Conbericht Galileo7-3
von Marcus Erbar
Nach 6 1/2 stündiger Fahrt nach Berlin (*phew*) kam ich mit einigen Freunden einen Tag vor der Galileo 7 - III in Berlin an. Um uns schon einmal ein Bild von der Location zu machen setzten wir uns sofort nach dem Auspacken der Koffer ins Auto und fuhren zum Estrel Hotel and Convention Center. Als wir dann die "heiligen Hallen" betraten, in denen die nächsten 2 Tage eine Convention, wie es sie in dieser Form noch nicht gab - und das in jeder Hinsicht(...) - stattfinden sollte, waren wir schon etwas... sagen wir "überrascht" - Es gab noch keine Spur von irgendwelchen Aufbauarbeiten. Später erfuhr ich, dass eine wohl Veranstaltung der Deutschen Post ihren Zeitplan überschritten hat, weshalb die armen Con-Helfer bis spät in die Nacht arbeiten mußten, um alles pünktlich fertig zu bekommen.
Um uns von den Strapazen der langen Fahrt zu erholen, ließen wir uns erst einmal im riesigen Atrium des Estrell Hotels nieder.
Man traf alte und neue Bekannte und sogar die Gaststars (außer Brooks und Shatner) mischten sich unter die schon zahlreich anwesenden Fans. Leider mußte ich zu diesem Zeitpunkt auch erfahren, dass René Auberjonois sein Erscheinen leider abgesagt hatte, da er noch mit Dreharbeiten beschäftigt war.
Tag 2
Am morgen des 30.10. standen wir schon gegen 8.00 Morgens vor den Pforten des Convention-Centers um dann auch recht zügig unsere Conunterlagen zu erhalten. Da der Hauptsaal aber noch nicht ganz vorbereitet war und noch der Soundcheck lief, verschob sich die Opening Ceremony um etwa 1 Stunde. Während des kurzen Opening-Videos kam dann zum ersten mal *echtes* Confeeling auf, als ca. 1950 Fans in tosenden Applaus verfielen als die Namen der Gaststars auf der Leinwand erschienen - speziell bei Avery Brooks wurde es ohrenbetäubend.
Ohne großen Übergang kam dann George Takei auf die Bühne gesprungen. Er grüßte das Publikum mit seinem berühmten vulkanischem Gruß und war genau der richtige, um die Stimmung anzuheizen. Der größte Teil seines Panels wurde von seiner berühmten "Airport-Story" beansprucht. Da der Zeitplan deutlich überzogen war, wurde Georges' erstes Panel nach nur 4 Fragen der Fans unterbrochen wurde.
Nun war es an der Zeit für Armin Shimerman's ersten Auftritt. Anfangs wirkte er etwas zu ernst, "taute" aber im Laufe der Stunde auf. Er erzählte, von seiner Rolle als Principal Snyder bei "Buffy" und über seinen immer noch sehr guten Kontakt zu Terry Farrel und René Auberjonois.
In der Mittagspause hieß es dann anstellen für eine der 500 (und 80DM teuren) Eintrittskarten für ein Autogramm von William Shatner höchstpersönlich...aber was tut man nicht alles, um Shatner mal Auge in Auge gegenüber zu stehen!
Nachdem ich dem Händlerraum noch einen kurzen Besuch abgestattet hatte, wurde es auch schon wieder Zeit für das Panel von J.G. Hertzler und Robert O'Reilly. Die beiden waren ja schon einige Male in Deutschland, aber was sie diesmal boten übertraf wirklich alles! In bester "Easy Rider" Manier zogen sie mit einer großen Klingonentruppe in den Saal ein. Das Panel war extrem witzig und äußerst spontan...die beiden sind ein echtes "Dream Team"! Sie sangen "Everybody needs somebody", machten Witze übereinander, kämpften mit "Mini-Bat'leths", rezitierten Shakespeare und "verprügelten" einen Fan, nachdem dieser fragte, ob J.G. eher die menschlichen oder die klingonischen Sexpraktiken bevorzugt.
J.G. und Robert haben den Saal zum beben gebracht, und um dies noch zu toppen kam nun das Panel von Chase Masterson und Max Grodénchik. Chase war freundlich und äußerst sympatisch, erzählte von ihrem neuesten Film und sang sogar ein Lied. Dann kam Max auf die Bühne. Als erstes erzählte er, dass er schon seit einigen Monaten Deutsch lernte und ließ es sich nicht nehmen, dies so oft wie möglich unter Beweis zu stellen. Als er dann vor den Augen des Publikums die Originalprothesen von Roms Zähnen anzog, verfiel er vollkommen in seine Rolle. Er küßte Chase (MIT den Zähnen im Mund) und sang auch ein Lied über "seine" Übernahme von Quark's Bar.
Nach Lolita Fatjos "Behind-the-Scenes" Bericht, war nun DER Moment gekommen. Es war Zeit für den ersten GROßEN Höhepunkt der Convention - William Shatners erstes Panel. Die Lichter gingen aus, die Fans jubelten...und nichts geschah...und immer noch nichts...und immer noch nichts! Dann gab es plötzlich einen lauten Knall und ein paar mikrige Funken sprühten - das war also das "tolle" Feuerwerk, dass die Veranstalter versprochen hatten - naja...! Die Star Trek Titelmelodie wurde gespielt und William betrat die Bühne unter dem tosenden Applaus der Fans. Uns ist sofort aufgefallen, wie gut er im Vergleich von vor 2-3 Jahren aussah. Shatner war in ausgezeichneter Stimmung und verstand es, das Publikum zu unterhalten. Im Laufe des Panels kam er auch auf den Tod von DeForest Kelley zu sprechen. Bill betonte, was für ein großartiger Mensch und Freund De war und erzählt einige Anektoden aus ihrer langen Freundschaft. Es folgten noch einige "Standard Convention Storys" und Fragen aus dem Publikum bis die 60 Minuten schon wieder vorbei waren.
Es war 21.30 Uhr als die ersten (lauten!) Töne von AVERY BROOKS' Intro-Video erklangen, welches wunderbar zusammengeschnitten war. Noch während es lief kam Avery auf die Bühne und stellte sich mit dem Rücken zu den Fans, um sich dieses überlebensgroße Video auf der Leinwand anzuschauen...WAS für ein Bild! Als die Lichter wieder angingen ertönte ein unglaublicher Jubel. Avery war vollkommen begeistert und begrüßte den Saal mit einem lauten "BERLIN, BERLIN, BERLIIIIIN!". Während des Panels war er nicht nur äußerst unterhaltsam, sondern sprach auch über einige philosophische Aspekte von Star Trek. Der Höhepunkt war ganz sicher, als ein kleiner, ca. 4-jähriger Junge auf die Bühne kam und Avery ein selbstgemaltes Bild überreichte. Statt nun einfach wieder zurück zu seiner Mutter zu gehen, erzählte er Brooks, was er denn da alles gemalt hat...natürlich auf DEUTSCH, weshalb Avery nicht das geringste verstand, ihm aber gespannt zuhörte. Als der Junge mit seinen Erläuterungen fertig war, gab es noch eine Umarmung von Avery und seine Mutter holte ihn an der Bühne ab - eine wirklich süße Szene! Avery Brooks wirkt live so unglaublich beeindruckend...er war 1 Stunde lang wirklich der "Captain" des Saales und jeder hing geradezu an seinen Lippen, weshalb die Zeit viel zu schnell vorbeiging. Auf die Frage eines Fans hin, sang Avery mit seiner einmaligen und ausdrucksstarken Stimme noch einen Blues und verließ uns dann...noch Minuten nachdem er durch den Ausgang verschwunden war, gab es Standing-Ovations und Begeisterungsstürme im Publikum.
Zum krönenden Abschluss des Samstag Abends gab Julie Caitlin Brown ein Mini-Konzert in dem sie Stücke aus ihrem Album "Sheddin' my Skin", sowie einige neue Titel sang. Julie war einfach phantastisch - sie schaffte es nur mit ihrer großartigen Stimme und einer Gitarre den Saal in ihren Bann zu ziehen. Sehr bewegend war der Moment, als sie Mitglieder ihres Fanclubs auf die Bühne rief, vom Tod eines ihrer Fans berichtete und 2 Songs sang, die auf der Bestattung dieses Fans gespielt wurden ("Soulmate" aus ihrem Album und "Amazing Grace"). Einen besseren Ausklang des Tages konnte ich mir nicht vorstellen.
Tag 3
Nach einer Nacht mit viel zu wenig Schlaf, ging es um 8.30 schon wieder ins Estrell. Obwohl unbestätigten Berichten zufolge *g* Hertzler und O'Reilly noch bis um 3 Uhr morgens auf der Convention Party auf den Tischen getanzt haben sollen waren sie beim ersten Panel des Tages wieder absolute Stimmungsmacher und weckten auch den letzten Besucher aus seinem (Halb-)Schlaf auf.
Nächster Programmpunkt war das gemeinsame Panel von Chase Masterson, Armin Shimerman und Max Grodénchik. Chase erzählte von ihrer sehr gut laufenden Produktionsfirma. Max meinte, dass er der beliebtere Ferengi wäre, worauf Armin sofort einwarf, dass er aber mehr Geld verdienen würde. Nach diesem wirklich unterhaltsamen Panel wurde es nun Zeit für Mr. Richard "Behind-the-Scenes" Arnold. Wie immer erzählte er von den neuesten DS9 und VOY Episoden und jagte dabei zahlreiche Fotos durch den Projektor. Im Anschluss daran versteigerte Richard wieder massenhaft signierte Memorabilia, deren Preise teilweise astronomische Höhen erreichten. Leider habe ich die Versteigerung eines Bildes der Classic-Cast mit allen(!) Autogrammen nicht mehr mitbekommen, da es Zeit war, sich für die hochexclusiven Avery Brooks-Autogramme anzustellen, die nur die ersten 350 die sich für die Convention angemeldet hatten erhalten haben. Da diese Autogrammsession vollkommen chaotisch organisiert war (alle Fans mußten mit einem(!!) Aufzug ein Stockwerk höher geschleust werden), mußte ich ca. 2 Stunden warten, bis ich Avery Auge in Auge gegenüberstehen konnte. Er begrüßte jeden mit einem netten "Hi!" und einem tiefen Blick in die Augen...kein weiterer Kommentar nötig!
Leider habe ich durch das lange Warten Claudia Christians Panel verpasst, weshalb ich nichts von ihr berichten kann...es sah aber so aus, als hätte sie eine tolle Zeit zusammen mit Julie Caitlin Brown gehabt.
Ich kam gerade rechtzeitig zu Beginn des zweiten Panels von George Takei wieder in den Hauptsaal. Nachdem er darüber gesprochen hatte, wie gerne er eine Cpt. Sulu TV-Serie machen würde war es auch schon wieder Zeit für mich und einige Bekannte, uns für die Shatner Autogramme anzustellen. In der kühnen Hoffnung und aufgrund eines "Insidertips", dass diese Session im selben Raum, wie die von Brooks stattfinden würde, eröffneten wir die "inoffizielle William Shatner Autogramm Warteschlange"© :)
Wie erwartet traffen unserer Vermutungen zu, wodurch ich nach kurzer Zeit William Shatner (und ca. 10 Bodyguards und Conhelfern) gegenüberstand. Bill konnte man die gute Laune ansehen und er hat geduldig Autogramm nach Autogramm gegeben.
Nun ließ der Zeitplan der Convention endlich mal eine Pause zu...und die hatte ich nach den letzten Stunden auch dringend nötig. Es war gerade genug Zeit, die Eindrücke der letzten Stunden zu verarbeiten, dem Händlerraum einen letzten Besuch abzustatten und noch eine Voyager Episode anzuschauen, als Shatners letztes Panel schon anfing. In diesem sprach Bill zum ersten mal in der Öffentlichkeit über den Tod seiner Frau Nerine, wieviel sie im bedeudet hatte und wie sehr er sie vermißt. Gleichzeitig teilte er uns mit, dass er lange gezögert hat und eigentlich die Convention absagen wollte, es jedoch als eine Chance nahm, einen Prozess der Besserung einzuleiten. Bevor er endgültig die Bühne verließ, erzählte Shatner noch einige Storys von seinen Erfahrungen mit Tieren, u.a. die vom Gorilla Coco und seiner nächtlichen Fotojagd nach einem schwarzen Panther.
Bei der nun folgenden Closing Ceremony kamen noch einmal alle Stars - außer Shatner und Brooks, der mitten in Berlin im Stau stand - und Veranstalter auf die Bühne. Nachdem sich zwei Paare aus dem Publikum während der Closing auf der Bühne einen Heiratsantrag gemacht hatten sind das Star Trek Traumpaar schlechthin, Max Grodénchik und Lolita Fatjo auch knapp an einem Antrag vorbeigeschlittert. Auf allgemeinen Druck von knapp 2000 Fans und einigen Schauspielern wurde Max vorgezerrt, allerdings zerrte Lolita ihn noch viel schneller wieder zurück ;-). Als er dann ansetzte "I would, but..." nahm Armin Shimerman ihm das Mikro weg und ersparte ihm eventuelle Peinlichkeiten :-)
Da die Galileo 7 - III offiziell die UNICEF unterstütze, konnten am Ende der Veranstaltung 35.000 DM an Ralf Bauer, den deutschen UNICEF-Botschafter, übergeben werden.
Den Abend ließen wir dann noch in einer Pizzeria im Estrel Hotel am Nebentisch von Claudia Christian, J.G., Robert O'Reilly und Julie ausklingen :)
Die Galileo 7 - III war insgesamt eine großartige Convention. Die Panels waren klasse und sämtliche Gaststars in sehr guter Laune. Nur gab es bei der Organisation - sowohl vor als auch hinter der Bühne - erhebliche, zum Teil unentschuldbare Mängel... Einen Großteil davon spiegelt mein Bericht nicht wieder, da ich oft einfach Glück hatte und Dauergast am Infostand war!
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