere Träume zu verwirklichen, auch wenn wir dieses für unmöglich hielten. "Follow Your Dreams" hatte er auch als Widmung auf die Autogrammfotos geschrieben. Außerdem brachte er Fans aus dem Publikum auf der Bühne den Ferengi-Tanz bei, den er mit Terry Farell in der Folge "Klingonische Traditionen" tanzt. Er erzählte uns, wie der Tanz entstanden war.
Das nächste Panel bestritt Jeff Rector, den kaum einer der Fans so richtig kannte, weswegen der Saal auch nicht gerade gefüllt war. Was er so erzählte war dennoch ganz interessant. Wie alt er ist, wollte er nicht verraten. Seine Lieblingsfigur aus Star Trek ist James T. Kirk, den er recht gut imitierte. Das Publikum war recht überrascht, als Jeff auf der Bühne plötzlich so eine Art Judorolle hinlegte. Damit hatte keiner gerechnet, nachdem das Panel vorher recht ruhig abgelaufen war.
Danach folgte das Panel von Eugene Roddenberry jr., dem Sohn von Gene Roddenberry und Majel Barrett. Er zeigte zunächst einen zehnminütigen Zusammenschnitt der besten Bloopers aus der Serie Earth Final Conflict, bei der er als technischer Berater mitarbeitet. Danach stellte er sich den Fragen des Publikums, wobei herauskam daß er 1974 geboren wurde und als Kind und Jugendlicher mit Star Trek noch nichts anfangen konnte. So versenkte er als Kind beispielsweise ein Modell der Enterprise im heimischen Swimmingpool.
Es wurde langsam Abend und nun sollten die Top-Panels stattfinden. Zunächst kam Marina Sirtis, die "Convention-Queen", wie sie sich selbst nannte, an die Reihe. Sie erzählte in ihrer gewohnt spritzigen Art von der Hochzeit von Patrick Stewart, dem Voyager-Set und dem Schauspieler-Streik, weswegen ST:X wohl erst Ende 2001 oder gar erst 2002 fertig sein wird. Von einigen Fans erhielt sie kleine Geschenke, woraufhin sie bemerkte, daß wir Fans doch für sie kein Geld ausgeben sollten. Wenn wir ihr eine Freude machen wollten, sollten wir lieber Geld an die "Animal's Charity" spenden.
Das nächste Panel war das lebhafteste. Dwight Schultz bildete mit den beiden Klingonendarstellern Robert O'Reilly und J.G. Hertzler ein Trio. Zunächst erschienen die Schauspieler mit Masken der Simpsons, um dann noch einmal einen triumphalen Einzug mit ihrer klingonischen Leibgarde abzuhalten. Auf der Bühne tranken sie erst einmal jeder ihr Bier. Es stellte sich heraus, daß Dwight für ein gutes Weißbier beinahe alles tut, denn er kroch auf Händen und Füßen zum Bühnenrand, als ihm ein Fan Weißbier schenken wollte.
Durch dieses letzte Panel am heutigen Tage richtig eingestimmt, ging es im Foyer gleich weiter mit der Conparty. Diese kann man nur als gelungen bezeichnen, da viele der Fans gutgelaunt bis in die späte Nacht gefeiert haben. Auch die Tanzfläche war die meiste Zeit gut gefüllt, obwohl einigen die Musik nicht paßte, welche der DJ spielte. Doch die Geschmäcker sind ja nun einmal verschieden. Gerade was Musik betrifft, kann man es nie jedem recht machen. Immerhin wurden verschiedene Musikrichtungen gespielt. Mir gefiel es jedenfalls.
Sonntag, 05.11.
Nicht mehr ganz so munter wie an den beiden Tagen davor ließ ich den letzten Tag der Convention in aller Ruhe angehen. Deshalb habe ich das erste Panel von Richard Arnold auch nicht mitbekommen. Zum Gemeinschaftspanel von Aron Eisenberg und Max Grodenchik war ich aber pünktlich zur Stelle. Einer der Fans sprach Max daraufhin an, daß er bei der Expotrek in Hannover über Aron gesagt hätte: "He's a pain in my ass". Aron tat daraufhin sehr entsetzt und geschockt, während Max uns erklärte, daß es sich um ein Mißverständnis handeln müsse, da er in Hannover Deutsch gesprochen hatte. Jedenfalls versöhnten sich die beiden wieder und sangen mit Lolita noch einen Song aus "Ferengi Family". Jeff Rector bekam in seinem heutigen Panel Unterstützung von Eugene Roddenberry, so daß die Fans die Gelegenheit hatten, beiden noch einmal Fragen zu stellen. Auch an diesem Mittag gab es noch einmal eine permanente Autogrammstunde.
Das erste Panel am Nachmittag bestritt das Klingonenduo, diesmal ohne Dwight. Sie spielten mit Hilfe einer der Besucher(?) der Con einen Witz vor, der von den Hähnen Henry und George handelte. Ich sag nur: "Thank You, Lady!" Im Anschluß hatte Dwight Schultz ein Einzelpanel, wo er erzählte, wie er an die Rolle des Reginald Barclay gekommen war und daß er Schauspieler wurde, weil er schon immer begeistert von Science Fiction war.
Im letzten Panel erzählte Marina Sirtis noch einige Geschichten von ihrem Hündchen Skilagi, was auf Griechisch so viel wie "kleiner Hund" bedeutet. Außerdem erfuhren wir, warum Deanna Troi ständig neue Uniformen in der Serie trägt. Bei der anschließenden Closing Ceremony wurden die Gewinner der Tombola bekanntgegeben. Der Hauptpreis war ein Kaffeetrinken mit Marina im Anschluß. Leider habe nicht ich den Hauptpreis gewonnen. Danach kamen noch einmal alle Darsteller auf die Bühne und wurden mit viel Applaus vom Publikum bedacht.
Eine alles in allem phantastische Convention ging zu Ende.
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